Wunschzettel an den DFB

»Der DFB wirkt wie ein Raumschiff«

Zwischen Traumwelt und Realität: die Kluft zwischen DFB und den Amateurvereinen wird immer größer. Der FC Internationale Berlin schickt deshalb 11+1 Wünsche an DFB-Präsident Reinhard Grindel. 

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Das Ende ist nah. Zumindest für viele Amateurvereine. Kaputte Sportplätze, marode Kabinen und löchrige Tornetze sind abseits der heilen Bundesliga-Welt bei vielen Vereinen inzwischen Standard. Kein Geld für Sportstätten, keine Hilfe bei der Integration, fehlende Kommunikation – in den Hochglanzvideos des DFB ist davon nichts zu sehen. Über Slogans wie »Unsere Amateure. Echte Profis«, können viele Amateurvereine nur den Kopf schütteln. Warum ist das so?

Gerd Thomas sitzt im Vorstand des FC Internationale Berlin. 2013 überreichte der DFB dem Schöneberger Verein und seinen 1000 Mitgliedern den Integrationspreis. Kurz nachdem Rainhard Grindel beim DFB-Bundestag in Erfurt unter dem Motto »Vereint neue Wege gehen« als Präsident bestätigt wurde, verfasste der Vorstand des FC Internationale einen Wunschzettel an den DFB. 11+1 Themen spricht der Verein an, die eine dringende Aufbesserung benötigen. 

Herr Thomas, der erste Wunsch an Rainhard Grindel lautet »Werden Sie der Präsident der Amateure«. Warum ist dieser Appell überhaut nötig? 
Weil es zwischen DFB und den Amateurvereinen keinen Austausch gibt. Der Präsident sollte wissen, was seine Mitglieder bewegt und wie die Realität in vielen Amateurvereinen vor Ort aussieht. Es gab und gibt eine ganze Menge Probleme, die das Vertrauen zum DFB sehr beschädigt haben. Viele Vereine fühlen sich im Stich gelassen.


Welche Probleme sind das in erster Linie?
Es heißt immer, dass Fußball die Menschen verbindet. Das schreiben sich Verbände gerne in Großbuchstaben auf ihre Fahnen. Die Arbeit vor Ort machen aber die Vereine. Deshalb sind wir unter anderem auch Integrationsexperten. Uns hat aber noch nie jemand vom DFB gefragt, wie wir arbeiten. Was macht ihr genau? Was braucht es, um erfolgreich zu »verbinden«? Woran scheitert es? Das führt dazu, dass immer wieder dieselben Fehler gemacht werden. Deshalb sprechen wir auch klar unsere Gemütslage aus. Wir sollen an vielen Stellen das reparieren, was die Politik nicht mehr hinkriegt: Prävention, Integration, Kinderschutz, Flüchtlingsarbeit. Doch es kommt nicht einmal dazu, darüber zu diskutieren.