Wie Lucas Kruel zum Personal Trainer von Douglas Costa, Thiago und Rafinha wurde

»Was der DFB macht, ist rassistisch«

Lucas Kruel ist einer der besten Futsal-Spieler Deutschlands und Jugendfreund von Ex-Bayern-Spieler Douglas Costa. Ein Gespräch über seine Arbeit als Personal Trainer der Bayern-Stars, Futsal-Meisterschaften mit Regensburg und Probleme mit dem DFB. 

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Lucas Kruel, Sie trainieren Fußballspieler. Wozu brauchen die Profis denn noch zusätzliches Training?
Ich arbeite mit Rafinha, Thiago Alcântara und vielen weiteren Fußballern eins zu eins zusammen. In ihren Klubs werden die Teams von vier bis fünf Fitnesstrainern betreut. Ich kann auf die persönlichen Bedürfnisse der Spieler einzeln eingehen.

Ihr erster Kunde war Douglas Costa.
Ich bin nach Kiew gezogen, weil Douglas mich eingeladen hat dort für ihn zu arbeiten. Als er nach München wechselte folgte ich ihm und baute hier schließlich mein Studio auf. Douglas trainiere ich mittlerweile über das Internet, denn er spielt ja aktuell in Turin.

Was verbindet Sie und Costa?
Wir kennen uns, seit wir dreizehn Jahre alt sind. Damals haben wir gegeneinander Futsal gespielt. Aus Konkurrenten wurden Freunde. Mittlerweile tragen wir sogar das gleiche Tattoo auf der Brust: »Friends are the family you choose«. Während er allerdings zum Fußball gewechselt ist, bin ich beim Futsal geblieben.

Warum ist Futsal in Brasilien so beliebt?
Auf der Straße oder im Park: Es geht fünf gegen fünf. Futsal ist fast genauso beliebt und berühmt wie Fußball.

Was ist der Hauptunterschied zwischen den beiden Sportarten?
Um Fußball zu spielen, musst du stark sein, um Futsal zu spielen, musst du schlau sein.

Im Fußball muss man demnach nicht schlau sein?
Am besten ist natürlich du bist schlau und stark. Aber das sind die Wenigsten.

Also ist Futsal ein gutes Training.
Auf jeden Fall, besonders im jungen Alter. Futsal ist sehr gut für die Technik, die Geschicklichkeit und die Spielintelligenz, da das Spiel viel schneller ist als Fußball. Thiago, Rafinha, Costa... Alle haben mit Futsal begonnen und sind dann zum Fußball gewechselt.

Aber Sie blieben dabei.
Als ich vor zwei Jahren nach München kam, sprach mich ein Freund an, der gerade die Futsal-Abteilung von Jahn Regensburg aufbaute. Auch Douglas hat mich ermuntert: Geh und Spiel! Ich wurde zum Spielertrainer. Bereits im ersten Jahr sind wir aufgestiegen. Im Jahr danach holten wir die Meisterschaft.