Wie Robert Lewandowski zum Weltklassestürmer reifte

»Stürmer sein heißt, sich ständig auf neue Situationen einzustellen«

Wie schon Gerd Müller wusste: »Wennst denkst, is’ eh zu spät« 
Ja, das kenne ich. 

Ist auch Ihr Motto, oder?
Das würde ich nicht sagen. Ich muss während des Spiels auch nachdenken, analysieren, wie ein Gegner taktisch eingestellt ist, wie die Laufwege der Defensivspieler sind. Aber natürlich besteht mein Erfolg darin, in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen, die nicht planbar sind. 

Als junger Spieler war Thierry Henry Ihr Vorbild. Der Franzose war berühmt für Tore, bei denen er die Bälle von der linken Strafraumgrenze langgezogen um den Keeper ins rechte Toreck schlenzte. Gibt es das typische Lewandowski-Tor?
Gute Frage. Wenn ich mir die Treffer der vergangenen zwei Jahre vor Augen führe, erkenne ich kein konkretes Muster. Liegt vielleicht daran, dass ich oft etwas Neues versuche und meine Stärke darin liegt, andere Wege zu gehen, um Zählbares herauszuholen.


Gibt es einen Ort im Strafraum, der Ihnen besonders gefällt?
Stürmer sein heißt, sich ständig auf neue Situationen einzustellen. Es würde keinen Sinn ergeben, wenn ich besonders gern am linken Eck der Strafraumgrenze auf eine Flanke warte. Fußball ist heute sehr flexibel, deshalb nutze ich oft die ersten Minuten eines Spiels, um zu erkennen, wo sich Löcher in der Abwehr auftun. 

Ihr Vater war ein erfolgreicher Judoka, beide Eltern arbeiteten als Sportlehrer, Ihre Frau macht Karate. Welche Rolle spielt der Kampfsport für Ihren Stürmerjob?
Schon im Sportunterricht in der Schule hat mein Vater sehr darauf geachtet, dass ich viel Gymnastik mache. Wir haben gemeinsam viel geturnt und Judo trainiert. Das kommt mir heute zugute, weil ich durch die gute Körperbeherrschung auf viele Spielsituationen flexibel reagieren kann. Ein Volleytor schießen Sie nicht, wenn Sie nur Krafttraining machen. (Lacht.)

Ihr Vater starb an einem Hirnschlag, als Sie 16 waren. Wäre Ihr Leben anders verlaufen, wenn er nicht so früh verstorben wäre?
Schwer zu sagen. Mein Vater hat mich nie als Profi spielen sehen. Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass er heute manchmal mit meiner Mutter ins Stadion käme. 

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