Grindel
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Erdogan

Die EM-Vergabe im Liveticker

Das Sommerbärchen

Sensationell: Deutschland gewinnt in Nyon nicht nur die EM 2024, sondern auch noch die Goldene Himbeere für das eigene Bewerbungsvideo. Führte wie immer routiniert Regie: der Liveticker. 

14:44 Uhr

Tach Freunde. Bums mich, gleich wird die EM 2024 vergeben. Und Sky Sport News HD lässt Halil Altintop gleich mal türkische Presseberichte übersetzen. Die so gar nicht kritisch berichten. Komisch...

14:46 Uhr

Geht das nur mir so, oder sieht das EM2024-Logo auf dem Bildschirm im Fernsehstudio wirklich aus wie eine Penny-Werbung für Deutschland-Schminke?

14:48 Uhr

Russland, Katar, Trump-USA und 2024 die Erdogan-Türkei? Bereitet fieberhaft die Bewerbung zur WM 2030 vor: Mordor.

14.49 Uhr

Hm. Tja. Hm.

14:52 Uhr

Noch tut sich nichts in Lyon. Beziehungsweise: Noch bereitet sich die türkische Delegation auf  ihr großes Finale vor. 

14:56 Uhr

Die Entscheidung verzögert sich. Wahrscheinlich, weil Grindel im Konferenzraum grade großflächig Kaffee auf Exekutiv-Mitglieder verschüttet hat. Also zumindest, wenn er sich im Umgang mit den UEFA-Granden grade genauso geschickt anstellt wie in der Öffentlichkeitsarbeit während der Özil-Affaire.

14:59 Uhr

Wer wird denn da gleich Mauscheleien vermuten, nur weil sich bei einer Hinterzimmer-Abstimmung der UEFA etwas verzögert? 

15:00 Uhr

Der Sky-Reporter erzählt von kindlicher, kribbeliger Weihnachtsstimmung in Nyon. Und, ein bisschen was ist ja dran an diesem Vergleich. Seine Mutti hat ihm heute früh wirklich seinen schönsten Wollpulli rausgelegt. 

15:03 Uhr

Sehr fair von der UEFA, die Vergabe nicht so spät abends zu verkünden, sondern auf den Nachmittag zu legen, damit Philipp Lahm auch dabei sein kann. 

15:05 Uhr

Die Entscheidung fällen im Übrigen 16 Männer und eine Frau. Klingt nach einem Dax-Unternehmen. 

15:07 Uhr

Hamit vergangenen Sonntag im Doppelpass, Halil heute bei Sky Sport News. Wenn eine Familie wirklich Opfer bringt für diese EM-Vergabe, dann sind das die Altintops. 

15:10 Uhr

Was gegen eine Vergabe an Erdogan spricht:
- prekäre Menschenrechtssituation
- Einschränkung der Pressefreiheit
- tausende grundlos Inhaftierte

Was für die Türkei spricht:
- einfachere Absprachen mit der UEFA per Handschlag

Könnte eng werden. 


15:12 Uhr

Und jetzt gibt es endlich Livebilder aus Nyon. Beziehungsweise: Archivbilder aus den Achtzigern. Die beste UEFA-Entscheidung seit Jahren. 

15:15 Uhr

Jetzt der deutsche Bewerbungs-Image-Film. Mit Philipp Lahm. Und Uwe Seeler. Der sich eine VR-Brille aufsetzt. Und dem dann, wenn es kein image-Film wäre, sondern die Realität, eigentlich total übel werden müsste, ob der hektischen Bilder vor seinen Augen und den komischen Drum&Bass-Sounds. Doch er schaut stoisch weiter. Was für ein Quatsch. 

15:17 Uhr

Die Türkei kontert. Mit wunderschönen Sonnenuntergangs-Bildern, einer angenehmen Erzählstimme, einer Computer-Animation, Leonardo DiCaprio als Fatih Terim und Hally Barry als Bond-Girl. 1:0 Erogan. 

15:20 Uhr

Die UEFA gibt Entwarnung. Die Entscheidung wurde vom unabhängigen Notar Blett Happer beaufsichtigt. 

15:19 Uhr

Tja. Und dann machen sie den einzigen Fehler, der das ganze Ding doch noch ins Wanken bringen konnte. Großaufnahme Pepe. Grindel bricht in Jubel aus.

15:23 Uhr

DA IST DAS DING!

15:24 Uhr

Grindel ist so unglaublich happy. Denn er weiß: Jetzt kann er nur noch über eine eigene Dummheit stolpern. 

15.25 Uhr

Heimlicher Gewinner der EM-Vergabe nach Deutschland: Dorothee Bär. 2024 lacht nämlich keiner mehr, wenn sie als Exklusiv-Partner des DFB die UEFA-Heinis in Flugtaxis durchs Land kutschiert. 

15:27 Uhr

Und das war es auch schon wieder. Die EM 2024 findet in Deutschland statt, Grindel bleibt im Amt, Erdogan guckt in die Röhre, Lahm darf heute Abend zur Belohnung eine halbe Stunde länger aufbleiben. Klopft sich bis 2024 selbst auf die Schulter: der Liveticker.