Wie bestreiten Sie Zweikämpfe, Nikolce Noveski?

»Ich lebe von den direkten Duellen«

In unserem Bundesliga-Sonderheft haben wir mit den heimlichen Helden der vergangenen Saison gesprochen. Mainz-Kapitän Nikolce Noveski war einer von ihnen. Er gewann laut Opta-Statistiken starke 68 Prozent der direkten Duelle. Ein Gespräch über die Alltagsarbeit eines Abwehrspielers.

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Nikolce Noveski, wer war in der abgelaufenen Saison ihr härtester Gegenspieler?
Das ist schwer zu sagen. Die Liga ist allgemein sehr zweikampfstark, eigentlich kann ich keinen Stürmer herausheben.

Sie sind der beste Zweikämpfer der vergangenen Saison. Wie wichtig ist Ihnen diese Statistik?
Wenn man eine gute Saison spielt und dann auch noch die Zahlen stimmen, ist das eine tolle Bestätigung. Mehr aber auch nicht. Ich kann in einer Saison 70 Prozent meiner Zweikämpfe gewinnen, verliere aber von den restlichen zehn entscheidende – und bin dann bei den Fans der Depp.

Was macht Sie zu einem so konstanten Zweikämpfer?
Ich lebe von den direkten Duellen. Wenn der Stürmer auf mich zuläuft, will ich den Ball unbedingt haben. Vielleicht habe ich außerdem in einigen Situationen den Vorteil, dass ich die nötige Erfahrung mitbringe.

Um genau zu sein die Routine aus 340 Erst- und Zweitligaspielen. Wie hilft Ihnen diese Erfahrung beim Zweikampf?
Mittlerweile kann ich mit brenzligen Situationen viel besser umgehen. In Zweikämpfen können Verteidiger Defizite durch Handlungsschnelligkeit, Übersicht und eine gute Fitness wettmachen. Außerdem fällt es mir vielleicht etwas leichter, den Gegenspieler im Blick zu behalten.

Worauf achten Sie dabei besonders?
Auf den Ball. Wenn ich mich auf die Füße des Gegners konzentrieren würde, laufe ich Gefahr, durch einem Trick aus dem Gleichgewicht zu geraten. Also achte ich auf den Ball und versuche mit dem richtigen Timing zuzuschlagen.

Ist es eigentlich noch zeitgemäß, als Verteidiger mal dazwischen zu hauen?
Wenn die eigene Mannschaft nicht richtig da ist, auf jeden Fall. Ohnehin geht der Trend wieder zu einer körperbetonteren und aggressiveren Spielweise, das haben wir bei der WM gesehen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das in der neuen Bundesligasaison fortsetzt.

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