Wie ein Zweitligist aus Gibraltar in die Königsklasse will

»Am liebsten hätte ich Pep Guardiola mal als Redner hier«

Im Kader stehen auch ein Hulk und ein Alexis Sanchez. Den Namen nach kaufen Sie schon Champions-League-Spieler.
Das ist natürlich nur Zufall, aber vielleicht auch ein gutes Omen. Alexis Sanchez ist übrigens einer der Spieler gewesen, der in Chesterfield beim Probetrainig war. Sie haben ihn nur deshalb nicht verpflichtet, weil er nicht so gut Englisch spricht. Aber er ist ein unglaublicher Spieler und wird bestimmt irgendwo unterkommen.

Wie sind Sie denn überhaupt auf dieses ungewöhnliche Modell gekommen?
Ich bin selber aus einer Jugendakademie ausgemustert worden, 1987 bei Watford. Ich lebe als Geschäftsmann in Gibraltar und habe diesen Klub extra für diese Idee gegründet. Noch mache ich auch alles alleine und zahle sämtliche Ausgaben. Aber ich bin auf der Suche nach Partnern. Für die würde sich das Unternehmen Europa Point FC lohnen. Nirgendwo kann man mit so wenig Geld in die Champions League kommen wie hier.

Wie kommt ihr Projekt denn in Gibraltar an?
Um ehrlich zu sein, nicht so gut. Wir haben keine Tradition und unsere Spieler kommen alle aus dem Ausland. Aber international sind wir sehr beliebt. Wir haben zum Beispiel die zweitmeisten Twitter-Follower aller Klubs des Landes. Die Leute mögen es, dass wir den Spielern eine zweite Chance geben. Wir möchten auch auf vielen anderen Ebenen ein alternativer Verein sein. Viel offener und zugänglicher. Wenn man uns besucht, kann man mittrainieren, wenn man möchte. Man kann auch in der Halbzeit in die Kabine gehen und die Halbzeitansprache halten.

Das ist ein Scherz?
Absolut nicht. Sehen Sie: Das sind junge Spieler, die eine große Enttäuschung erlitten haben. Wenn sie aber merken, dass ihr Projekt Beachtung findet, ist das ein riesiger Ansporn für sie. Vor kurzem haben uns sieben Fans aus Chesterfield bei einem Spiel besucht. Einer von ihnen hat die Motivationsrede in der Halbzeit gehalten.

Und der Trainer findet das auch ok?
Natürlich, wir sind da ganz auf einer Linie. Außerdem haben wir das Spiel 5:0 gewonnen. Feedback von außen kann den Jungs nur helfen. Am liebsten hätte ich Pep Guardiola mal als Redner hier. Der bräuchte den Spielern nur »Hallo« sagen, sie würden wahrscheinlich sofort Meister werden. Ich habe auch schon Kontakt zu seinem Bruder gehabt, ob sich Pep unser Projekt nicht mal ansehen möchte. Aber wie Sie wissen, ist Pep Guardiola ein vielbeschäftigter Mann.