Wie schlägt man die Bayern, Peer Kluge?

»Das war schon brutal!«

Seit dem DFB-Pokalhalbfinale 2011 hat Schalke nicht mehr gegen Bayern gewonnen. Damals mit dabei: Peer Kluge. Im Gespräch erinnert er sich an Magaths Taktik, Franck Ribéry und »Koan Neuer«-Plakate. 

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Peer Kluge, zu Anfang etwas Einfaches: Wie gewinnt man gegen den FC Bayern?

(lacht) Also einfach ist das nicht. Da muss schon viel zueinanderkommen. Man braucht als Mannschaft einen außergewöhnlich guten Tag, viel Durchhaltevermögen und Glück ist auch nicht verkehrt.

Und das hatten Sie damals alles?

Wir standen zumindest sehr gut und haben am Anfang wenig zugelassen. Das frühe Tor durch Raul hat uns zusätzlich in die Karten gespielt. Genau wie die durchwachsene Form von Thomas Müller, der damals einige Dinger liegen ließ. Und mit Manu (Neuer, d. Red.) hatten wir einen überragenden Torwart.

Vor dem Spiel hatten einige Bayern-Fans mit „Koan Neuer“-Schildern gegen eine Verpflichtung von Neuer protestiert. Wussten Sie damals schon, dass er noch im selben Jahr zu den Bayern wechseln würde?

Nein, wir wussten nicht mehr als die Zuschauer. Wir haben nur das mitbekommen, was in der Presse geschrieben wurde. Man hatte so den Verdacht, war sich aber nicht sicher. Manuel hat zumindest nicht die ganze Mannschaft in seine Überlegungen eingeweiht.



Sie spielten gegen Bayern de facto mit Ihnen, Matip und Annan mit drei Sechsern - nicht Felix Magaths Standardtaktik. Braucht man einen besonderen Plan, wenn man in so einem Spiel gegen Bayern gewinnen möchte?

Auf jeden Fall. Magath hat sich das System Wochen vorher überlegt und wir haben speziell für dieses Spiel immer und immer wieder diese Formation trainiert. Auch da braucht man Glück, dass der Plan aufgeht. Das war bei uns der Fall.

Ihr Gegenspieler war damals Franck Ribéry. Was ging durch Ihren Kopf, als Ribéry mit dem Ball am Fuß auf sie zugeprescht kam? 

Dass ich aus der Nummer gerne gut rauskommen würde (lacht). Der läuferische Aufwand war in dem Spiel enorm, Ribéry legt in jeder Situation ein extrem hohes Tempo hin. Aber Atsuto Uchida war ja auch für ihn verantwortlich, wir waren also zu zweit. Und haben das gut in den Griff bekommen. Auch da ging also Magaths Taktik auf.