Gladbach

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Düsseldorf

Gladbach-Düsseldorf im Liveticker

Rhein Fire

Während Gladbach im zweiten Gang locker drei Tore zum Heimsieg erzielte, waren die einzigen Fortunen, die Borussias Spielfluss unterbrechen konnten, Ultras mit Bengalos. Fackelte Atompyro ab: der Ticker.

Ultras von Düsseldorf feuern Pyro ab

15 Uhr

Halt Pohl und Helau! Willkommen zum Liveticker Borussia Mönchengladbach gegen Fortuna Düsseldorf. Kleines Rheinderby, große Hoffnung. Auf Tore und launige 90 Minuten. Schließlich hagelte es in den jüngsten Partien beider Teams nun aber wirklich mal Tore satt. Gut, nicht gerade für Gladbach und Düsseldorf. Aber irgendjemand geht hier heute auf jeden Fall mit einem positiven Gefühl aus der Nummer. Denn entweder kassiert zwar wieder ein Team viele Tore, das heißt ja dann aber, dass das andere Team viele schießt. Oder niemand schießt ein Tor, was bedeuten würde, dass zumindest die Gegentorflut eingedämmt wäre. Oder beide schießen viele Tore, dann haben alle was davon. Kurzum steht jetzt schon fest: Irgendjemand gewinnt hier irgendwas. Und wenn es der Liveticker ist, der wie immer vor allem eines gewinnt: Zeit.

15.05 Uhr

Die erste Sensation des Nachmittags! Friedhelm Funkel im Interview, sagt einen Satz, mit dem man nicht mehr rechnen durfte: »Didi hat 100 Prozent Recht!!« Und ja, tatsächlich, Friedhelm Funkel meint Dietmar Hamann. Den Hamann, den manche Experten nennen und andere ein Ärgernis. Den Hamann, der mal sagt, eine Mannschaft sei ein klarer Meisterschaftskandidat, nur um nach der nächsten Niederlage schon anzumerken, die Mannschaft habe so im Meisterschaftsrennen nichts verloren. Der Hamann also hat, so Friedhelm Funkel, »100 Prozent Recht!«. Zu dumm, dass ich nicht mitbekommen habe, was der Didi da gesagt hat. Ich nehme mal an: »Hallo.«

15.07 Uhr

Ist doch eigentlich irre, dass Friedhelm Funkel sich den Job als Bundesliga-Trainer noch antut. Er könnte doch auch ganz bequem von den Copyright-Rechten leben, die ihm Lego und Playmobil dafür überweisen müssen, dass sie für ihre Figuren seine Frisur geklaut haben.

15.09 Uhr

Funkel, dieser Tausendsassa! Rhymt jetzt noch fresh einen raus. Angesprochen auf seinen Ex-Spieler Neuhaus spittet MC FriedFunk: »Die Entwicklung vom Flo, macht uns alle froh.« Deep.

15.11 Uhr

Das will Didi Hamann nicht auf sich sitzen lassen, der alte Battle-Rapper, kontert lässig: »Ähh. Hää.« Word.

15.12 Uhr

Uh. Holger Fach im Interview, lässt einen nachdenklich werden, da er auf Funkel angesprochen sagt: »Ja, äh, Friedhelm ist eine der Personen, die nach dem Fußball hängengeblieben sind.« Heftig. Auf uns wirkte Funkel eigentlich ganz normal. Aber man kann halt nie hinter die Fassade schauen. Oder wie neulich jemand in einem überraschend begonnenen Gespräch über die Ex-Gattin von Thomas Anders, Nora, zu mir sagte: »Die war oben offen.«

15.15 Uhr

»Klar ist auch, und das muss man ganz klar sagen«, sagt Holger Fach. Klar.

15.16 Uhr

Alles in allem sieht Holger Fach mit seiner Lederjacke und dem darunter bis zur Unterkante Oberlippe empor laufenden Rollkragenpullover so aus wie dieser eine Typ aus der ARD-Vorabendserie »Großstadtrevier«, von dem man immer wusste, er habe das Herz am rechten Fleck, der aber nie was sagte. Jetzt weiß man auch warum.

15.20 Uhr

Kommen wir mal zu den Aufstellungen. Zunächst die vom Gastgeber Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lang , Ginter , Elvedi , Wendt - Strobl - Neuhaus , Hofmann - Raffael , T. Hazard - Plea

15.21 Uhr

Klingt ein wenig wie die Kernaussagen einer Urlaubspostkarte. »Liebe Beate, was für ein Sommer! So Lang! Gut, Wendt wir ins Neuhaus eingezogen waren, Hofmann ja immer, dass man der Plea ist. Aber wie sagte schon Raffael: Ginter dem Elvedi geht's weiter.«

15.23 Uhr

Und also, hopp hopp, weiter zur Aufstellung von Fortuna Düsseldorf: Rensing - J. Zimmer , Ayhan , Bormuth , Gießelmann - Morales - M. Zimmermann - Lukebakio , Usami - Ducksch , Hennings

15.24 Uhr

Was mich an Werner Schulze-Erdel denken lässt, den legendären Moderator der legendären Sendung »Familienduell«, den der Kollege Stephan Reich gestern offenbar getroffen hat. Jedenfalls hat der Kollege Stephan Reich gestern ein Foto herumgeschickt, von sich und Werner Schulze-Erdel. Der lächelt. Vermutlich Stockholm-Syndrom. Aber ich schweife ab. Zurück zur Aufstellung. Wir haben 100 Leute gefragt, nennen sie einen Spieler aus der Startelf von Fortuna Düsseldorf. Und jetzt sucht euch eine Antwort aus:

15.27 Uhr

Und da steht er, Raffael, den sie in Mönchengladbach nur »Maestro« nennen. Der größte Melancholiker, den die Bundesliga zu bieten hat. Ein Künstler, der selbst dann Grazie ausstrahlt, wenn er da einfach nur so steht. Wie jetzt. Im Kabinengang. Neben ihm Menschen, die für Fortuna Düsseldorf spielen. Menschen, von denen er weiß, dass sie den Ball misshandeln werden gleich. Nicht so wie er, der Streichler. Aber es macht ihm nichts. Er wird es wieder gut machen. Mit jedem Ballkontakt. Weil er gar nicht anders kann.

15:30 Uhr

»Im Block der Fortuna wird gezündelt. Es raucht wie verrückt«, sagt der Fuss. Der Schiri verschiebt deswegen wohl den Anpfiff. Das gezündelt werde, sei aber kein Wunder, so Fuss. Die Gladbacher hätten beim letzten Mal ja auch gezündelt. »Und jetzt wird halt zurückgezündelt.« Wenn er jetzt noch den genauen Zeitpunkt gesagt hätte, wäre es zumindest mir ein bisschen zu viel Kriegsrhetorik gewesen. Aber was weiß ich schon.

1. Anstoß

So. 15:32 Uhr. Anstoß, Fußball-Bundesliga. Oder wie Karl-Heinz Rumenigge sagen würde: »Wer sind Sie? Ich kenne Sie nicht – mit Ihnen stoße ich ganz bestimmt nicht an.«

2.

Gladbach legt hier los wie die Feuerwehr. Findet aber vor lauter Rauch den Weg zum Auswärtsblock leider nicht.

4.

Düsseldorf hat bislang noch keinen erfolgreichen Pass gespielt. Vielleicht meinten Sie das mit: »Wir müssen hier heute eklig sein.« Fußball wie Energie Cottbus Anfang der 2000er.

6.

Da, eine Fortuna-Passstaffette. Spielen hinten rum quer, probieren es dann über den Flügel und mit der Flanke into the Wild. Aber Christopher McCandless ist leider gedeckt. Von einem Grizzly-Bären.

9.

Bei Gladbach sieht das schon etwas besser aus: Ein erster Schuss wird von Rensing zur Ecke abgewehrt. Zählen wir mal als Halbchance. Gladbach probiert danach eine Eck-Variante, die ebenfalls mindestens eine Verfilmung von Sean Penn verdient hätte. Gähn.

12.

Schon wieder Ecke, Gladbach. Großaufnahme Dieter Hecking. Dessen Augenbrauen winken im Mimikspiel. Grüße an Mutti und alle Menschen aus der alten Bundesrepublik und natürlich ganz besonders Theo Waigel!

14.

Nach Gladbachs Ecke schafft Fortuna es fast, einen richtigen Konter zu laufen. Doch der Ball von Ngandoli Lukebakio ist mindestens so steil wie die Fallhöhe bei Namenswitzen mit Lukebakio und landet direkt in den Armen von Sommer. Schade.

15.

Viertelstunde um, Zeit für ein kurzes Resümee: Naja.

18.

Gladbach überlässt den Düsseldorfern immer wieder den Ball. Oder wie man als neutraler Zuschauer wohl sagen würde: Frechheit. Weil: Bäh.

20.

Mal kurz ein paar ernste Worte. Mal kurz ein Gedanke zu Borussia Mönchengladbach. Es gibt ja zwei Möglichkeiten, aus eigener Kraft Torchancen herauszuspielen. Entweder man macht Schema F, das aber so gut und präzise und zügig, dass der Gegner im Prinzip keine Chance hat, das zu verteidigen. Im einfachsten Fall zum Beispiel. Flanke genau auf den Kopf des Stürmers, der höher steigt als sein Gegenspieler und einnickt. Dafür fehlt Borussia: die Genauigkeit. Zwei, drei Stationen über sieht das immer ganz gut aus, ein bisschen wie Barcelona, und dann kommt einer dazwischen und also an den Ball, der mehr so Sandhausen ist. Das Problem zudem: Jeder Borusse scheint mal Sandhausen zu sein. Die andere Art, aus eigener Kraft eine Torchance zu erspielen, ist der Überraschungsmoment. Irgendwas, womit man als Gegenspieler mal so gar nicht rechnet. Dafür fehlt Borussia: der Überraschungsmoment. So. Ende der Durchsage. Bzw.: Raffael, mach Solo. Jetzt!

23.

Was wohl Lisa Müller über dieses Spiel denkt?

24.

Ein Spiel wie eine Partie Steine klopfen. Zu blöd, dass Gladbach es mit dem stumpfen Buttermesser probiert.

26.

Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich sagen: Das nächste Tor schießt Felix Brych.

28.

Die Mannschaften erinnern mich an ein Koi-Becken. Zwei teure Exemplare ihrer Gattung, der eine noch wertvoller als der andere. Und sie schwimmen so umher, mal mehr mal minder elegant legen sie ihre Schuppen hintereinander ins Wasser, um gleichmäßig voran zu kommen. Allein die letzte Entschlossenheit fehlt, stattdessen herrscht in letzter Instanz vor allem Melancholie. Was betrübt sie, die Edlen? Ist es, weil sie ihrem goldenen Käfig doch nie entkommen können? Oder ist einfach nur das Wasser schlecht?

31.

Don't hate the Plea, hate the Game.

32.

Hui. Auf einmal eine Riesenchance für Gladbach. Doch Hazard schließt so schlechtplatziert und weich ab wie eine Butter, die stundenlang im Jahrhundertsommer vor dem Kühlschrank stand. Rensing fängt den Ball mit seiner Zunge. Lecker, bzw. würg.

35.

Gutes Spiel von Fortuna bis jetzt. Kunden, die das kauften, kauften auch: Die schönsten Dribblings von Guido Buchwald, die fiesesten Fouls von Marco Bode und die besten Witze von Oliver Pocher. Fünf von fünf Sternen.

37.

Gladbach versucht es jetzt schon mit einem Verzweiflungsschuss aus der zweiten Reihe. »Man weiß ja ligaweit um die Offensivstärke dieser Mannschaft«, sagt Fuss. Guckt wohl gerade Martin-Dahlin-Highlight Videos aus den Neunzigern. Keine schlechte Idee eigentlich.

40.

Polizei baut sich vor dem Fortuna-Block auf, weil die noch eine »Kerze« angezündet haben. Fuss nennt das »deeskalierender Beobachtungsposten«. Vielleicht sollten sie zur weiteren Deeskalation noch probieren, die Zaunfahne der Fortuna-Ultras zu klauen.

43.

Bei allem, was Juan Bernat so einstecken musste in letzter Zeit an öffentlicher Schelte, muss man angesichts dieser Partie auch mal sagen: Wenigstens muss er keine Bundesliga mehr spielen. Schickt bestimmt gerade eine freundliche SMS an Uli Hoeneß: »Na, immer noch nicht in die Super-Liga aufgestiegen, ihr Pfeifen?!« Zündet sich dann mit einem 100-Euro-Schein eine Weißwurst an.

45.

Lukebakio bekommt wohl Gelb für den unaussprechlichen Vornamen. Ach nee, er hat den Ball ein bisschen auf dem Boden auftrumpfen lassen. Brycht sich Felix jetzt auch keinen Zacken aus der Krone, wenn er das laufen lässt.

16:15 Uhr, Halbzeit

So. In die Pause. Entschuldigt bitte das Bayern-Bashing. Und hey, bevor wir hier zu viel auf Kalle Rummenigge herumhacken, sei noch gesagt: Der Bruder von Karl-Heinz Rumenigge ist ein total dufter Typ. Liebe Grüße auch von den Gerüstbau-Azubis Bremen-Nord. Bis glieks, nä.

46.

Wenn ich die Anzahl der heute bereits im Düsseldorfer Block gezündeten »Kerzen« richtig deute, ist heute der 314. Advent. Darauf einen Asbach Uralt. Oder eben einen Anstoss zur zweiten Halbzeit. Eben jeder wie er kann.

49.

Tony Jantschke »Fußballgott« neu in der Partie für Nico Elvedi. Oder wie man (nirgendwo) so schön sagt: Du bekommst die Bundesliga aus Hoyerswerda, aber Hoyerswerda nicht aus der Bundesliga.

49.

Elfmeter für Gladbach! Ayhan »macht die Körperfläche größer«. Das Ferkel. Thorgan Hazard ist das egal. Er tritt an, trifft Bahnschranke Rensing an der rechte Patsche, von wo der Ball in mitleidenswerter Art und Weise ins Tor trudelt. 1:0 für Borussia Mönchengladbach. Und der hässlichste Elfmeter seit langer, langer Zeit. Glückwunsch zu beidem.

50.

Gladbach damit Zweiter der Bundesliga. Was wohl erst passiert, wenn sie richtig Fußball spielen?

51.

Rensing, der alte Sympath, hat damit immer noch eines mit uns gemein: er hat in seinem Leben noch nie einen Elfmeter gehalten.

52.

Düsseldorf mit einem »Angriff«. Der kläglich endet, nämlich mit einem nicht geahndeten Handspiel eines Düsseldorfer Stürmers. Und dann zünden sie wieder Rauchbomben im Düsseldorfer Block. Wer sollte es ihnen verdenken? Sie wollen das Spiel ihrer Jungs schlicht nicht mehr sehen. Verständlich.

53.

Wer ist es der nach vorne rennt? Oscar, Oscar Wendt! Steht da nach einer One-Touch-Orgie, die Kritiker auch einfach »Flipper« nennen dürften, am Strafraumrand, und fackelt eine linke Klebe Richtung Rensing. Ergebnis: Eckball Gladbach. Düsseldorfer Arithmetik.

56.

Jantschke mit einer Grätsche gegen die halbe Düsseldorfer Bank. Klingt komisch, ist aber so. Und niemand lacht. Traurig.

58.

Die Gladbacher Spieler laufen da jetzt über den Rasen wie ein Gast der Playboy-Mansion. Einer, der erst über das Anwesen lief, ganz verschüchtert und zaghaft. Und nun, da er mal in die Grotte durfte, hängt der Bademantel auf halb offen und die Beine laufen durch Welt, so breit, dass eine Limousine zwischen ihnen hindurch fahren könnte. Aber was soll man sagen? Sie können es tragen.

60.

Schöne neue zweite Halbzeit. Gladbach mit dicker Hose und Düsseldorf mit Mut. Hennings mit einer guten Chance nach Absatzkick. Fortuna mit sehr hohem Pressing und Neuhaus nach schöner Kombination über Pléa und Raffael mit der Chance für die Borussia. Wenn das hier so weitergeht, würde ich sagen: Die Bundesliga, das IST eine Super-League.

63.

Fortuna tritt hier auf wie die Kreisliga-C-Mannschaft von TSV Hintertupfingen. Der einzige, der es in diesem Fußballleben noch zu etwas bringen kann, ist der Fummelkönig, der sich rechtsaußen die Füße wund dribbelt und aus nachvollziehbaren Gründen nie den Ball abgibt. Gutes Spiel von Lukebakio bisher.

65.

Funke meckert, weil Zimmermann den Plea umholzt. Warum er meckert? Keine Ahnung. Vermutlich, weil Plea wieder aufstehen kann. Würde ihm wohl gerne jemanden für Zahnkronen empfehlen (Provision?).

67.

Hoffmann vollkommen frei im Strafraum nach Querpass von Neuhaus. Tor! 2:0. Macht ihn so souverän rein, wie Schausteller Autoscooter rückwärts einparken. Die Freifahrt spendierte übrigens Fortunas Ayhan, der vollkommen unbedrängt einen 30-Meter-Pass in den Fuß des Gegenspielers spielte. Nun ja. Muss nach dem Spiel wohl mindestens einen Ayran einen ausgeben.

70.

Noch ein Wort zur Torhymne von Borussia Mönchengladbach. Das ist wohl die dümmste Sound-Collage, die ich je gehört habe. Bei jedem Heimtor von Borussia verliert jeder Stadionbesucher mindestens drei IQ-Punkte. Was nichts Gutes für die Jungs und Mädels in der Kurve heißen kann. Und für mich im Übrigen auch nicht. Döpdöpdöp! Agrlörks. Wiuwiuwiu-Döpdöpdöööp!

73.

Brych brycht wieder ab. Wegen Pyro. Hennings von Fortuna geht in die Kurve und sagt: »Hey Jungs, lasst das mal bitte.« Und hat dabei so viel Autorität wie Sozialpädagogen der akzeptierenden Jugendarbeit in ostdeutschen Jugendklubs der Neunziger Jahre. Sagt mit Sozialarbeiter-Voice: »Heute hören wir aber mal was anderes als die Störkraft-Kassette.« Der Kapo steht mit dem Rücken zu ihm und intoniert Böhse-Onkelz-Songs. Sympathisch.

75.

Fast das 3:0 durch Gladbach. Ein Borussia-Schlitzohr hofft auf Gedächtnis-Aussetzer von Felix Brych und führt einfach den Freistoß von Düsseldorf aus. Absurd. Wird natürlich sofort zurückgepfiffen. Im Gegenzug dribbelt Lukebakio fast wieder Oscar Wendt aus. Lässt ihn mit jeder Körpertäuschung weiter im Abseits stehen als Polizeigewerkschafts Rainer Wendt sich in jeder faktenbezogenen Sachdebatte positioniert. Far out!

77.

Liebe Sandra Wendt, wenn ihr Mann heute Abend zu ihnen nach Hause kommt und den Eindruck macht, an Schwindel zu leiden - wundern sie sich nicht. Auch nicht, sollte er später im Schlaf vor sich hin murmeln: »Lukebakio, Lukebakio«. Das liebe Frau Wendt, ist ganz normal nach so einem Spiel. Nach so einem 90-Minuten-Duell mit Dodi Lukebakio. Dem Eindreher. Der Fummelkutte. Dem einzig Gefährlichen, was Fortuna Düsseldorf zu bieten hat.

80.

Gladbach jetzt wie jemand, der schon alle Weihnachtsgeschenke aber noch 17 Euro übrig hat. Läuft jetzt ganz entspannt durch das Kaufhaus, schaut mal hier mal dort nach dem Glück. Muss sich nicht entscheiden, weiß aber, und das verleiht Leichtigkeit, dass man könnte. Und Düsseldorf hechelt hinterher, die immergleiche Frage auf den Lippen: »Wenn Sie daran Interesse hätten, das gäbe es auch in blau.«

82.

Hazard mit dem 3:0 - und wieder sehr, sehr hässlich. Ginter mit dem langen Ball auf Pléa, der schön und furztrocken ablegt auf Hazard, dessen Schuss die Fußspitze von Ayhan berührt. Unhaltbar für Rensing demnach. Und alles in allem so ansehnlich wie ein Kotzmarathon an Aschermittwoch.

84.

Hazard nach Flanke von Lang mit dem Versuch eines Seitfallziehers. Verletzt sich dabei nicht. Was angesichts dieses ungelenken Vorhabens überrascht. Allen Zeugen dieser Szene. Gute Besserung.

85.

Oha. Yann Sommer mit einem Abwurf in der Manier eines sehr, sehr betrunkenen Hobby-Keglers. Produziert dann auch flugs einen Dackel und den Ball in die Füße eines Düsseldorfer Stürmers. Der es direkt versucht und wiederum direkt in die mächtige Brust des Schweizer Torhüters ballert. Wenn jetzt noch jemand dazu kommt und fragt: »Warum liegt denn hier Stroh rum«, haben wir einen Liebesfilm.

88.

Ein Spiel jetzt wie die das Fazit einer unruhigen Senioren-Nacht: Es plätschert so vor sich hin.

90.

Zwei Minuten Nachspielzeit. Was die Frage aufwirft: Warum?

17.21 Uhr

Und dann ist es vorbei. Borussia Mönchengladbach gewinnt mit 3:0 und rutscht wieder auf den zweiten Platz der Bundesliga. Was die Frage aufwirft: Was wohl erst passiert, wenn die Fohlen richtig Fußball spielen? Und Düsseldorf? Es kommen wieder bessere Zeiten! Man weiß halt nur nicht wann. In diesem Sinne: auf bald, liebe Leser.