Hamburger SV

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Werder Bremen

HSV - Bremen im Liveticker

Nordopfer

Keine Tore, keine Sieger, keine Werbung für den Fußball. Hamburg und Bremen können einfach nicht mehr gewinnen. War eh immer eher so der Looser-Typ: der Liveticker. 

15:31 Uhr

Da will man sich vor dem Krisengipfel am Abend mit der geballten Ladung Bundesliga in der Konferenz heiß machen und merkt: nur vier Spiele am Samstagmittag. Na supi. Können wir auch einfach weiter in der Nase bohren. Beim Nebenmann. Apropos Nebenmann: Kollege Reich hat gestern extra noch 2500 Blatt Kopierpapier organisiert (billig geschossen bei: Dunder Mifflin Paper Company) und ist heute mit Sonnenaufgang aufgestanden. Seitdem knüllt er wie ein Bessesener, die sonst so arbeitsscheuen Hände längst gezeichnet von Blasen und Schwielen. Er ist kein Kollege. Er ist ein Vorbild.

18:15 Uhr

Freunde, willkommen zum Ticker. Und das ist nicht irgendein Tag, das ist der 130. Geburtstag des HSV. Anlässlich dazu gibt es (mutmaßlich) nicht nur eine weitere lausige Leistung der völlig überforderten Mannschaft, sondern auch wir - in Person von Kollege DInkelaker - wollen herzlich gratulieren:

18:18 Uhr

Schöne Geste des HSV zum Ehrentag: Uwe Seeler, der bereits die Gründungszeremonie des Klubs anno 1887 mit großer Sorge verfolgte, bekommt endlich seine eigene VIP-Loge zwischen zwei seiner Sorgenfalten. Stilvoll eingerichtet und äußerst geräumig.

18:21 Uhr

Find ich übrigens ziemlich stillos Markus Gisdol gegenüber, dass Sky jetzt Werbung für The Walking Dead macht. Meine Meinung.

18:25 Uhr

Übrigens: Ganz egal, was Fußballdeutschland über den HSV sagt. Ganz egal, wie oft sich der Klub noch von Peinlichkeit zu Peinlichkeit stolpert, egal wie viele Rucksäcke mit sensiblen Dokumenten verloren oder Lasoggas nach Leeds verjagt werden: So lange das »Biernot«-Banner hängt, hat der HSV immer einen besonderen Platz in meinem Herzen.

18:29 Uhr

Patrick Wasserziehr heute übrigens mit John-Lennon-Brille am Spielfeldrand. Wird er die Field-Interviews auf der Akustikgitarre begeleiten? Ein Liebeslied über einen Doppelpass schreiben. Sich schließlich mit dem Moderator überwerfen und einige ganz okaye Soloalben schreiben? Vielleicht.

1.

Anpfiff. Oder wie man in Hamburg sagt: Jetzt geht der Mist schon wieder los. Oder wie man in Bremen sagt: Jetzt geht der Mist schon wieder los.

2.

Bevor wir uns auf das Spiel konzentrieren, hier ein kleiner Service-Tick: Regie führt heute Manuel Kock. Daher die naheliegende Frage: Unter welchem Alias er wohl durch Amerika reisen würde?

4.

11FREUNDE deckt auf: Idee zu Werder-Stutzen auf Münchner Kotzhügel entstanden. 

5.

Bartels zum ersten Mal in der Nahaufnahme. Was uns zu einer weiteren Frage führt: Ist der Mann nur so schnell, weil er dauernd im Garten mit seinen Enkeln Fangen spielt?

7.

Erstes Derby-Geknäeul im Mittelfeld. Aber Aytekin löst die Situation mit viel Fingerspitzengefühl.

9.

Erste Chance. Freistoß Werder, Kopfball Werder, Mathenia wackelt, aber, leider aus Sicht aller Bremer, der zweite Versuch von Belfodil sitzt nicht. Bisher muss man sagen: Das Bremer Befodil ist zu träge: 

12.

Wie wir uns die HSV-Zuteilung bei Standardsituationen vorstellen: Papadoupoulus (laut): »Männer, hat jeder eins von den Ungeheuern?« Jung (kleinlaut): »Ich hab Kainz.« 

15.

Und während sich das Spiel langsam in der Nähe unserer sehr niedrigen Erwartungen einpendelt, haben wir etwas Zeit uns mit Hamburgs Ito (1,66 m) zu beschäftigen. Wenn wir ihn in dem nicht sonderlich gut gemähten Rasen doch nur entdecken würden.

18.

Schön: Erstes Stirn-an-Stirn des Derbys, Hunt gegen Bauer. Fun Fact: Stirn an Stirn wäre übrigens Blümchens erster Nummer-1-Hit gewesen, wenn Stig Töfting ihre Platten produziert hätte. Isso.

20.

Schöne Geste des HSV: Zum Geburtstag darf anscheinend Mehdi Mahdavikia nochmal die Ecken schießen. Und er singt sogar Happy Birthday, während der Ball über alle hinwegsegelt. Alle achht Strophen.

23.

Und während ich hier so sitze, im Takt zu »Herz an Herz« mit dem Kopf nicke und versuche, nicht von diesem Spiel einzuschlafen, gesteht mir Kollege Dinkelaker, das »Herz an Herz« seine erste Maxi-CD war. Da lache ich kurz, bevor mir einfällt, das meine »I Swear« von »All 4 One« war. Entschuldigt uns kurz, wir müssen eben einen spontanen Engtanz einlegen, nur wir beide und die tausend Augen der mit »Bravo«-Postern tapezierten Redaktions-Wand.

26.

Wood jetzt mit dem Alleingang. Einfallsloser als das Nachmittagsprogramm auf den Privatsendern. Das anschließende Reklamieren auf Freistoß sogar noch schlechter geschauspielert. Richterin Barbara Salesch lässt folgerichtig weiterlaufen.

28.

Ecke HSV. Da bin ich mir ja relativ sicher, dass Kyriakos Papadopoulos irgendso eine Ecke irgendwann einfach ins Tor hasst, ohne den Ball überhaupt zu berühren.

29.

Beim HSV bisher am auffälligsten: Der kleine Japaner Ito auf Linksaußen, der da ordentlich Betrieb macht. Wahrscheinlich spielt er sich warm für seine Sahnesaison 2019/20, wenn er in Griechenland an der Seite von Markus Berg Torschützenkönig wird.

30.

Oder halt in Leeds.

31.

Hui, schöne Ecke HSV, aber Sakai verzieht volley. Für mich die schönste Hamburger Ecke neben Ottensen.

32.

Metzeleder sagt: Der HSV bekommt immer mehr die Hand ans Steuer, vor allem in Person von Aaron Hunt. Warum kommen wir nicht auf so was?

34.

Man könnte behaupten, bisher verlaufe für beide Mannschaften alles nach Plan. Nur sind die Pläne halt Murks. 

36.

Kommentator Gross sagt, bisher ginge alles über links. Und irgendwo in einem Berliner AfD-Büro ballt ein alter Mann mit Mundgeruch und Elefantenkrawatte die Faust im muffigen Sakko. 

39.

Bartels im Dribbling gegen Jung. Lässt den - nimm das, Metze -  aber mal so richtig alt aussehen. 

40.

Kainz wichst einfach mal rauf. Mathenia pariert aber entschlossener mit beiden Fäusten, als Oliver Kahn je in Rostock ein irreguläres Tor erzielen könnte. Weiter so. 

42.

Für Statistiker: Mathew Leckie hat in dieser Saison ein Tor mehr geschossen als Werder Bremen.

43.

Dennis Diekmeier wetzt die Außenbahn entlang und holt eine Ecke raus. Er hätte es auch lassen können, er wäre trotzdem unser heutiger Lieblingsspieler geblieben. Weil er nicht nur der ungefährlichste Spieler der Bundesligageschichte ist (insgesamt vier Tore weniger als Leckie in dieser Saison), sondern auch, weil er, also Dennis Diekmeier, zusammen mit seiner Frau, Dana Diekmeier, ein viertes Kind erwartet. Nach Delani Diekmeier, Dion Diekmeier und Daleni Diekmeier tippen wir auf noch einen Jungen. Vielleicht ein Melvin?

45.

Es gibt Stress: Belfodil gegen Jung, Mathenia gegen Belfodil, alle gegen den schönen Fußball. Aytekin hat ein Einsehen und pfeift die erste Halbzeit ab. Ohne Videobeweis. Sehr Old School, dieser lulatschtschigste aller deutschen Unparteiischen.  

19:20 Uhr

Jetzt erstmal Werbung. Eine gute Möglichkeit für Leute, die sich nicht mit dem englischen Fußball beschäftigen, zu erfahren, was Jürgen Klopp so macht.

19:22 Uhr

Eine erste Analyse des Spiels. Was viele nicht wissen: Jedes mal, wenn Lothar Matthäus aus einem »T« ein »D« macht, stirbt irgendwo ein Logopäde. Mittlerweile gibt es kaum noch welche. Ein absoluter Alpdraum.

19:26 Uhr

Callmund, dieser fleischgewordene Breitbart der Bundesliga, entlarvt die deutsche Lügen-Presselandschaft. Und deckt auf, dass Ito (1,63 m) gar nicht der kleinste Bundesligaspieler aller Zeiten ist. Weil wenn das einer wissen muss, dann Calli. Schließlich ist der genau 1,63 m breit. 

19:29 Uhr

Noch mal Werbung. Über Strümpfe. Oder Fonds. Oder die Sparkasse. Oder Ruckzuck. Apropos: Was macht eigentlich Red Zac? (Zac Zac Zac Zac Zac!)

46.

Es geht weiter. Oh Gott, es geht wirklich weiter.

48.

Tja, 130 Jahre also. Was ein Geburtstag. Fühlt sich aber nicht nach Gratulation an, eher nach einer dieser Familienfeiern, wo man irgendjemandem zu irgendwas gratuliert, aber eigentlich sagen will: »Ich finde es nicht ok, dass du die Magic-Karten-Selbsthilfegruppe schon wieder geschmissen hast, was soll denn Peggy sagen?« oder »Mensch, Onan, schnüffelst du etwa immer noch Uhu-Kleber? Mann, du hast zwei Schildkröten, die brauchen dich...«. Kennt ihr das? Nee? Mh.

50.

Wow, Papadopulos ganz frei vor der Bremer Kiste, versucht aber irgendwie den Ball mit der Brust zum Mitspieler zu bringen, anstatt ihn einfach ins Tor zu köpfen. In Sachen Brust die blödeste Fehlentscheidung seit Lolo Ferrari.

53.

Ach, naja, aber es ist ja auch nicht alles schlimm. Es gibt sie noch, die guten Dinge. Zum Beispiel Clarence Seedorf, der »Sitting on the Dock of the Bay« singt.

55.

Ito jetzt raus, dafür kommt Lewis Holtby auf dem Platz. Der Videoschiri entscheidet auf 1:0 für Bremen. Nachvollziehbar.

59.

Uuuuuuuh, die Riesenchance jetzt für Hahn, der mit einem Heber am Bremer Keeper scheitert, anstatt ihn einfach reinzuprügeln. Und während sich der HSV hier offensiv abmüht, steht Pierre-Michel Lasogga in Unterhemd auf einer Leedser Baustelle und erzählt seinen Kumpels bei einer Molle von seinenn drei Toren im Abschlusstraining.

61.

+++BREAKING+++ Bremen ist so schlecht heute, dass sich Uwe Seeler ab sofort Sorgen um den SVW macht +++

62.

Und gleich die nächste Chance für den HSV. Durch Bobby Wood. Von dem wir bis eben gar nicht wussten, dass er auf dem Platz steht. 

63.

Bobby Woods Heimat ist übrigens Hawaii. Insel der Leichtigkeit. Sonne, Strand, Surfen, Saufen. Jetzt spielt er im deutschen Nieselregen mäßig erfolgreichen Fußball. Man könnte sagen, Bobby Wood lebt unseren Traum. In der Benjamin-Button-Version. 

64.

Jetzt Doppelwechsel bei Werder. Eggestein und Junuzovic kommen. Welche Anweisungen ihnen Nouri wohl ins Ohr geflüstert hat? Spielt einfach irgendwo, ihr werdet überall gebraucht?

66.

Wer sieht, wie unfassbar ungeschickt Hunt hier versucht, Delaney vom Ball zu trennen, fragt sich schon, wie es der Homo Sapiens geschafft hat, sich gegen andere Lebensformen durchzusetzen.

69.

Papadopoulos streckt Bartels nieder und kassiert Gelb. Die fünfte im siebten Spiel. Eine Quote, die ihm selber peinlich sein dürfte. Was war in den beiden anderen Spielen bloß mit ihm los?

71.

Mehr als eine Stunde Nordderby und noch immer trägt kein einziger der Spieler Gummistiefel. Ich fühle mich verkackeiert.

72.

Plötzlich Bremen. Junuzovic mit der Hacke auf Bartels, der plötzlich einsamer vorm Hamburger Kasten auftaucht als ein unfähiger Dive-Coach im indischen Ozean. Aber: Mathenia ist unten. Wie der HSV. Und Werder auch. Macht ja doch immer alles irgendwie Sinn. 

74.

Das einzige, was den beiden Mannschaften jetzt noch Hoffnungen auf einen Sieg machen kann: Wir sind hier nicht im Europapokal. Und der Gegner ist in beiden Fällen bedeutend schwächer als Östersund oder Rasgrad. 

77.

Für alle, die wissen wollen, wo in dieser verrückten Welt die Dinge wirklich den Bach runtergehen, hier die Aufstellungen beider Teams vom 07.05.2009 (Uefa-Cup-Halbfinale).
HSV: Rost, Demel, Gravgaard, Mathijsen, Jansen, Jarolim, Alex Silva, Pitroipa, Trochowski, Petric, Olic
Werder: Wiese, Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch, Baumann, Frings, Özil, Diego, Rosenberg, Pizarro   

80.

Clever: Mit seinem letzten Wechsel bringt Werder-Coach Nouri Michael Gravgaard beim HSV ins Spiel.

83.

Das Spiel jetzt wie einer dieser Axel-Schulz-Boxkämpfe aus den späten Neunzigern. Man will nicht hingucken, es tut weh, man hat Mitleid - und man ist froh, wenn dieser sogenannte Sport-Eevent endlich vorbei ist.

86.

Witzig: Einen Fallrückzieher von Andre Hahn habe ich schonmal gesehen. Ich glaube, hier:

88.

Kommt mir ein wenig so vor als wäre ich bei Sky gerade im Kanal verrutscht und würde mir »Not gegen Elend - der Film« angucken. Eine Tragikomödie mit Gary Busey als wirrem HSV-Spielaufbau und Nicholas Cage als totem Bremer Offensivspiel. Immerhin: Beide Teams so noch mit Chancen auf die Goldene Himbeere. Unklar allerdings, ob es da eine Relegation gibt.

90.

Ecke Bremen, die ist aber so schlecht, dass sie zu einem Hamburger Konter wird. Der ist aber so schlecht, dass er zu einer Bremer Ecke werden müsste. Wird dann aber irgendwie eine Auswechslung draus. Ich verstehe diesen Sport einfach nicht mehr.

92.

Kurze Aufregung, weil der eingewechselte Fiete Arp den Ball schön in den Lauf von Hunt legt. Wird allerdings nichts draus. Trotzdem: Kann dieser Arp etwa Fußball spielen? Und: Hat der HSV eine Fußball-Abteilung? Wusste ich gar nicht.

93.

Gelbe Karte noch für irgendeinen Spieler auf der Bremer Bank. Wahrscheinlich, weil er mit offenem Mund eingeschlafen ist. Macht man nicht.

20:23 Uhr

Puh, der Abpfiff, der sich anfühlt, als würde einem ein akustischer Rettungsring zugeworfen, in einen Ozean voller Fußball-zum-Abgewöhnen. Was waren das einst für geile Spiele zwischen dem HSV und Bremen. Und das hier heute? Hoffen wir, dass nicht allzu viele kleine Kinder zugesehen haben. Wir verlieren sonst eine ganze Generation an den Handball.

20:25 Uhr

Gut, belassen wir es dabei. Geht auch um unsere Zukunft, denn wenn wir jetzt noch die »Höhepunkte« des Spiels ertragen müssen, dann schulen wir vielleicht tatsächlich noch um und werden Klärwerktaucher oder so, weil man da weniger Scheiße ertragen muss. In diesem Sinne: Schönen Abend noch.

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