Wie Helmut Markwort Uli Hoeneß zum Bleiben überreden will

»Er hat sich noch nicht entschieden«

Die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt von Uli Hoeneß schlug ein wie eine Bombe. Sein langjähriger Wegbegleiter und Focus-Gründer Helmut Markwort glaubt allerdings, dass das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen ist. 

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Helmut Markwort, wie haben Sie reagiert, als Sie vom möglichen Rücktritt von Uli Hoeneß erfahren haben?

Ich war sehr überrascht, denn ich hatte bis dahin das Gefühl, dass er weitermachen will. Es wäre schädlich für den Verein, wenn Uli Hoeneß nicht mehr dabei wäre! 

Warum?

Mit seiner Persönlichkeit, mit seinem Herz und Engagement ist er eine wesentliche Triebfeder des Erfolgs und des Geistes im Verein. Dieser Geist strahlt in seine ganze Umgebung hinein, von der Jugendakademie über die Geschäftsstelle bis in die höchste Führungsebene.

 

Worin besteht dieser Geist? 

Uli Hoeneß zeichnet eine tolle Mischung aus Herz, Verstand und Engagement aus. Ich beobachte ihn seit Jahrzehnten, habe jahrelang im Aufsichtsrat und im Verwaltungsbeirat des Klubs mit ihm zusammengearbeitet. Er ist wohltätig und engagiert. Wenn ein Freund in Not ist, dann hilft er. Das gilt auch für ehemalige Spieler. Ganz unabhängig davon, ob sie reüssiert haben oder nicht. 

Weshalb glauben Sie, dass Uli Hoeneß nach wie vor der richtige Mann für den FC Bayern ist?

Er ist noch voller Kraft und Vitalität, er könnte den Verein sicher noch über Jahre bereichern. Und die Leute lieben ihn. Egal, wo er hinkommt, rufen die Leute »Uli, Uli!«

Sie sind der erste Unterzeichner einer Petition mit dem Titel »Mia san Uli - Hoeneß muss bleiben.« Dort wird ein möglicher Abschied von Hoeneß bildlich und textlich mit dem Rücktritt Otto von Bismarcks als Reichskanzler verglichen. Ist das nicht eine Nummer zu groß?

Ich habe diese Karikatur und die Worte nicht ausgewählt. Aber für den FC Bayern ist Uli Hoeneß genauso wichtig wie Bismarck damals für Deutschland. 

Sie kennen Uli Hoeneß sehr lange. Haben Sie ihm Ihre Bitte auch schon persönlich angetragen?

Ich habe ihn gestern und vorgestern beim Audi Cup getroffen. Dort habe ich auf ihn eingeredet. Vieles davon bleibt natürlich privat, aber was ich sagen kann, ist: Entgegen der Berichte hat er sich noch nicht entschieden. Er wird am 29. August in der Sitzung des Verwaltungsrats eine Erklärung abgeben. 

Wie optimistisch sind Sie, dass Sie ihn von einem Verbleib in seinen Ämtern überzeugen können?

Er findet unsere Aktion sympathisch. Aber am Ende entscheidet natürlich nur er allein.

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