Wie wird man U21-Europameister, Dominik Kohr?

»Denen zeigen wir es jetzt«

Die U21 trat in Polen ohne zahlreiche Stammspieler an - und wurde überraschend Europameister. Mit dabei: Leverkusen-Neuzugang Dominik Kohr. Er erzählt von der Partynacht in Krakau, lockeren Spaniern und dem besten Techniker im Team. 

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189

Mit Dominik Kohr - Spitzname »Hardkohr« - sprachen wir, als er sich für das 11FREUNDE-Bundesliga-Sonderheft (#189) als Fleischer verkleidete. Das Sonderheft ist seit heute überall im Handel, unter anderem mit Geschichten über und mit: Dieter Hecking, Christian Streich, Benedikt Höwedes, Werder Bremen, Marc Schnatterer, Julian Baumgartlinger, Daniel Didavi und den König von Aue.

Das Bundesliga-Sonderheft gibt es hier.



Dominik Kohr, das Finale gegen Spanien verfolgten 8,71 Millionen Menschen in Deutschland. Was die alle nicht gesehen haben: die Party danach. Wie war die Nacht?

Wahnsinn. Halli Galli. Wir waren erst noch ein paar Stunden im Stadion, dann gab es im Hotel ein Bankett mit den Familien und Freunden, die waren alle extra für das Spiel angereist. Danach ging es nach Krakau in die Klubs. Und, so viel kann ich den Leuten versichern: Da haben wir richtig die Sau raus gelassen. So oft wird man ja nicht U21-Europameister.

Wann haben Sie gemerkt, dass dieser Titel sehr viel bedeutet?
Ich habe das erst nach und nach realisiert, im Urlaub auf Ibiza. Wie das eigene Umfeld und die Medien den Titel aufgegriffen haben: So etwas habe ich vorher nie erlebt. Grade, als wir für das Fotoshooting beim Metzger waren, hat mich ein wildfremder Mann beglückwünscht. Das freut mich natürlich.



Was hat die Mannschaft ausgezeichnet?
Wir haben uns als Team unglaublich gut verstanden. Normalerweise gibt es immer Leute, mit denen es menschlich besser oder schlechter läuft - aber wir sind in den Wochen des Turniers extrem zusammen gewachsen. Nicht nur die elf auf dem Platz, auch die Leute draußen auf der Bank, auch die Trainer und die Betreuer. Nur so konnten wir am Ende den Favoriten aus Spanien schlagen.

Welchen Anteil daran hatte Stefan Kuntz?
Er hat das alles vorgelebt. Wir konnten uns zu 100 Prozent mit ihm identifizieren, schließlich hat er als Spieler selbst mal eine Europameisterschaft gewonnen.

Sind Ihnen Trainer lieber, die selber gespielt haben?
Es schadet zumindest nicht. Er hat viele Situationen selbst durchgemacht. Er weiß, wann man mal ein ruhiges Training braucht und wie man die Spiele angeht.

Für viele galt das deutsche Team vor dem Finale als klarer Underdog. Was war Ihr Eindruck von den Spaniern?
Ich wusste, dass ich im Finale zunächst auf der Bank sitzen würde, daher konnte ich vor dem Spiel in Ruhe den einen oder andern Blick auf die andere Seite riskieren. Und bei den Spaniern ist es ja oft so, dass sie sich recht locker warmmachen. Die waren also grade mal zwanzig Minuten draußen und haben sich ein paar Bälle zugespielt. Während bei uns sogar wir Ersatzspieler Läufe ziehen mussten.

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