Wie feiert San Marino ein 0:0?

»Haben vor Freude geweint«

Nach 61 Niederlagen am Stück gelang der Nationalmannschaft San Marinos am Samstag ein 0:0 gegen Estland. Wir sprachen mit dem Pressesprecher des Teams über das historische Unentschieden.

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Matteo Rossi, haben Sie noch einen Kater vom Samstag?
Ja, wir sind alle noch etwas angeschlagen. Die Spieler aber am meisten und deswegen findet heute auch kein Training statt. Das ist wohl besser für alle (lacht).

Wie wurde das Unentschieden gefeiert?
Nach dem Spiel aßen und tranken alle gemeinsam in einem Restaurant. Dort floss schon reichlich Bier. Die Spieler sind danach noch weitergezogen und waren sich dann selbst überlassen. Aber nicht nur die Spieler, sondern auch der Vorstand, der Präsident, der Platzwart, einfach alle lagen sich den Armen und waren überglücklich. Einige haben vor Freude geweint. Es war ein historischer Abend für San Marino.



Der Jubel nach dem Schlusspfiff ähnelte dem Gewinn einer Meisterschaft. Was würde passieren, wenn San Marino ein Quali-Spiel gewinnt?
Das was am Samstag passierte, glich schon einem Traum. Was hier los wäre, wenn wir gewinnen würden – unvorstellbar.

War das Unentschieden ein Zufall oder ist das Team einfach stärker geworden?
Das war kein Zufall. Pierangelo Manzaroli, der seit Mai bei uns das Training leitet, hat die Intensität der Einheiten erhöht. Wir haben nur zwei Profis in unserem Kader, der Rest geht anderen Berufen nach. Daher ist es schwierig, ein aufwändiges Trainingsprogramm aufzuziehen, weil einige Spieler nach der Arbeit einfach müde sind. Aber Manzaroli macht das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten. Es ist definitiv eine Entwicklung zu erkennen, vor allem physisch haben die Jungs zugelegt.

Fünf Punkte fehlen Ihnen auf die Qualifikationsplätze in der Gruppe E – schafft San Marino das Wunder und qualifiziert sich für die EM in Frankreich?
Nein, das wäre völlig vermessen. Wir genießen einfach den Moment, freuen uns, dass wir kein Gegentor bekommen haben. Wir ziehen unser Ding durch und schauen dann, was noch so auf uns wartet.