Wie ein Trainerwechsel in der Bundesliga einen Domino-Effekt auslöste

»Ich denke, Heidel ist ein sehr korrekter Kaufmann«

Wie hat die Mannschaft reagiert?
Ich habe meine Mail zuerst geheim gehalten, aber als die Antwort kam und die FAZ darüber geschrieben hat, ging es hier durch die Lokalpresse, sodass die Mannschaft Wind davon bekommen hat. Vor dem Spiel kamen alle schon früh zum Treffpunkt und fragten, ob es heute Freibier gibt. 

Und wie viele Kisten Bier sind noch übrig?
(Lacht.) Das weiß ich nicht. Unsere Mannschaft hatte am Wochenende eine Mannschaftsfeier, sodass die Jungs bestimmt einen Großteil der Kisten schon erledigt haben.

Fühlt Ihr euch ausreichend entschädigt?
Es ging uns nicht darum, von Schalke eine Entschädigung zu bekommen, sondern um den Symbolcharakter und die Wertschätzung der Amateurvereine. Wir stehen stellvertretend für viele andere Amateurvereine, die Spieler und Trainer aus- und weiterbilden. Und ich glaube, es gibt genug Manager in der Bundesliga, die wissen, wo sie herkommen und wertschätzen, was wir hier unten tun. 

Sie haben also mit einer Antwort von Heidel gerechnet?
Ich habe schon erwartet, dass ich zumindest innerhalb einer Woche eine Rückmeldung erhalte. Auch wenn ich Herrn Heidel nicht persönlich kenne, denke ich, dass er ein sehr korrekter Kaufmann ist, der so eine Mail nicht einfach in den Papierkorb verschiebt und sagt: »Was will der kleine Knallkopf von mir?«. Das hätte ich auch nicht auf mir sitzen lassen.

Nach dem Saisonstart: Ist ein Spiel von Schalke zu sehen eher eine Strafe, oder?
Darum haben wir uns auch den 34. Spieltag ausgesucht, wenn sie gegen den HSV spielen. Aber vielleicht ist das auch eine doppelte Strafe. (Lacht.)