Wie kommt man beim WM-Finale auf den Rasen, Paul Ripke?

»Richtig Schwein gehabt«

Während der WM kam Fotograf Paul Ripke so nah an die deutsche Elf heran wie kein anderer. In der neuen 11FREUNDE #157 zeigt er exklusive Aufnahmen aus der Nacht von Rio. Ein Gespräch über Discokings und Sepp Blatter. 

Foto: Paul Ripke
Heft: #
157

Paul Ripke, wer ist der fotogenste deutsche Nationalspieler?
Eigentlich Mario Gomez, der leider beim WM-Finale nicht dabei war. Vom Finalkader finde ich Jerome Boateng sehr fotogen, aber beim Feiern sahen alle super aus. 

Am 27. November erscheint das Fotobuch zu der Finalnacht. Wie kamen Sie zu dem Vergnügen, an dem Projekt mitarbeiten zu können?
Der DFB gab mir die Erlaubnis, weil sie der Meinung waren, dass ich den Moment ganz gut festhalten kann. Ich war in Rio kein externer Fotograf, sondern ein Teil des Teams. Deswegen durfte ich auch beim kompletten Feierprozess mitlaufen. Das Fotobuch haben wir gemeinsam mit der Nationalmannschaft erstellt, ich war bloß der Fotograf, der zum WM-Finale eingeflogen wurde (lacht).

Also hat der DFB Ihnen den Auftrag eher spontan erteilt?
Ich arbeitete schon zwei Jahre für den DFB und war bei vielen Events und auch beim Trainingslager in Südtirol dabei. Für Brasilien hat es leider erst mal nicht gereicht, ich wollte es aber nicht unversucht lassen, und verfasste eine flehende Mail an Oliver Bierhoff und Thomas Beheshti (Mitarbeiter des DFB, Anm. d. Red.), weil ich das für eine einmalige Chance hielt. Und dann haben sie mich tatsächlich am Vorabend des Finals ins Flugzeug gesetzt.

Haben Sie im Flugzeug nach Rio geahnt, wie groß dieses Projekt werden könnte?
Ich habe es mir natürlich erträumt. Mir war aber klar, wie sehr dieses Projekt vom Glück abhängt. Ich habe nur alles dafür getan, dass ich bereitstehe, wenn es so weit ist.

Wie haben Sie sich auf Ihren großen Auftritt vorbereitet?
Ich kaufte am Samstagabend vor dem Finale noch den Frankfurter Flughafen leer: Speicherkarten, damit ich nicht in die Problematik komme, nicht mehr fotografieren zu können, außerdem noch halbwegs angemessene Klamotten für so einen Anlass – ich kam gerade von einem Hip-Hop-Festival, in voller Montur.