Was will die neue Kölner Faninitiative?

»Es geht um die Zukunft«

In Köln hat sich die Fan-Initaitive »100 Prozent FC – Dein Verein« formiert. Präsident Werner Spinner wirft ihr vor, Misstrauen im Klub zu schüren. Was will die Gruppe wirklich?

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Philipp Herpel, Sie sind einer der Sprecher von »100% FC – Dein Verein«. Wie entstand die Initiative?
Vor ungefähr einem Jahr haben sich verschiedene Fan-Vertreter getroffen, um über die Frage zu diskutieren: Was bedeutet der Aufstieg von RB Leipzig für die Bundesliga? Bei dieser Diskussion ist aufgefallen, dass bereits elf Bundesligavereine Anteile verkauft hatten. Das war für manche schon ein wenig ein Aha-Erlebnis und wir haben geschaut, wie ein Anteilsverkauf beim FC erfolgt. Ein Blick in die Satzung zeigte, dass der Verein bis zu 25 Prozent seiner Anteile verkaufen könnte – ohne dazu die Mitglieder befragen zu müssen. Uns wurde klar: Bei dieser wegweisenden Entscheidung wollen wir den Hebel ansetzen.

Das heißt: Vielen war dieser Passus gar nicht bekannt?
Der eine oder andere war definitiv überrascht. Ich persönlich kannte die Klausel, doch entsprang der Passus der Post-Overath-Ära, in dem die Öffnung für Investoren bewusst beibehalten wurde. Es erschien dem Vorstand aufgrund der finanziell problematischen Situation unklar, ob er hätte kurzfristig reagieren können - überspitzt gesagt bei der Frage: Regionalliga oder Anteilsverkauf? Doch nun sind ganz andere Zeiten angebrochen und die Satzung kann in diesem Punkt überdacht werden. Wir haben deshalb einen Antrag auf Satzungsänderung eingereicht.

Wofür steht »wir«? Welche Gruppen stehen hinter dem Antrag?
Die Initiative vereint Mitglieder zwischen 25 und 60 Jahren, die sich aus Stadiongängern aller Richtungen zusammen gefunden haben - ganz gleich ob organisierte Fan-Clubs, ob Allesfahrer, dem einen oder anderen Ultra, aber auch »unorganisierten« Fans wie mir. Ich gehe seit 30 Jahren zum FC und muss sagen, dass ich noch nie eine Initiative wie diese miterleben durfte, in der sich Teile der gesamten Fan- und Mitgliederschaft einen. Die Kraft unseres Antrages liegt eben auch darin, dass ihn beide Seiten vertreten können: zum einen diejenigen, die Investoren von Grund auf ablehnen, zum anderen auch diejenigen, die für eine Öffnung plädieren und einfach eingebunden werden wollen.

Mit anderen Worten: Ihnen geht es gar nicht darum, dass bei der Mitgliederversammlung der potenzielle Verkauf jener 25 Prozent gestrichen wird.
Richtig, es geht lediglich darum, dass die Mitglieder in dieser historischen Frage des ersten Anteilsverkaufs überhaupt das Recht auf Mitbestimmung erhalten. Gerade den Fans, die heute noch stolz sagen: »Das ist mein FC.« muss klar sein: »Das ist zukünftig gegenbenfalls der FC auch von jemand ganz anderem, nämlich einem Investor XY mitsamt dessen naturgemäßen Eigeninteressen.«

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