Frankreich

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Belgien

Im Liveticker: Frankreich-Belgien

Umtiti Twister

Sex Machine Samuel Umtiti köpfelt Frankreich ins Finale, Belgiens Teufel scheitern am Weihwasser der französischen Abwehr. From dusk till dawn dabei: der Liveticker.

19:30 Uhr

JAAAAAAAAAAAAAAAAA, HALBFINAALEEEEEEEEE, GEEEEEEIIIIIIIILLLLLLL

19:37 Uhr

Freunde, herzlich willkommen zum Ticker. Crunchtime im Turnier, Halbinale, Do or Die. Und Crunchtime im Turnier bedeutet natürlich auch Crunchtime im Ticker. Und was soll ich sagen, Kollege Raack und ich sind sowas von heiß. Sitzen hier mit Mundschutz, schweißnass vom Warm-up und mit Schaum vorm Mund. Wenn nicht bald angepfiffen wird, muss ich ein Loch in die Redaktionswand schlagen. Und ich weiß nicht, ob die Wand noch eins aushält.

19:40 Uhr

Erstmal eine Maz über Benjamin Pavard. Kurze Herzschmerzstory, wie er sich streberhaft aus einem Bergbaukaff zum Profi hocharbeitet, dann charmant im Interview rumwitzelt und schließlich anfängt zu weinen, als seine Eltern mit einer Gratulation zugeschaltet werden. Das ist ja eklig, was für ein Schwiegersohn-Typ das ist. Hat bestimmt auch einen Bausparvertrag, kann gesund kochen und studiert nebenher Veterinärmedizin, um sich nach der Karriere ehrenamtlich um kranke Katzenbabys zu kümmern. Und ich sitz hier und freue mich über die Überraschungseierfigur-Messe am Wochenende.

19:43 Uhr

Mann, das war jetzt aber wirklich ein langer und sehr eigenartiger Werbespot für die neue Mittvierziger-Langweiler-Kollektion von C&A.

19:45 Uhr

Toll, jetzt Werbung, und dann auch noch die von Check24. Dä dädädää. Ob die die deshalb ausstrahlen, weil die das letzte Mal witzig war, als Frankreich amtierender Weltmeister war?

19:47 Uhr

Hier, Freunde, das ist Werbung nach meinem Geschmack. Euer Stephan, so wertvoll wie eine im Kühlschrank vergessene Knoblauchsoßenflasche mit MHD 2011.

19:54 Uhr

Oh Leute, es geht los. Fühle mich ganz komisch, weil nicht mal Steffen Simon meine Vorfreude trüben kann. Ob endlich der Selbsthypnose-Kurs anschlägt, den ich an der VHS besuche? Sind das noch Ausläufer des Shroom-Psychodelic-Festivals vom Wochenende in den Wäldern vor Meuselwitz? Oder war's das jetzt und ich habe einen WM-induzierten Schlaganfall? Wir werden es herwdvjbqüe qgin gqoe g0

19:55 Uhr

Die Hymnen. Ob es irgendwo in Belgien oder Frankreich einen Alfrède Draxlaire gibt, der ganz genau drauf achtet, wer mit singt und wer nicht, um anschließend einen bissigen Commentaire für seine Zeitung zu verfassen?

19:58 Uhr

Kleiner Bruder gegen großer Bruder also. Ich sag mal so, das kenn ich ganz gut. Wenn das so läuft wie bei Reichs zuhause früher, ärgert Belgien Frankreich so lange, bis Frankreich erst das Monopoly-Brett durchs Wohnzimmer schmeißt, dann gibts Mucki-Reiten und wenn Belgien dann heulend zu Papa rennt, verzieht sich Frankreich zu seinem Kumpel, dem dicken Torsten, zum Nintendo spielen, um dem Anschiss zu entgehen. Und Belgien langweilt sich.

1.

Was ich mich immer wieder frage: Wie kann es sein, dass Belgien Thierry Henry als Co-Trainer hat und wir Thomas Schneider? Warum hat nicht Belgien, sagen wir, Radoslav Latal, und wir Lothar Matthäus. Oder Effe. Oder zumindest Pierre Littbarski? Nun gut, die Zeit der Fragen ist vorbei, das erste Halbfinale dieser WM hat begonnen. Deutschland noch immer ausgeschieden.

2.

Und Belgien wieder mit Witsel und Fellaini. Wenn die Herren Weltmeister werden, möchte ich sie in weißen Ganzkörperanzügen aus Plüsch durch die Moskauer Nacht tanzen sehen. Mit Lionel Ritchie als Barkeeper. All. Night. Long.

3.

Und Frankreich? Danct schon on the ceiling der Belgier. Kurzer Schreckschussangriff über Griezmann, doch Belgiens Innenverteidigung merkt schnell: die Knarre ist nur aus Plastik. Kompany schluckt den Schlüssel für den Safe.

5.

Mein Gott, so viel Qualität auf dem Rasen. Und wir mussten uns tapfer durch die Vorrunde und grauenhaft langweilige Achtelfinal-Spiele quälen. Wäre ich doch nur ein Modefan, wäre bis jetzt im Urlaub gewesen und würde nun, von meinen Tauchabenteuern prahlen, vor der Glotze sitzen und davon schwafeln, wie lange ich die Belgier schon auf dem Zettel hatte und dass ich im Urlaub einen Fisch sah, der gewisse Ähnlichkeit mit Thierry Henry hatte. Aber, ach.

7.

"Es gibt eigentlich keine Schwächen, wenn man Frankreichs Team analysiert", meint Steffen Simon, fürchtet aber dennoch Gefahr durch eine Chadli-Ecke der Belgier, die allerdings ungefährlicher als Steffen Simons Analysen. Dieser Ticker hat übrigens keine Schwächen. Außer bei Ecken.

8.

Frage: Welcher Strolch hat eigentlich die Lippen von Didier Deschamps geklaut?

10.

Eden Hazard könnte man auch mit einer Kanonenkugel beschießen, er würde das Ding sanft mit den Außenspann annehmen und anschließend 50 Meter weiter zum Mitspieler liebkosen. Und wir Bauern nennen das dann langes Eisen.

12.

Gut zehn Minuten vorbei und bei all der Pracht auf dem Rasen ist nun wirklich viel noch nicht passiert. Diese WM hemmt die große Kunst wie ein Kneipenschläger, der Vincent van Gogh bei der Arbeit auf die Füße kotzt.

14.

Der erste Fehlpass des Spiels. Mir reicht es. Jetzt nur noch Best-of-Videos von Thierry Henry oder Nahaufnahmen in Zeitlupe von Deschamps Oberkiefer. Je nach Geschmack.

15.

Kevin de Bruyne beim Sprint mit dem Ball zuzuschauen erinnert an einen jungen Familienhund, der mit einem Knochen im Maul durch den Garten sprintet. Und just in diesem Moment haut Hazard das erste Mal aufs Tor, Danke für diesen Schmacko.

18.

Also das ist schon absolute Weltklasse da auf dem Platz. Das letzte mal, dass ich so viel geballte Extraklasse auf einem Haufen gesehen habe, war auf dem Schlager-Open-Air in Kitzbühl 2003, als die Zillertaler Schürzenjäger die Jungs von Pur zum Medley auf die Bühne geholt haben. Ach, wäre dieser magische Abend nie geendet...

21.

Uuuuuuuuuuh, Großchance für Belgien, aber der Schuss von Hazard wird zur Ecke abgefälscht. Die ist ebenfalls gefährlich, ebenso die darauffolgende Aktion. Dann wieder Ecke, gefährlich, Nachschuss, Glanzparade, Ecke. Belgien schnürt Frankreich derart ein, dass ich nicht mehr sicher bin, ob ich nicht aus Versehen im Kanal verrutscht bin und irrtümlicherweise ein schlüpfriges Bondage-Filmchen tickere.

24.

Frankreich gerade konfuser als Edmund Stoiber auf einer PK zum Thema Transrapid. Wenn, äh, die Belgier, äh, so weiter, äh, machen, dann äh, erreichen, äh, äh, sie das Führrungstor, äh, in den, äh, nächsten zehn, äh, Minuten.

25.

Dann wieder Frankreich mit der Chance. Toll. Kann vielleicht mal jemand eben den deutschen Nationalspielern Bescheid geben? Da läuft ein Fußballturnier im Fernsehen, kann mir nicht vorstellen, dass sie davon wissen.

29.

Abstoß muss wiederholt werden, weil die Spieler den Sechzehner noch nicht verlassen hatten. Beim zweiten Mal klappts. Simon begeistert: »Jetzt ist alles rechtmäßig, bravo!« Ist auch so der Typ, der auf der Autobahn einen Stau herbeisehnt, um eventuell Teil einer perfekten Rettungsgasse zu sein.

30.

Was die Kameras nicht zeigen: An der rechten Seitenlinie steht Benjamin Pavard, der alte Streber, und schreibt seiner Großmutter eine Postkarte aus dem Russland-Urlaub.

32.

Hazard! Sprintet, fummelt, schlägt Haken, der Ball klebt am Fuß, die Gegenspieler: nur Slalomstangen! Und in seiner ganzen Pracht, von Simon laut und heroisch besungen, dribbelt der kleine Belgier mit dem Ball ins Aus. Icke Häßler hätte das Ding ins lange Eck gelegt. Ich sag ja nur.

34.

Kante mit dem nächsten Ballgewinn. Der Gary Payton des Weltfußballs. Sie nennen ihn Fußschuh. Viele Grüße, The Threat Raack.

37.

Griezmann! Prescht in die gegnerische Hälfte, umspielt zwei Leute, zieht dann ab und hinterlässt dieser WM den schlechtesten Schuss des Turniers. Ohnmächtig bricht Andy Brehme bei seinem vierten Sex on the Beach zusammen und kommt dann langsam wieder zu sich. Gibt sich letzte Ohrfeigen - links wie rechts - und ist wieder voll da. Sieht die Wiederholung und muss sich erbrechen. Haste Kotze am Fuß, haste Kotze am Fuß.

40.

PAVARD! Wird freigespielt, steht auf einmal alleine vor dem Tor, schießt, ein guter Schuss!, aber Courtois wirft seine acht Meter langen Beine dazwischen und kann parieren. Uli Stein gibt Nachbarskindern vor lauter Freude eine lustige Einlage in der Garage. Als Suppenkasper.

43.

Was hier fehlt ist ein Tor. Oder um es im Öffentlich-Rechtlichen Slang zu sagen: der Dosenöffner. Thierry Henry ext eine Büchse Starkbier.

45.

Weil wir Kinder einer Unterhaltungsgesellschaft sind und eigentlich jede Stunde mit einer Weltsensation rechnen, erwarten wir in diesem Spiel eigentlich auch noch etwas mehr. Da wird die Sucht kurz gestillt, Pogba wuchtet sich in die Gegner und holt einen Freistoß raus. Reich alarmiert die globale Instagram-Community, ich bereite einen Tweet an Donald Trump vor. Griezmann nagelt den Ball in die Mauer. Und nur Margot Hoenecker findet das richtig geil. Die hat bestimmt kein Facebook.

Halbzeit

Mit einem Ball, der gegen die 100 Kilo von Romelu Lukaku geschossen wird und ins Aus tröpfelt, endet diese erste Halbzeit. Die ARD gibt sofort ab an die Nachrichten, der ist auch schon alles egal. Wir schöpfen jetzt Hoffnung dank geretteter Fußballjungs in Thailand und lachen mal wieder über Bundes-Hotte und England. Bis gleich.

20:49 Uhr

Halbzeit. Tja, dass es hier nach wie vor 0:0 steht, müssen wir leider ins Reich der #FRABEL verweisen. Hust.

20:55 Uhr

Dann Tagesschau. Habe das Gefühl, dass ich jedesmal, wenn ich die greisenhafte, totäugige Mr-Burns-Visage von Horst Seehofer sehe, und wie dieser eigenartige offene Alterfleck in der Mitte seines Gesichts über Migration redet, minütlich um einen IQ-Punkt dümmer werde. Wenn dieses ganze schmierige Polittheater noch lange so weitergeht, kann ich mir im Herbst die Schuhe nicht mehr selber binden und darf nicht mehr an die Bastelschere. Oder ich wähl AfD.

46.

Anpfiff. Bestes Bruderduell seit Zlatko / Onkel Jürgen im Big-Brother-Haus. Meine Meinung.

48.

Aber naja, wo gute Nachrichten sind, gibt es auch schlechte. Meine Steffen-Simon-Voodoo-Puppe scheint noch immer nicht zu funktioneren. Hab wie verrückt mit der Käsereibe an den Stimmbändern rumgehobelt, aber nix...

50.

Übrigens: Das ist heute ganz alte Ticker-Schule hier, Raack und ich sind schließlich Urgesteine des Tickers, hatten allerdings auch länger nicht mehr das Vergnügen. Das letzte Mal, das wir gemeinsam getickert haben, hatte Raack noch einen Minipli, trug einen türkis-lilanen Erima-Ballonseiden-Trainingsanzug zur Schau und klebte sich zum Tickern ein Nasenpflaster auf. Hach, war schön damals, im Sommer 2017.

53.

Und da ist das TOOOOOOOR für Frankreich. Und na klar, nach einer Ecke, wie sonst. Umtiti schraubt sich so hoch, dass ich sicher bin, dass man irgendwo in seinem Stammbaum eine Hebebühne findet, wenn man nur lange genug sucht, und nickt zum 1:0 ein. Umtiti. Ohlala. Einszunull.

55.

Aber mal im Ernst: Es fallen bei diesem Turnier derart viele Tore nach Ecken, dass die Fifa drüber nachdenken sollte, die gute alte »Drei Ecken, ein Elfer«-Regel einzuführen. Damit nicht so viele Tore fallen

56.

Tja, von Mesut Özil sieht man mal wieder nichts. Typisch.

59.

Oh Gott, Leute. Ich muss aufhören zu tickern. Ich muss meinen Job kündigen, dann muss ich all mein Hab und Gut verkaufen, alle meine sozialen Kontakte abbrechen und in ein tibetanisches Schweigekloster ziehen, wo ich den Rest meiner Tage still über den Hacken-Sohlen-Schnittstellen-Assist meditieren werde, den Kylian Mbappe gerade in die Welt gezaubert hat. Und ich werde ein glücklicher Mensch sein, denn dann habe ich mein Leben einem göttlichen Zweck gewidmet.

61.

Chadli jetzt beim Einwurf. Immer wenn ich den Namen Chadli höre, muss ich an diesen kleinen Giftzwerg denken, der so vor sechs, sieben Jahren mal bei Mainz war. Freue mich schon auf das erste Wortgefecht mit Maik Franz oder einen gelungenen Doppelpass Chadlis mit Radoslav Zabavnik. Hoffe, Jörn Andersen lässt ihn lange genug auf dem Feld.

62.

Eigentlich auch räudig: da sehen wir einen gelungenen Roulette eines Fußballers, der so talentiert ist, dass er mit diesem Move vermutlich morgens seine Milch öffnet, und schon freuen wir uns einen Keks. Sind einfach dankbar für alles, was bei dieser WM ein wenig nach Improvisation, Kreativität und Spielwitz ausschaut. Nicht, dass wir auch zu diesen alten Säcken werden, die nach jedem Hackentrick zu Boden sinken, um dem lieben Fußballgott für diese ausgefallene Schlemmerei zu danken. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Festvertrag bei der ARD.

63.

Kevin de Bruyne eben mit der verpassten Chance zum Ausgleich. So ein wunderschöner Name, denkt sich Alexander Gauland und lässt sich die zweite Krawatte seines Lebens anfertigen.

64.

Noch immer eine Stimmung wie auf dem Rummelplatz, wenn gerade der Typ auf Stelzen vorbei läuft und Lose für die Tombola ins jauchzende Volk wirft. Gleich erwürge ich mich selbst mit geschossenen Rosen. Den riesigen Kamm würde ich gerne Thierry Henry schenken.

66.

Fellaini wirft sein haariges Haupt in eine Flanke, köpfelt aber knapp vorbei. Meine Mutter meint: "Wenn er sich die Haare abgeschnitten hätte, wäre der reingegangen." Legt mir dann ein gestärktes weißes Hemd raus und wichst die Ausgehstiefel. Morgen wieder Kirche.

69.

Kylian Mbappé mit dem nächsten Überantrtt. Morgen benennt Gilette seine Klingen nach dem Mann.

70.

So. Ich hätte jetzt Lust auf eine kleine Hauerei auf den Rängen. Eric Cantona, der einen Belgier völlig unnötig über den Haufen tritt. Marc Wilmots, der eine Schubserei am Mittelkreis provoziert. Ein paar Emotionen, irgendwas. Das hier hat bislang was von irgendeiner olympischen Disziplin, die man halbgar verfolgt, während man in Ruhe in der Tageszeitung den Medaillenspiegel studiert. Noch ein Tick und spüle mir den Mund mit Dieter Baumanns Zahnpasta aus.

73.

Herrlicher Uppercut gegen Umtiti, bekommt den Ball gegen das Kinn gelöffelt, schüttelt sich, macht aber weiter. Viele tausend Kilometer entfernt braucht Axel Schulz eine Handvoll Riechsalz.

75.

Gerne würde ich mich jetzt in der Haarpracht von Axel Witsel verstecken, um von dort die letzte Viertelstunde dieses Spiels zu verfolgen. Fußball aus der Vogelnestperspektive.

77.

Kevin der Braune mit einem Linksschuss, der über das Tor rauscht, um sich auf dem Stadiondach mit dem Elfmeter von Uli Hoeneß 76 zu paaren. Wir gratulieren dem Paar zu den Drillingen Up, Up and Away!

79.

Fellaini jetzt im Bild. Bei dem würde es mich ja nicht wundern, wenn sich sein Nebenmann im zentralen Mittelfeld bei der Gemeinde beschwert, dass sein Nachbar nicht die Hecke schneidet.

80.

Übrigens, kleiner Fun Fact am Rande: Pamela Anderson soll im Stadion sein. Würde mich nicht wundern, wenn der Spielball sie als Artgenossen erkennen würde, bei all dem Plastik.

81.

Fellaini geht raus. Hier sein Tag in einem Gif:

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83.

Uiuiui, dann plötzlich doch Belgien, Witsel mit einem derartigen Gewaltschuss, dass ich nicht sicher bin, ob das nicht unter die FSK 18 fällt. Leute, wenn ihr unter 18 seid, müsst ihr jetzt leider ausmachen, sorry.

85.

Auch nicht so schön: Die Franzosen bleiben jetzt bei jeder Gelegenheit auf dem Boden liegen. Und irgendwo in Brasilien klebt sich Neymar ein neues Dekubitus-Pflaster auf den Rücken und lächelt wissend.

86.

So, 86 Minuten gespielt. Außer für Mbappé, der ist so schnell, bei dem sinds schon 90 Minuten.

88.

Noch mal die Chance für Belgien, Chadli mit der Flanke, aber Frankreich schädelt die Dinger da hinten so derart resolut raus, Diego Godin sitzt in Uruguay wahrscheinlich schon mit offener Hose vorm TV.

90.

De Bruyne mit dem langen, butterweichen Diagonalball auf Romelu Lukaku, der aber leider knapp verpasst. Wenn man den beiden beim Zusammenspiel zusieht, ist das teilweise, als würde ein Philharmonieorchester eine Platte mit Rammstein aufnehmen. Und auf wundersame Art und Weise passt das sogar.

90+1

So, nur noch die obligatorischen 25 Minuten Nachspielzeit, dann ist Frankreich durch.

96.

Und das war's. Bisschen Eckfahnengejuckel der Franzosen noch, dann pfeift der Schiri ab. Didier Deschamps freut sich, als hätte er gerade von der Existenz der Zahnbürste erfahren. Auf der anderen Seite Thierry Henry, der bedröppelt über den Rasen schleicht und seine Belgier tröstet, obwohl er selbst sich ja eigentlich auch irgendwie freuen müsste. Aber so ist das eben mit den Bruder-Duellen: Am Ende gibt's halt einfach eine Runde Mucki-Reiten vom großen für den kleinen Bruder und dann ist Ruhe. So auch hier. Schade, Belgien, aber c´est la vie. In diesem Sinne: Bis morgen.