Australien

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Deutschland

Australien-Deutschland im Liveticker

Wahnsinn: U21 siegt auch gegen Australien

Drei Tore zum Auftakt. Tolle Kombinationen. Junge Spieler. Und wenn Bernd Leno demnächst noch ein paar Bälle hält, wird Deutschland vielleicht schon in diesem Sommer Weltmeister.

imago

16.45 Uhr

Hallo zum ersten Videobeweis-Spiel mit deutscher Beteiligung. Heute ist der Videoschiedsrichter nur einmal in Erscheinung getreten. Als er dieses Schild am Kühlschrank anbrachte:



16:49 Uhr

Ansonsten kann ich euch mitteilen, dass der Kollege Dinkelaker heute Mittag beim Trödelhändler seines Vertrauens zugeschlagen hat. Glückwunsch!

16.51 Uhr

Ansonsten interessiert euch vielleicht, dass bei Australien Tim Cahill im Kader steht. Nicht schlecht! Der Mann war immerhin schon Nationalspieler, als Helmut Kohl in seine erste Amtszeit ging.

16.52 Uhr

Kommentator ist Bela Rethy. Informiert, dass der Schiedsrichter früher Mathe-Lehrer gewesen sei. Ich bekomme sofort Schweißausbrüche und verzweifle wieder an einer Algebra-Rechnung aus der Abi-Prüfung.

16.55 Uhr

Die Hymnen. Wann darf Sarah Connor eigentlich mal wieder performen? Und kann Holger Stanislawski nicht auch singen? So macht uns das keinen Spaß mehr. Wir sind Fußbalfans – und wir haben das ZDF-Entertainment-Fußball-Paket gebucht. Oder nicht?

16.59 Uhr

23.000 Zuschauer im Stadion. Etwa ein Drittel davon sind Schiedsrichter.

1.

Anstoß. Ob regelkonform oder nicht, erfahren wir leider erst nach Rücksprache mit Redaktions-Maulwurf Asmus, dem 11FREUNDE-Videoassistenten. Wir glauben aber: jein.

2.

Jetzt also Deutschland gegen Australien. Oder wie es sonst heißt: Work and Travel.

4.

Deutschland heute erstmals bei einem Turnier mit Wagner und Stindl, dafür erstmals seit immer ohne Kohl. Und, natürlich, so musste es ja kommen: Auf dem Feld blüht rein gar nichts. 

5.

Und nach fünf Minuten ist es so weit. TOOOOOOOOR. Für Deutschland. Also glauben wir, weil wir bisher noch nichts Gegenteiliges vom Videoassistenten gehört haben. Insofern warten wir lieber noch zwei Minuten mit der Beschreibung. 

7.

Also, Nachtrag zum Tor: Brandt, dieser flinke Außenstürmer, schmeißt kurz den Turbo an, geht auf Außen vorbei, passt dann lehrbuchmäßig in den Rückraum, wo keiner steht außer Lars Stindl. Und der stille Gladbach-Kapitän, der bisher in erster Linie damit auffiel, viel zu können, aber nichts so richtig gut, kann sich die Ecke aussuchen und entscheidet sich dann für die Mitte, logisch. Die Deutschen also schon nach fünf Minuten für die Australier wie eine Lawine: in weiß und tierisch unangenehm.

11.

Deutschland jetzt mit viel Ballbesitz bei Mustafi, Rüdiger und Hector und damit wie Polizisten bei einer Demo: auf der sicheren Seite.

13.

Ich gucke dieses Spiel im Übrigen nur, um Hertha-Neuzugang Metthew Lecki, diesen Endgegner für jeden Menschen mit »th«-Schwäche, mal über 90 Minuten zu beobachten. Bisher muss ich sagen: Ich habe ihn mir exakt so limitiert vorgestellt.

16.

Erste Viertelstunde vorbei. Zeit für ein Symbolgif.

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18.

Große Chance für Wagner. Nach feiner Flanke fällt der Mann wie eine 300 Jahre alte Eiche – während er an die Torprämie denkt.

20.

Rudy versucht sich mit einer Art Fieldgoal und zimmert den Ball aus 20 Metern in Richtung Usbekistan. Aber, irre Wende: Der Ball landet zwei Minuten später bei uns im Hinterhof. A message from you, Rudy! Dankeschön.

21.

Löw und Schneider sehen in ihren Jeans-Hemden ein wenig aus wie zwei Marlboro-Männer. Ohne Zigarette. Und ohne Pferd. Kurzum: Sie sehen eher aus wie Boss Hoss. Was uns nun doch ein wenig traurig macht.

25.

Brandt auf rechts unterwegs. Nach feinem Pass von Goretzka. Rutscht dann aber aus. Steht auf. Schießt mit links. Ein toller Spieler. Arjen Robben wäre jedenfalls sieben Minuten liegengeblieben und hätte auf den Krankenwagen gewartet.

27.

Fast noch toller: Sandro Wagner. Der taucht wenige Sekunden später auf halblinks auf und steht plötzlich alleine vor dem Tor der Australier. Aber zieht links vorbei. Das gibt uns die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass Löw und Schneider ihre Schuhe auf ihr Jeans-Outfit abgestimmt haben. Schön.

29.

Julian Brandt. Immer wieder Julian Brandt. Schießt aus 20 Metern aufs Tor. Und plötzlich, so Bela Rethy, füllt sich auch das Stadion. Julian-Brandt-Jünger aus ganz Russland eilen herbei, um diesen blonden Wunderknaben anzufeuern. Und er verneigt sich freundlich. Ein toller Mann. Ein Mann wie Steffi Graf.

31.

Rethy sagt: »Es ist ein Klassenunterschied!« Der Spielstand zeigt weiterhin: ein Tor Unterschied.

32.

Dann sagt Rethy: Es fehlen nur noch mehr Tore. Und wir dachten, für den Moment gebe es genügend hirnrissige Regelvorschläge.

34.

So oder so, Deutschland hier mit mehr Druck als der durchschnittliche Malle-Fahrer nach drei Tagen erfolgloser Balz. Australien nach vorne dagegen umständlicher als dieser Herr.

36.

Apropos Australien: Dieser als Land getarnte Kontinent hat übrigens keine offizielle Amtssprache. Was mich einigermaßen überrascht, schließlich sprechen zumindest die elf Mann auf dem Platz alle fließend tacklisch. 

37.

Und dann plötzlich die große Chance für die Australier. Freistoß in den Strafraum, der Ball segelt an allen außer der Nummer 20 vorbei, doch der setzt den Ball -  wohl als Reminiszenz an Ex-Kanzler Kohl - mit der Birne daneben. Sehr fair, diese Socceroos. 

38.

Also halten wir fest, dass Bernd Leno, dieses Torhütertalent, weiter keinen Ball halten musste. Irgendwie zu gleichen Teilen rührend und falsch, die Worte Bernd und Talent in einem Satz zu verwenden.

40.

Und kaum sage ich es, macht Bernd Leno wieder das, was sich für einen ordentlichen Bernd gehört. Er versaut`s. Anders ausgedrückt: Der Schuss von Rogic flutscht ihm durch. 1:1, Ausgleich. 

42.

Wieder nur zwei Minuten später senst irgendwer Goretzka um und es gibt Elfmeter. Kapitän Draxler, der aus Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber heute netterweise auf die Regenbogen-Binde verzichtet hat, bleibt cool und schiebt ein. 1:2, Deutschland führt wieder. Und wir legen uns fest. Bernd Leno hätte den auch nicht gehabt. 

45.

Fast pünktlich pfeift Schiedsrichter Geiger die bisher torreichste Halbzeit des Confed Cup ab. Und der Ticker spielt einfach weiter wie bisher. Als zweite Geige. 

Halbzeit

Pause und »heute Xpress« erdet uns sofort wieder mit Nachrichten über Terror und Tod und den Brexit. Verrückt, dass es Dinge gibt, die mit einem machen, dass man sich die Confed-Cup-Übertragung zurück wünscht. 

17:59 Uhr

Obacht: Jetzt kommt Robbie Kruse. Mit der Nummer 10. Wenn jetzt irgendwer den deutschen Spielern zuraunt, dass der Typ angeblich mal erste Liga gespielt hat, könnte es noch mal eng werden. 

46.

Anstoß. Die Deutschen haben gewechselt. Statt Löw (57) sitzt nun Löw (21) auf der Trainerbank.

48.

Tor! 3:1. Goretzka, der Ex-Bochumer, trifft zum 3:1. »Ex-Bochumer« steht an dieser Stelle übrigens nur, weil Kollege Christoph Biermann ins Zimmer kommt – mit VfL-Schal, Mütze und Kutte bekleidet – und einen Ein-Mann-Fußgänger-Korso startet.

51.

Kurze Zwischeninfo: Australiens Torschütze Rogic hat laut Datenbank bislang zwei Ballkontakte, also lächerliche zwei Ballkontakte mehr als wir. Ein kleiner Skandal, dass wir nicht wenigstens in der Zweiten Bundesliga spielen.

53.

Brandt, Rudy, Goretzka. Eine schicke Dreikombi, die allerdings auf der Tribüne endet. Der Videoschiedsrichter überprüft derweil noch einmal das Tor von Leon Goretzka. These: Der Vierte Schiedsrichter stand im Abseits.

56.

Nun mal, gefährliche Freistoßsituation direkt am Strafraum. Und dann steht es plötzlich nur noch 3:2. Aber zählt das Tor? Der Videoschiedsrichter rechnet gerade noch etwas aus. Mit Pi und und mit eckigen Klammern. Wir sind draußen. Bis gleich.

59.

Die Frage war: Hndspiel oder nicht? Entscheidung: kein Handspiel. Weder vom Australier noch vom deutschen Torhüter Bernd Leno. Ein Patzer der Marke Tomislav Piplica trifft Oliver Reck.

61.

»Vogelwild in Sotchi«, sagt Bela Rethy. Klingt nach einem Sat1-Softerotikfilm aus den späten Achtzigern.

63.

Zeit für einen kurzer Blick auf Bernd Lenos Run auf den Stammplatz in der Nationalelf.

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65.

Jetzt Freistoß Deutschland, aber Kruse, dieser Teufelskerl, hält den Wirsing rein und blockt ab. Finden wir in Ordnung. 

66.

Jetzt mal der Neu-Berliner über außen. Für die Aktion gehört er allerdings mindestens verwarnt. Immerhin ist rechts überholen meines Wissens verboten.

69.

Australien kominiert jetzt teilweise über mehr als eine Station. Verwunderlich, wirkten die Versuche der Mannschaft in der ersten Halbzeit doch noch hoffnungsloser als der Tag der offenen Tür in einem U-Boot. Geht im Zweifel mit unter: der Ticker.

71.

Und während sich das Spiel ein bisschen beruhigt, hat Kollege Bock endlich wieder Zeit für die wichtigen Dinge in dieser Redaktion. Hier sein Arbeitsnachweis der letzten vier Minuten.

73.

Schuss Australien, aber Leno fängt (!) den Ball. Sicher. Und auf irgendeiner Luxus-Yacht dieser Erde fängt Manuel Neuer an, nervös an seinen Nägel zu kauen. Also vielleicht.

74.

Mal wieder ein Highlight, weil: Werner kullert den Ball an den Pfosten. Also weiterhin Australien zwei, Süderbrarup drei.

77.

Eine Viertelstunde vor Schluss kommt Emre Can für Lars Stindl. Also ein Sechser für einen Stürmer. Löw, dieser Schisser. 

80.

Australien mittlerweile mutiger. Auch weil Deutschland gar nicht so übermächtig ist, wie die Elf von Down Under angenommen hatte. Symbolbild:

84.

Immer wieder schön: Deutschland-Fans bei Deutschland-Länderspielen. Eine Reise in den Schland-Abgrund. Es ist wie immer alles dabei: Schwarz-Rot-Gold-Cowboyhüte, Schwarz-Rot-Gold-Oberlippenbärte, Schwarz-Rot-Gold-Iros. Und dann summen sie »Dieser Weg wird kein leichter sein«, während Xavier Naidoo irgendwo in Mannheim sitzt, von Marionetten fabuliert und mit Reichsbürgern über die Deutschland GmbH fabuliert. Ach, ja. Wo waren wir? Fußball. Okay. Weiter geht's. 

87.

Bernd Leno wieder mit einer sonderbaren Aktion. Sein Pass auf den eigenen Abwehrspieler gerät jedenfalls arg kurz. These 1: Er ist total nervös. These 2: Er hat im Sommer 2018 wichtige Termine (z.B. eine mehrtägige Spazierfahrt im eigenen Pkw durch die Leverkusener Altstadt).

88.

Bernd Leno hält einen Ball fest.

90.

Wenn Rethy schweigt und die Jubelrussen und die Jubeldeutschen etwas ruhiger sind, dann wirkt die Tonspur manchmal, als sei sie bei einem Bezirksligaspiel in Süd-Brandenburg aufgenommen worden. Man hört jedes Wort von der Seitenlinie. Kommt gleich Uschi aus dem Klubheim und schimpft beim nächsten Foul: »Ruig Kinenrs! Wir müssen alle Montag wieder arbeiten!«?

90. +1

Timo Werner nimmt es mit 16 (circa) Australiern auf. Wahnsinn!

90. +4

Australien drängt jetzt wirklich auf das 3:3. Wir zitieren an dieser Stelle noch mal Bela Rethy und Sebastian Kehl: »Ein Klassenunterschied!«

18.52 Uhr

3:2 gegen Australien. Im Confed-Cup. Wer soll diese Mannschaft jetzt noch schlagen? Können wir jetzt bitte direkt das WM-Finale 2018 ausspielen? Und wenn wir gerade dabei sind auch das WM-Finale 2022? Und dann noch den Videoschiedsrichter-Cup 2028? Und dann wieder zu den wichtigen Dingen im Leben kommen: Fußball!?

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