Bayern München

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BVB

Bayern - Dortmund im Liveticker

Stöger stabilisiert auch Bayern-Abwehr

Bayern gewinnt mit 6:0 gegen Dortmund. Das Ergebnis mag deutlich sein, doch entscheidend ist immer noch zwischen den Zeilen. Las wie immer nur Hoffnung auf: der Liveticker.

18.15 Uhr

Guten Abend. Bayern München gegen Borussia Dortmund also. Erster gegen Dritter. Klingt spannend. Ist es aber nicht. Bayern kann zwar dank des Schalke-Sieges dann heute doch nicht Meister werden, auf der anderen Seite sind es eben trotzdem noch 18 Punkte. Zwischen Erstem und Dritten. Zwischen Bayern und Dortmund. Traurig. Hoffen wir mal, dass es wenigstens ein gutes Spiel wird. Alles andere, um es mit dem Worten von Mehmet Scholl zu sagen, ist primär.

18.16 Uhr

Karl-Heinz Rummenigge im Interview, sagt: »Ich konnte nicht sein.« Was für ein Poet. Was für ein Philosoph. Und dann sagt er auch noch, dass der neue Trainer bis Ende des Monats vorgestellt werden würde, dass der deutsch sprechen werde und dass man Andreas Rettig »nicht zu ernst« nehmen darf. Und da man das hört, von dem Mann, der nicht »sein konnte«, denkt man sich: Wer im Glashaus sitzt, sollte einfach auch mal nichts sagen.

18.22 Uhr

Gilt natürlich nicht für Lothar Matthäus, den Sky-Experten, den Experten-Experten, der »glaubt, gehört zu haben«, dass Nico Kovac neuer Trainer bei den Bayern wird. Glaubt, gehört zu haben? Treibt sich Lothar den Tag über auf den Sanitär-Anlagen an der Säbener Straße herum und macht auf langes Ohr? Ist Lothar einfach audio-religiös? Und: was ist das?

18.25 Uhr

Zu den Aufstellungen, zur Startelf der Bayern: Ulreich - Rafinha , J. Boateng , Hummels , Alaba - Javi Martinez - T. Müller , James - Robben , F. Ribery - Lewandowski

18.26 Uhr

München also wieder ohne Adolfo Valencia. Heynckes raus. Meine Meinung.

18.27 Uhr

Und hier die Aufstellung des BVB: Bürki - Piszczek , Sokratis , Akanji , Schmelzer - Castro , Dahoud - M. Götze - C. Pulisic , Schürrle - Batshuayi

18.29 Uhr

Dortmund also mit dem PSB-Sturm. Was so niemand sagt. Aus gutem Grund.

1.

Anpfiff. Anstoss Dortmund, Ballgewinn Bayern. Niko Kovac gefällt das.

2.

Batshuayi in Großaufnahme. Zeigt entschlossen irgendwo hin, malmt dabei seinen mächtigen Kiefer zu Worten, von denen Lothar Matthäus sicher glauben wird, sie gehört zu haben. Malmt so mächtig, dass man aber ohnehin, ohne zu glauben, ohne irgendwas zu hören, einfach so zustimmen möchte. Ja, Michy, jaja. Und dann denkt man sich noch, kommt er einem nicht bekannt vor, dieser Mann, dieser Kiefer, dieser Zeigefinger? Ist das nicht der Choreograph von Mr. T aus dem A-Team? Und hatte Mr. T aus dem A-Team einen Choreographen? Und warum nicht?

4.

Thomas Müller mit einem ersten Thomas-Müller-Abschluss. Also einem Abschluss, halb Gewalt-Roller, halb »Wieso war das denn jetzt überhaupt plötzlich eine Torchance und stand der Müller nicht eben noch am Flughafen«?

5.

»Das ist kein Abseits von Lewandowski«, brüllt Kommentator Wolff Fuss und beweist: Wer schreit, hat Unrecht. Denn es ist Abseits, aber das stört weder Lewandowski, noch Schiedsrichter Bastian Dankert noch den Fußballgott, der offenbar noch was zu tun hat heute und hier mal gar nicht erst sowas wie Spannung aufkommen lassen will. 1:0 für die Bayern. Weil Müller plötzlich Lewandowski sah, der zwischen den Käselöchern der Dortmunder Abwehr eine Autobahn für sich hatte und dann noch das Abseits auf seiner Seite. Naja. Mia san bedient.

6.

Ja ist denn schon Ostern?

9.

Ja gut, äh. 2:0 für die Bayern. Oder aber doch nicht. Dahoud hat zu viel Skeleton gesehen, rutscht im Laufduell mit Thomas Müller in Richtung Alpen weg — Bestzeit. Kümmert Müller wenig, der flankt in die Mitte, wo James Rodriguez zunächst verpasst, Ribery aber nicht. Tango, Tänzchen, eins, zwei, drei — Tor. Und kein Tor. Denn jetzt endlich erkennt der Schiedsrichter auf Abseits. Vermutlich. Warum, wüsste der Wind.

12.

Götze bisher mit einer seiner besseren Vorstellungen für den FC Bayern.

14.

Jetzt aber. 2:0 für die Bayern. James Rodriguez. Der selbst einleitet, aus 25 Metern raus gibt auf Alaba, der einfach lang und flach zurückgibt zu James, inzwischen in den Strafraum eingedrungen, oder aus Dortmunder Sicht: in die Geschenke-Abteilung. Und dann muss er nur noch sein goldenes, linkes Füßchen gegen den Ball halten, dieser James, auf dass der Ball recht ungehindert aus elf Metern ins Glück strahlt. Und was auch immer der Plan war der Dortmunder für dieses Spiel — verteidigen war es nicht.

17.

Traurig, aber wahr: Das ist kein Klassenunterschied. Das ist eine andere Sportart, die beide Teams hier spielen.

20.

Das Spiel jetzt ungefähr so spannend und chancenreich wie ein brandaktuelles Rededuell zwischen Lenin und Putin.

23.

»Wie im Training«, sagt Wolff Fuss zum 3:0, das über links, über Lewandowski, James und das Knie von Thomas Müller zum Tatbestand wird. Kann man sich allerdings nicht vorstellen, dass die Trainingsspiele so ein schlechtes Niveau haben.

26.

Aus der Reihe »Umstrittene Aussagen«:

- Der Islam gehört nicht zu Deutschland

- Ich hatte nie Sex mit dieser Frau

- Peter Stöger hat den BVB defensiv stabilisiert

29.

Castro geht. Kuba jubelt auf. Dortmund auch.

30.

Neu im Spiel: Julian Weigl. Kommt also bei 0:3. Als würde man einen Krieger aus dem Mittelalter in die Kriegsregionen der Moderne entsenden und sagen: nun klärt das mal für uns. Du und dein Stock.

33.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, BVB ist ein Anagramm für Phlegma.

36.

Könnte einer der besten Filme des Jahres 2018 werden — »James Rodriguez in: Der Sechser«. Eine Leistung des Kolumbianers, als würde man einen kompletten Regenbogen auf die Netzhaut schütten, während eine Stimme, die angenehmste, fortwährend säuselt: Mmmmmmhhhhhhhhh.

39.

Der BVB jetzt wie ein Beatnik. Und also flotten Jazz auf das gedachte Ohr, als würde man wie Lothar Matthäus glauben, etwas zu hören, und dann spricht einer, als müsste er schnell was los werden, vielleicht, weil die Blase drückt, was den Auftritt der Dortmunder ja irgendwie erklären würde immerhin. Jedenfalls spricht er. »Schürrle: Will. Mit. Dem. Außenrist. Spielen. Spielt. Einfach. Nur. Geradeaus. Ins. Aus. Aua. Aua. Aua. Au.«

42.

Gute Nachrichten für alle Dortmund-Fans: Nur noch drei Minuten bis Buffalo, nur noch drei Minuten bis zur Halbzeit.

43.

Robben mit viel Anlauf, mit einem typischen Robben dann, von links nach innen, nur eben daneben der Abschluss dann, hauchzart. Und ich muss mich korrigieren, nicht nur das Training der Bayern wird für die Bayern anstrengender sein als dieses Spiel. Ein Tankvorgang, ein Supermarkt-Besuch, ein Mittagsschläfchen ist anstrengender für die Bayern-Profis als diese Partie.

44.

tor. lewandowski. oder nicht? der videobeweis hat noch so seine zweifel. ribery tanzt schon in richtung mai, geht dann in den engtanz mit halb dortmund, ehe er den ball in die mitte des fünfers chippt, wo lewandowski die pille über die linie grätscht. warum der videobeweis da eingreift? warum denn nicht? weil er kann. weil eh alles egal ist. zählt dann ja doch. toll. oder würg. sucht euch was aus. ist alles egal. ganz egal. 

45.

5 zu N U L L ! ! 1 ! Ribery bereitet sich selbst vor, also sein Tor, wobei, die gelben Pylonen, die ja eigentlich Spieler sind, bereiten ihm auch eine schöne Gasse. Hier könnte auch ein Flugzeug landen, die Einweiser aus der Dortmund-Abwehr würden das schon machen, immer schön Richtung Tor, da ist noch Platz, da geht noch einer rein. Und dann greifen die Menschenrechte, wenn schon der Videobeweis und sonst nichts klappt, was dieses Gemetzel aufhalten könnte, denn dann pfeift Schiri Dankert zur Halbzeit.

19.25 Uhr

+++Eil++++++Eil++++++Eil+++ Ad-Hoc-Meldung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA: »Scheiße!!!« +++Eil++++++Eil++++++Eil+++

19.27 Uhr

Tuchel raus!

19.31 Uhr

Was Dortmund jetzt noch Hoffnung macht: . Ende der Liste.

46.

Anstoss zur zweiten Halbzeit. Falscher Anstoss durch Müller. Läuft einfach nicht bei den Bayern.

47.

Kimmich neu im Spiel für Alaba. Rafinha wechselt die Seite. Würden die elf Dortmunder vermutlich auch gern.

48.

Ostern, das Fest der Auferstehung. Und alle Dortmund-Fans so: »Hör mir auf, Du...«

49.

Dinge, die in ihrer Veranlagung spannender sind, waren oder wären als diese zweite Halbzeit:

- Wahlen in der DDR
- Ein Boxkampf zwischen Mike Tyson und einem Pappaufsteller
- Alles andere

53.

Apropos Boxen: Ein weißes Handtuch würde dem Spiel gut tun.

54.

Lothar Matthäus glaubt übrigens gehört zu haben, dass die Bayern hier führen.

55.

»Müller, hat er sich in der Idee geirrt«, sagt Wolff Fuss zu einer verunglückten Aktion des bayrischen Wuseldusels. Immer noch besser als das, was den Dortmundern hier widerfährt. Die haben sich mal eben komplett in der Sportart geirrt. Dem Verein der Freunde des Schattenboxen gefällt das. Immerhin.

57.

Jupp Heynckes im Bild. 72 Jahre ist er inzwischen alt. Fun Fact: Die Dortmunder sehen älter aus.

60.

Bayern weiter mit Drang, Geilheit, Willen. Als würde der Schulschläger dem Streber nicht nur das Geld abnehmen und das Mittagessen, sondern auch noch die Hausaufgaben wollen. Und die Luft, die er atmet. Und den Vornamen. Und dann fragt er nach seiner Seele, und der Streber sucht und sucht und sucht, und dann weint er in den Tag: hab ich nicht.

63.

Wie tickert man eigentlich von einer Beerdigung? Frage für einen Freund. Also für mich. Meinen einzigen Freund.

64.

Weigl foult Ribery, der Weigl foult. Beides dämlich. Unentschieden also in dieser Szene. Immerhin.

66.

Götze. Pfosten. Macht selbst was draus. Egal was. Es stimmt vermutlich alles.

67.

Dortmund seit über 20 Minuten ohne Gegentor. Und einmal mehr hat Stöger die Defensive des BVB stabilisiert. Dieser Teufelskerl.

70.

Ach ja: Thiago für James Rodriguez im Spiel, Rudy für Ribery. Was auch bedeutet, in Hinsicht auf das Hinspiel gegen Sevilla kommende Woche, dass Jupp Heynckes also denkt, die beiden sollten dann besser mal so richtig fit sein, weil sie gerade mal so richtig gut drauf sind. Und was soll man sagen? Sind sie. Und wenn man es mit den Bayern halten würde, würde man raunen: Nehmt den Heynckes runter, da von seiner Trainerbank. Den brauchen wir in der kommenden Woche, der ist gut drauf grad.

73.

Dass die Bayern auch jetzt noch spielen, als würden sie immer weiter anrennen müssen, um endlich das 1:0 zu erzielen, und dass die Dortmunder auch jetzt noch so spielen, als wären sie mit einem 0:0 im Rückspiel befriedigt, das, liebe Freunde, ist die Definition von: Bezeichnend. Und zugleich auch: Traurig.

76.

Weil grad nicht viel passiert auf dem Rasen, nutzen wir die Zeit, um die weisen Worte von Andreas Rettig zu zitieren, weil man das immer wieder tun sollte: »Karl-Heinz Rummenigge war ein erstklassiger Stürmer.«

78.

Nuri Sahin kommt. Für Mario Götze. Der mit Pfiffen bedacht wird. Und dann sieht man mal, dass so ein 0:5 eben auch nur relativ peinlich ist.

81.

Piszczek mit einem Torschuss. Und das Stadion raunt höhnisch. Als würde ein junger Mann immer und immer wieder hinüber gehen zu einer jungen Frau, ihr Komplimente machen, nach ihrer Telefon-Nummer oder gleich einer Verabredung fragen, und immer und immer wieder würde die junge Frau sagen: Hau ab! Und trotzdem würde der junge Mann erneut hinüber gehen, die Augen voller Hoffnung, das Herz voller Mut, und würde sagen: und jetzt? Aber genug von mir. Noch zehn Minuten. Dortmund bei dem Spielstand weiterhin Dritter. Man muss ja auch mal das Positive sehen.

84.

Wie die Laufwege der Dortmunder Offensive entstehen? Ganz einfach:

87.

Wenn die Dortmunder Spieler ehrlich wären, würden sie auf jede Frage, die im Laufe des noch kommenden Abends auf sie einprasseln werden, antworten: »Scheiß Frage.«

87.

6:0 Bayern. Also kein Tie-Break mehr. Immerhin. Müller über rechts und mit der Hacke auf Kimmich, der auf Lewandowski buttert. Und den, liebe Freunde abgehangener Floskeln, den hätte dann auch meine Oma gemacht, Mit dem Rollator. Während sie ihn repariert, den Rollator. 

90.

Dortmund bei Spiel weniger nur noch drei Punkte und sieben Tore vor Eintracht Frankfurt. Spielen die Bayern bereits für ihren neuen Coach? Tickere ich hier Spannung ohne Strom? Gut, dass das hier ein Service-Portal ist. Daher kommen prompt die Antworten: nein, ja, vielleicht. Danke. Bitte.

20.20 Uhr

Und dann ist es vorbei. Bayern siegt mit 6:0 über Borussia Dortmund. Was war das? Keine Ahnung. An diesem Spiel, an diesem Ergebnis, an diesem Duell, immerhin das zwischen dem ersten und dem dritten der Liga, mutet derart viel seltsam an, dass es schwer fällt, darüber ad hoc ein Urteil zu fällen. Muss man sacken lassen, den Wahnsinn. Nur eine Wahrheit beschleicht einen dann doch: Wie immer die Antworten ausfallen — sie werden uns nicht gefallen. Gut, dass es nur Fußball ist und morgen, also kommende Saison, schon wieder alles ganz anders aussehen kann. Darauf dann: Prost. Guten Abend allerseits und frohe Ostern. Und immer dran denken: Eier, wir brauchen Eier!

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