Wie sicher wird das Relegationsspiel?

»Es gibt Leute, die sich nicht an die Spielregeln halten«

Die Polizei stuft die Relegationspartien zwischen Nürnberg und Frankfurt als Hochsicherheitsspiele ein. Nürnbergs Fanbeauftragter erklärt, wie brisant die Spiele wirklich sind.

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Jürgen Bergmann, Sie sind seit 2007 hauptamtlicher Fanbeauftragter beim 1. FC Nürnberg. Werden die Relegationspartien zurecht als Hochsicherheitsspiele eingestuft?

Das Wort ist aus dem Polizeijargon. Wir Fanbeauftagte unterscheiden ganz normale Partien, Spiele unter Beobachtung und Spiele mit erhöhtem Risiko. Hierbei handelt es sich um zwei Spiele mit erhöhtem Risiko, wie bei jeder Relegation. Dass sich zwei Traditionsmannschaften gegenüberstehen, stellt eine besondere Konstellation dar. Weil es für die Mannschaften um alles oder nichts geht, schwappen die Emotionen langjähriger Fans gerne über.

Aus der letzten Relegation vor einem Jahr zwischen dem KSC und dem HSV hat man sicherlich noch die Polizeistaffel vor der Hamburger Kurve in Erinnerung.
So etwas kann selbstverständlich auch bei diesen Spielen passieren. Aber letztlich hat der Einsatz dazu beigetragen, dass es bei dem Spiel keine Störungen gab.

Rechnen Sie mit Ausschreitungen?
Natürlich ist es ein hochemotionales Spiel, es treffen zwei Vereine mit leidenschaftlichen Fanszenen aufeinander. Die Erfahrung der vergangene Jahre hat gezeigt, dass Leute gibt, die sich nicht an die Spielregeln halten. Aber wir werden gut vorbereitet sein.

Inwiefern?
Es sind sehr viele Leute rund um die Sicherheit in beiden Spielen beschäftigt, auch schon im Vorfeld der Begegnungen. Nicht ohne Grund sind Fußballspiele in Deutschland die sichersten Großveranstaltungen weltweit. Ich bin sehr optimistisch, dass alles friedlich vonstatten gehen wird.

Standen Sie mit Verantwortlichen der Eintracht in Verbindung?
Wir bereiten jedes Spiel intensiv vor und sind bei jedem Spiel in Kontakt mit Funktionsträgern des Gastes und Ordnungshütern. Bei so einem Spiel ist der Austausch natürlich noch einmal intensiver. Und andere Szenarien denkbar und möglich. Aber das ist vollkommen normal.

Hilft dabei die Erfahrung aus vergangenen Relegationen?
Eine Relegation hat sportlich immer ihre eigenen Gesetze. Die Erfahrungen aus den vergangenen Relegationen haben uns geholfen, das ganze organisatorische Drumherum einfacher abzuwickeln. Das ist eine enorme Herausforderung innerhalb weniger Tage die Karten an die Leute zu bringen. Da kommt uns die Erfahrung aus den vorangegangenen Relegationen zugute.