Wie gut ist Bayern-Neuling Douglas Costa?

»Costa hatte sich schon abgesetzt«

Müssen wir das gleiche nun auch bei Douglas Costa befürchten?
Nein, das glaube ich nicht. Um sich an den Spielstil der Bundesliga zu gewöhnen, wird er zwar sicherlich auch einige Tage brauchen, aber dass er auf hohem Level spielen kann, hat er sowohl in der brasilianischen Nationalmannschaft bewiesen als auch mit Schachtjor in der Champions League, wo man ja dieses Jahr das Achtelfinale erreichte. Und dass er sich schnell im Ausland akklimatisieren kann, hat er ja schon in Donezk bewiesen. Und da es bei den Bayern einige Spieler gibt, die entweder Brasilianer sind so wie Dante oder wie Thiago brasilianische Wurzel haben, dürfte bei Costa die Eingewöhnungszeit bei Costa kurz sein.

Im Osten der Ukraine herrscht Krieg. Schachtjor Donezk muss eine Spiele im 1000 Kilometer entfernten Lwiw austragen. Sind das Faktoren, die bei dem Costa-Transfer eine Rolle spielten? Schachtjor verkaufte früher seine brasilianischen Spieler ja sehr ungerne.
Der Krieg hat enorme Auswirkungen, nicht nur auf das Land, sondern auch auf den Fußball. Bei Schachtjor zeigt es sich besonders. Schon im vergangenen Sommer nutzten einige südamerikanische Profis des Klubs ein Testspiel gegen Olympique Lyon, um sich von Schachtjor abzusetzen. Und Costa gehörte zu dieser Gruppe. Erst auf Druck der Vereinsführung kamen diese zurück. Und für Costa selber hätte das Engagement in der Ukraine schon beinahe im Winter geendet. Meinen Informationen nach gab es zwischen Chelsea, Schachtjor und Costa schon sehr fortgeschrittene Verhandlungen bezüglich eines Transfers. In letzter Minute legte Schachtjor jedoch sein Veto ein, weil man sich vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München sportlich nicht schwächen wollte.

Und inwieweit hat sich der Krieg auf die Situation bei Schachtjor ausgewirkt?
Die Transferpolitik hat sich mit der Zeit verändert. Früher konnte man es sich erlauben, die Spieler für teures Geld zu holen und mit sehr hohen Gehältern zu halten. Die Zeiten sind jedoch vorbei. Luiz Adriano zum Beispiel versucht man nach Dubai zu verkaufen. Damit will man nicht nur noch etwas Geld einzunehmen für einen Spieler, dessen Vertrag in einem halben Jahr ausläuft, sondern auch einen teuren Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen. Sein Vertrag soll angeblich astronomisch sein. Zudem hat der Verein seine Spieler als Einnahmequelle entdeckt und orientiert sich dabei an die portugiesischen Spitzenvereine, die sich mit den Verkäufen ihrer Spitzenspieler in die Topligen hohe Einnahmen erzielen. Und ich muss sagen, die Leute von Schachtjor erweisen sich dabei als sehr gute Geschäftsleute. 30 Millionen Euro für Costa, 27 Millionen für Mchitarjan, 35 Millionen für Willian. Solche Summen für Spieler aus der ukrainischen Liga, das ist schon eine Leistung.