VfL Wolfsburg

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VfL Wolfsburg

Die Schürrle-Präsentation im 11FREUNDE-Liveticker

»Hallo, Hannover!«

André Schürrle, die Rihanna der Bundesliga: Erst ließ er hyperventilierende Niedersachsen eine halbe Stunde warten, weil er »duschen« musste. Und dann sang er noch nicht mal seine größten Hits. Will seine 32.000.000 Euro zurück: Der Ticker. 

Um 12:45 Uhr

... melden wir uns LIVE aus dem Al-Bundy-Schuh-Outlet in Wolfsburg Downtown. See you there.

12:25 Uhr

Vorabmeldung: Wolfsburg war bislang kein Epizentrum erotischer Erschütterungen. Seit ER da ist, hat sich das geändert:

12:38 Uhr

32 Millionen Euro: Das sind die teuersten Produktionskosten in der Geschichte des niedersächsischen Kinos. Wollen doch mal sehen, ob der Streifen das wieder reinspielt. Jetzt LIVE: »The Wolf Of Wolfsburg«. Mit Uschi Glas als Klaus Allofs und einem zufällig vorbeikommenden Laiendarsteller als André Schürrle.

12:46 Uhr

Seit Tagen haben VW-Werbestrategen gehirnt, welchen Produktnamen sie dem Neuzugang geben sollen. Passat Flanke? Zu sperrig. Golf 32.000.000? Passt nicht auf die Heckklappe. Erst kurz vor knapp der Durchbruch: The Love Bug! Der Liebeskäfer! André und die hormongesteuerten Bayernverfolger: Das ist sympathisch, jugendlich, da zahlt man gern für die Extras. Hier der erste Werbeclip:

12:52 Uhr

Wahnsinn: Joe Zinnbauer will »nach Paderborn schauen«. Was, wenn ihn seine Enkel eines Tages fragen »Opa Joe, wo warst du, als André Schürrle im Al-Bundy-Schuh-Outlet in Wolfsburg Downtown der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde«? Opa Joe... Klingt an sich schon bescheuert. Ich ziehe die Frage zurück. Und schaue nach Paderborn.

12:57 Uhr

In diesem Moment betritt André Schürrle niedersächsischen Boden! Sieht schon aus wie ein echter Wolfsburger: Diese »Was mach ich bloß nach dem Training? Ich kann doch nicht den ganzen Tag in der Einkaufspassage sitzen und Cappuccino saufen!«-Panik steht ihm ins Gesicht geschrieben. Hier die Zeitlupe.

13:02 Uhr

»So, jetzt ist es gleich soweit«, drohen die SKY-Moderatoren. Klingt in meinen Ohren wie »Der Nächste, bitte«, wenn man mit der Wurzelspitzenresektion dran ist. Wie lange kann ich mich im Wartezimmer hinter meiner Lesezirkel-»GALA« verstecken? Und darf ich mir hinterher was von Playmobil aussuchen?

13:07

Warten auf André. Der moderne Klassiker der 24-Stunden-Fußballberichterstattung.


Hecking: Komm, wir gehen! 
Allofs: Wir können nicht.
Hecking: Warum nicht?
Allofs: Wir warten auf André. 
Estragon: Ah! 

13:11 Uhr

Panik bei den wartenden Journalisten: Das labberige Toastbrot vom VfL-Buffet ist alle! Die ersten Kollegen essen ihre Notizen auf. Dahin sind solche Perlen der Fußballliteratur wie »Der gebürtige Ludwigshafener wird zukünftig in Gifhorn wohnen«. Es ist ein Jammer. 

13:14 Uhr

Hecking: »Also, wir gehen?«
Allofs: »Gehen wir!«

(Sie gehen nicht von der Stelle.)

13:17 Uhr

Die SKY-Moderatoren wetten jetzt, ob er von rechts oder von links kommt. Das wäre allerdings läppisch. Ich hoffe immer noch, dass er auf einem goldenen Wolf durch die Pappwand bricht. 

13:19 Uhr

Akt der Verzweiflung: Jetzt senden sie Skilanglauf aus der Konserve. Wo ist Behle? Und vor allem: WO IST SCHÜRRLE?

13:21 Uhr

André Schürrle, die Rihanna unter den Fußballprofis? Selten hat jemand hyperventilierende Landpomeranzen derart lang auf seinen Auftritt warten lassen. Und gleich sagt er dann bestimmt: »Hallo, Hannover!«

13:23 Uhr

Angeblich duscht Schürrle noch. Das »Chelsea forever«-Tattoo will einfach nicht abgehen. 

13:29 Uhr

Er ist da! Wer noch mal? Wir bleiben dran.

13:31 Uhr

Schürrle wie ein Realschüler, der einen Preis für Zivilcourage erhält, weil er ein Meerschweinchen aus einer Dachrinne gerettet hat. Tolle Bilder.

13:32 Uhr

»Wir bitten für die Verspätung um Verständnis«, bedient sich die VfL-Pressedame aus dem Vokabular der Deutschen Bahn. Guter Versuch. Doch der ICE wird auch in Zukunft nicht in Wolfsburg halten.

13:34 Uhr

»Der Transfer passt in das Konzept der letzten zwei Jahre«, sagt Allofs. Und zündet sich eine Zigarre mit einem 32.000.000-Euro-Schein an.

13:35 Uhr

Hecking schweigt. Hofft, dass niemand merkt, dass er einen Pullover aus dem Raiffeisen-Shop trägt. Gab es zum Kraftfutter gratis dazu. Irgendwer muss ja mit dem Financial-Fairplay anfangen.

13:36 Uhr

Zentrale Frage der anwesenden Journalisten: Warum hat er Chelsea verlassen? Schürrle: »Blablabla das Konzept des VfL Wolfsblablablaburg blablabla ich will helfen blablabla Hecking blablabla.« Einleuchtend.

13:36 Uhr

Jetzt die Frage an Hecking, der sich schon zurück zu seinem Trecker geschlichen hatte: »Spielt Schürrle am Samstag?« Antwort: »Das werden wir sehen!« Nicht, wenn wir die Augen ganz, ganz, ganz fest zukneifen!

13:41 Uhr

Die Mannschaftskollegen, so Schürrle jetzt, hätten ihm »Restaurants« gezeigt. Ein typisches Verarschungsritual für VW-Azubis.

13:44 Uhr

Jetzt stellt ein niedersächsischer Lokaljournalist eine Frage auf Englisch. In wessen Auftrag, bleibt offen. Soll damit Weltläufigkeit suggeriert werden? Gleich gibt es bestimmt noch Spreit für alle. Prost.

13:46 Uhr

»Nach der WM war ein Loch da«, klagt Schürrle. Allofs greift sofort zum Telefon: Verpflichtet Wolfsburg jetzt auch noch Dieter Bürgy?

13:49 Uhr

Allofs sagt, er wolle sich »auch in Zukunft« von der »wirtschaftlichen Vernunft« leiten lassen. Hier Impressionen vom VfL-Workshop »Sparsamkeit in Zeiten des Raubtierkapitalismus«.

13:52 Uhr

Abschließend möchte jemand wissen, wie Schürrle denn in der Vergangenheit den VfL Wolfsburg gesehen habe. Als dieser daraufhin zu einer Eloge anhebt, die klingt, als wäre dieser VfL die niedersächsische Inkarnation des FC Barcelona, bricht meine ganz persönliche Leitung zusammen. Ich sehe gerade noch, wie Siggi Reich und der komplette Zweitligakader der Saison 1992/93 ein Trikot unterzeichnen: »Für André« – dann wird alles schwarz. Aber schwarz ist ja ohnehin die neue Trendfarbe angesichts all dessen. Gute Nacht, Bundesliga. Gute Nacht, liebe Fans.