Bayern München

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Borussia Dortmund

Die Meisterschaftskonferenz im Ticker

Mia san ja wieder Meister

Für einen kurzen Moment dachten wir, dass die Meisterschaft noch einmal spannend werden könnte. Dann kamen die Bayern und wurden schon wieder Meister. Hob die Schale trotzdem hoch: der Ticker. 

15:10 Uhr

Hallo und herzlich Willkommen zum spannendsten Ticker seit dem Heinz-Christian-Strache-Liveblog. Alles entscheidet sich am letzten Spieltag, ein direktes Duell, es geht um Wohl und Weh. Aber keine Sorge, sobald Eintracht Braunschweig gegen Energie Cottbus beendet ist, schalten wir um. Bis gleich!

15:18 Uhr

Also wirklich, zehn Jahre nach dem letzten wirklich spannenden Saisonfinale ist es mal wieder so weit. Bayern hat 75 Punkte, Dortmund 73. Schnell zu den Rechenspielen: Sollte der BVB also gegen Gladbach ein Tor schießen, dann darf Bayern seine 6:0-Führung nicht mehr hergeben. Gänsehaut.

15:20 Uhr

Wir melden uns gleich live, wenn Christian Lindner zum Fallschirmsprung über Dortmund ansetzt.

15:22 Uhr

Wolf-Christoph Fuss begrüßt uns zur Meisterschaftskonferenz, gibt dann an Frank Buschmann ab. Womit klar sein dürfte, dieser Nachmittag hält nicht nur Höhepunkte für uns bereit.

15:25 Uhr

Schlechte Nachrichten auch für alle Gerechtigkeitsfanatiker: Pele Wollitz ist abgestiegen.

15:27 Uhr

Die Bayern zögern die Zeit heraus, verabschieden zuvor Rafinha, Franck Ribery und Arjen Robben. Würde mich nicht wundern, wenn Auswechselspieler Robben aus Protest den Handschlag verweigern würde.

15:28 Uhr

Gladbach und Dortmund jeweils in den Trikots der kommenden Saison. 1:0 für den BVB.

15:30

Freunde, es ist soweit: 34. Spieltag, alles ist möglich. Vier-Minuten-Meisterschaften, überraschende Wendungen, vielleicht sogar Vizekusen. Es bleibt nur zu sagen: Danke. Und viel Spaß.

1.

Anstoß in beiden Stadien. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

3.

Hui! Erste Chance für Borussia Mönchengladbach. Witsel klärt mit dem Kopf, Drmic hält seine Frisur dagegen. Unentschieden.

4.

Und jetzt: TOOOOOR! Die Bayern, nach nur 180 Sekunden, zum 1:0. Lewandowski legt auf Müller, der lässig in den freien Raum auf Coman legt. Ich leg mich fest: Das beste Pep-Guardiola-Tor, dass die Bayern je geschossen haben.

5.

Aber klar, aus neutraler Sicht, kommt das Tor etwas zu früh:

7.

Also ganz ehrlich, hat jemand ernsthaft gedacht, dass auf diese Saison ein gutes, also ein richtig gutes Saisonfinale folgt? Wohl kaum.

9.

Laut Fuss hatten die Bayern schon Chancen für »zwei oder drei Tore«. Aber gut, wenn ich abends rausgehe, in die Eckkneipe gegenüber, dann hab ich auch »zwei oder drei Chancen«. Und am Ende gehe ich trotzdem allein nach Hause. Einziger Unterschied: Mein Gesicht.

11.

Dortmund (Symbolbild).

14.

Und Traoré schießt den Ball ans Lattenkreuz - fast das 0:1! Um es kurz zu machen: Bayern spielt Frankfurt her und Dortmund hat gegen Gladbach arge Probleme. Sie stehen derart an der Wand, dass ich mich nicht wundern würden, wenn der BVB bald als Dekoration in Kreuzberger Hipster-Wohnungen zu besichtigen wäre.

18.

Jetzt stolpert auch noch Thomas Müller durch den Strafraum. Beziehungsweise: Die Bayern sind auf den Punkt da.

21.

Ernsthaft, Dortmund ist derart unter Druck, würde mich nicht mehr wundern, wenn gleich ein sechsstündiges Ibiza-Video veröffentlicht werden würde.

23.

Okay, langsam kommt Frankfurt besser ins Spiel. Schlagen die langen Bälle sehr genau auf Hummels.

26.

Und jetzt: TOR! Langer Ball der Bayern in die gegnerische Hälfte, Gnabry gegen Trapp. Wenige Sekunden später steht er rührend an der Eckfahne. So schnell, McDonald's arbeitet bereits am Übernahmeangebot.

28.

Leute! Angela Merkel ist in wenigen Jahren nicht mehr Kanzlerin, Dieter Bohlen macht wieder erfolgreiche Musik, gestern kam sogar die Deutsche Bahn pünktlich. Worauf man sich in diesen Tagen also noch verlassen soll: den VAR. Mit einer Pointe, das wahrscheinlich Fips Asmussen vor dem Bildschirm sitzt, entscheidet auf Abseits. Bayern - Frankfurt weiterhin 1:0.

30.

De Guzman trifft die eigene Latte. Die beste Frankfurter Chance bis hierhin.

32.

»Herr Kovac, sind Sie neuer deutscher Meister?«
»Stand jetzt.«

34.

»Es ist noch Spannung drin«, sagt Buschmann. Unglaublich, jetzt müssen die Sky-Mitarbeiter schon Werbung für Sendungen machen, die bereits laufen.

35.

Und fern an einem Münchner See dröhnt die Stimme von Fritz von Thurn-Taxis: »Meisterschaftsfinale? Ich hab es nicht gesehen, aber soll briiiiima sein. Ich kann es nur empfehlen, schauen Sie gerne mal rein.«

38.

Nächste Chance für Gladbach. Kramer mit dem Kopf zur Stelle, aber drüber. Und Dortmunds HIntermannschaft läuft meist nur hinterher, hat so schwere Beine, dass man denken sollte, sie könnten heute noch etwas verspielen.

40.

Reus versucht sich im letzten Drittel durchzudribbeln, aber Gladbach macht es im eigenen Strafraum derart eng, sie könnten als Parklücke in Paris durchgehen.

42.

Videobeweis in Gladbach. Handspiel? Nein, var nix.

44.

Und jetzt? TOOOOOOOR für Dortmund. Weil Reus den Ball von der Torauslinie spitzelt und auf den freistehenden Sancho lupft. Ein Tor, das nichts ausrichtet. Und gleichzeitig, ein Tor, an das wir uns in fünf Jahren vielleicht noch einmal erinnern werden: Weißt du noch? Als Dortmund das 1:0 schoss, und dann Frankfurt die letzten Reserven fand und die Bayern abschoss? Als alle verrückt spielten, als alle weinten, zitterten, jubelten? Freunde, ich leg mich fest, das war der leiseste Startschuss aller Zeiten.

45.+2

Oha, Dortmunds Tor wird noch einmal kontrolliert. War der Ball vorher schon im Aus? Der VAR will es genau wissen, holt Milimeterpapier.

16:29 Uhr

Harte Analyse im Sky-Pausenstudio. »Also ich kann nur sagen: Ich hätte auf Aus entschieden«, jovialt Reiner Calmund. Aber ja, Calli, mit der Einstellung wird man halt auch nur Vizemeister.

46.

Wiederanpfiff. Kein Einspruch.

49.

Genial, die SPD wusste schon seit Wochen, wie sich Eintracht Frankfurt für diese letzte Halbzeit motivieren ließe: 

48.

Dortmund spielt hier wie der Koch, der für seine Fünf-Sterne-Cabonara noch dringend Eier braucht. Und im Autohandel steht.

50.

TOOOOOOOOOOR in München! Der eingewechselte Sébastian Haller wie einst Ronnie O'Sullivan: Behält trotz vieler Banden den Überblick, steht genau richtig und locht die Kugel ein. Bayern-Frankfurt 1:1. Die Meisterschaft, sie ist so spannend wie seit dem Anpfiff nicht mehr.

52.

Und im direkten Gegenzug: 2:1. TOOOOOR für die Bayern! Weil Trapp den Ball nicht festhalten kann und David Alaba zur Stelle ist. Toll: Aus Österreich dieser Tage nur gute Nachrichten.

54.

TOOOOR für Dortmund! Ein fantastischer Treffer, aus der eigenen Hälfte heraus, mit vielen kurzen Pässen, bis der Ball linksaußen bei Pulisic landet und der auf Reus querlegt. 2:0. Und in der Jubeltraube stellt Reus das Taschenradio auf, richtet die Antennen: Was macht München?

56.

3:1 Bayern. Renato Sanches mit der mutmaßlichen Entscheidung. Läuft zum Jubel bis an die gegenüberliegende Eckfahne. Sein bis hierhin bester Lauf.

58.

Die Bayern bringen gleich Ribery. Auch Robben dürfte noch eingewechselt werden. Was wäre das für eine Geschichte: Frankfurt foult drei Bayernspieler aus dem Spiel, dreht in doppelter Überzahl das Ergebnis und anschließend muss sich Uli Hoeneß vor die Presse stellen und erklären, dass die Meisterschaft nicht so viel wert ist wie ein Abschied von Legenden.

60.

Ribery wird eingewechselt. Ein toller Abschied für Niko Kovac.

63.

Und nur mal so zwischendurch: 18 Mannschaften, 9 Spiele, alle am Samstag um 15.30 Uhr. Bis zu zehn Minuten, um ein Tor in Düsseldorf zu zeigen. Was für ein wunderbarer Nachmittag.

66.

Robben sprintet zur Bayern-Bank, will endlich eingewechselt werden. Meine Güte, der Mann hat dermaßen viel Feuer gefangen, würde mich nicht wundern, wenn er Montagmorgen »Game of Thrones« entscheidet.

68.

Aktuell qualifiziert für die europäischen Wettbewerbe: RB Leipzig, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim, VfL Wolfsburg. Nur falls noch jemand vier Argumente für eine Frankfurter Aufholjagd benötigt.

71.

Toooor für die Bayern! 4:1, Franck Ribery hat getroffen. Und ganz München jubelt, Uli Hoeneß verdrückt sogar eine kleine Träne, Ribery reißt sich das Trikot vom Leib. Immerhin: Endlich mal eine Gelbe Karte, die angemessen scheint.

73.

Aber mal ernsthaft, abgesehen von aller Häme und berechtigter Kritik an Franck Ribery. Wie er gerade drei Frankfurter im Strafraum ausgetanzt hat, sie in die Leere hat laufen lassen wie einst seine Gegenspieler in den Käfigen von Boulogne-sur-Mer. Wie er noch einmal zeigt, dass er eben Ribery ist, jener Filou, der einst Christian Schulz mit einem einzigen Schubs des Balls bis auf die Unterhose lächerlich gemacht hat, verlässt in wenigen Minuten die deutsche Fußballbühne. Und das ist dann doch, allein um die Zeit, die vergangen ist und nicht mehr zurückkommen wird, sehr traurig.

77.

5:1 Bayern. Natürlich Arjen Robben. Wenn die Bayern ein Liebesfilm wäre, kurz vor dem Happy End würde auch noch die dicke Hausfrau ihren Liebsten, der eigentlich im ersten Weltkrieg gefallen ist, wiederfinden und heiraten. Und die Menschen würden es lieben.

79.

Auf der anderen Seite: Nur fünf Tore und Eintracht Frankfurt macht sich für immer unsterblich.

81.

Wie eng das Meisterschaftsfinale noch ist? Nunja, Arjen Robben spielt jetzt Doppelpässe mit sich selbst und in meinem Bauchnabel habe ich einen Flusen entdeckt, von dem ich schwören könnte, dass der dort heute Morgen noch nicht war.

83.

Ha! Mainz gleich gegen Hoffenheim aus und würde damit die Eintracht in den Europapokal schießen. Mainz, wie der Joghurt mit der Ecke, den man völlig versoffen nachts um 4.30 Uhr im letzten Winkel des eigenen Kühlschranks findet. Dessen Ablaufdatum längst überschritten ist, aber der immer noch gut ist, und vor allem gut schmeckt. Alles Mainz, oder was?

85.

Fast schon zu kitschig: Kurz vor Schluss verletzt sich Arjen Robben nochmal.

88.

Bayerns Stadionsprecher organisiert schon einmal die Meisterfeier. Die Schale wird Lothar Matthäus überreichen. Ich finde: Trotz dieser Saison haben die Bayern sowas nicht verdient.

90.

Und jetzt ist es vorbei: Das Meisterschaftsfinale, das nur für einen kurzen Augenblick noch spannend wurde. Die Karriere von Robben und Ribery bei den Bayern. Dieter Hecking bei Gladbach, Pal Dardai bei Hertha, diese Saison. Für wen das eine gute Nachricht ist? Wir werden sehen.

17:25 Uhr

»Ein Fotofinish«, sagt Fuss. (Symbolbild). 

17:36 Uhr

Tolle Sache: Auf dem Weg zur Bühne darf Robben nochmal elf Leute Spalierstehen lassen.

17:44 Uhr

Neuer übergibt die Schale an Robben, Ribery und Rafinha. Für mich die beste Aktion in Bayern seit dieser hier:

17:46 Uhr

Und jetzt alle:

17:49 Uhr

Freunde, bevor Niko Kovac weitere Tränen vergießt und wir uns noch mit den Bayern freuen, beenden wir den Ticker an dieser Stelle. Das war's! 34 Spieltage, spannender als wir es wohl für möglich gehalten hätten, am Ende: Mia san mia. Eine Saison wie ein Liebesfilm, dessen Ende wir uns hätten denken können. Und trotzdem, die Hoffnung lebt. In wenigen Wochen sehen wir uns wieder. Mit den Bayern als amtierenden Meister. Und vielleicht Paderborn. In diesem Sinne: Tschüss.