Zvjezdan Misimović über die Sensations-Meisterschaft 2009

»Wir durften keine Meisterfeier organisieren«

Mal abgesehen von dem Ziel, es hoch auf den Berg zum Kuchenessen zu schaffen: Was für Ziele hatten Sie sich als Mannschaft im Sommer vor der Saison gesetzt?
Wir wollten wieder international spielen. Das Jahr davor hatten wir uns ja auch für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Also war das auch für diese Saison wieder unser Ziel. Doch dann kamen unsere Ups and Downs in der Vorrunde. Zuhause waren wir recht erfolgreich, aber auswärts haben wir wenig auf die Reihe gekriegt. Im Laufe der Rückrunde hat sich das dann ja zum Glück geändert.

Das letzte Spiel der Hinrunde verloren Sie in Bremen mit 1:2, danach verabschiedeten sie sich als Bundesliga-Neunter in die Winterpause. Haben Sie damals daran geglaubt, dass Sie noch Meister werden könnten?
Ich denke, dass das zu der Zeit nicht realistisch war. Obwohl die Bayern nicht so dominant spielten wie in den Jahren zuvor, waren sie der klare Favorit. Aber der Trainer hat uns ständig unsere Ziele vor Augen geführt und uns dran erinnert, was wir uns vor der Saison vorgenommen hatten. Und wir wussten ja auch, was wir eigentlich drauf haben. In der Rückrunde konnten wir das dann wieder umsetzen und haben angegriffen.

Vor dem 34. Spieltag und dem Rückspiel gegen Bremen trennten Sie nur zwei Punkte vom FC Bayern und dem VfB Stuttgart. Doch gegen Werder wirkte die Wolsfburger Mannschaft nicht so, als stünde sie unter Druck.
Weil das Spiel sehr schnell eindeutig in unsere Richtung kippte, nach 15 Minuten stand es schon 2:0. Die letzten zwanzig Minuten war dann klar, dass uns nichts mehr passieren würde. Da war die Stimmung natürlich am Kochen und alle sind ausgeflippt. Die Zuschauer standen am Spielfeldrand und konnten den Apfiff kaum erwarten. Ein unglaublicher Tag. Aber man realisiert nicht sofort, was da passiert ist. Das kommt erst Monate oder Jahre später.

Gefeiert wurde trotzdem direkt nach Spielende und nicht erst Monate später.
Wir waren essen, danach haben wir eine private Feier gemacht. Die hatte die Mannschaft schon vor dem Spiel organisiert, obwohl das zuvor eigentlich vom Trainer verboten worden war. Er sagte uns, so etwas würde man nicht machen. Es sei ein schlechtes Omen, weil ja auch noch etwas schief laufen könnte. Aber wir haben uns trotzdem dafür entschieden, die Party zu organisieren und hatten am Ende ja auch Recht damit. Ich konnte leider nicht so lange machen, weil ich für die letzten drei Spiele wegen meiner Verletzung fit gespritzt wurde. Auf der Feier haben die Schmerzmittel dann nachgelassen, deshalb musste ich leider früher nach Hause.