Was macht eigentlich Ex-Supertalent Federico Macheda?

»Ich wäre gerne in Stuttgart geblieben«

Bei Manchester United galt er als Next Big Thing, der Durchbruch blieb ihm verwehrt. Wie geht es Federico Macheda jetzt? 

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Federico Macheda, was empfinden Sie, wenn Sie an den 5. April 2009 zurückdenken?

Es war der perfekte Tag. Wir spielten mit Manchester United gegen Aston Villa, eine halbe Stunde vor Ende wurde ich für Nani eingewechselt – und traf zum 3:2-Siegtreffer. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir mein Debüt nicht so perfekt vorgestellt. Manchester United war damals eine mit Stars gespickte Mannschaft, vielleicht die stärksten Red Devils aller Zeiten. Dass ich mit diesem Team spielen durfte und auch noch das entscheidende Tor schoss, war unglaublich. Und dieser Tag hat mich überall bekannt gemacht.

Was hat Ihnen Sir Alex Ferguson gesagt, bevor er Sie aufs Feld schickte? Hat er Ihnen irgendwelche Empfehlungen oder Glückwünsche mitgegeben? 

Er hat mir nichts Besonderes gesagt. Als ich aufs Feld kam, waren wir gerade dabei zu verlieren, deshalb war er ein bisschen nervös. Er sagte mir nur: »Rein«. Ich konnte das kaum glauben, denn es war noch eine halbe Stunde zu spielen. Es war wie ein Traum.  

Das schönste Spiel Ihrer Karriere?

Das schönste und aufregendste Spiel meiner Karriere war das Halbfinale des FA Cups in Wembley. In den zwei Wochen zuvor hatte ich jeweils ein Tor als Einwechselspieler geschossen, nun durfte ich von Beginn an spielen. Beim Anpfiff habe ich mich umgesehen – das Stadion war voll. Neunzigtausend, ein unglaubliches Bild. 

Wie war Alex Ferguson denn in der Kabine?

Er hat Fussballgeschichte geschrieben, über ihn kann man also nur Gutes sagen. Er ist nicht nur ein großer Trainer, er ist auch eine großartige Person. Man konnte ihn um alles bitten – er zerriss sich immer für dich. Ich hatte das große Glück, eine innige Beziehung zu ihm zu haben und kann ihm nur dafür danken, was er für mich getan hat. Als ich 2016 in Novara unterschrieb, hat er mich angerufen, um mir alles Gute zu wünschen. Es war ein völlig überraschender Anruf, der mich sehr gefreut hat, denn wenn dich eine solche Person anruft bedeutet das, dass du ihr etwas hinterlassen hast. Das hat mich froh und stolz gemacht.

Sie konnten sich bei Manchester United letztlich nicht durchsetzen. Was empfinden Sie mittlerweile, wenn Sie an den Klub denken? 

Es ist schade, dass ich mich nicht durchsetzen konnte. Wenn man einmal in diesem Trikot spielt, möchte man seine ganze Karriere darin verbringen, es geht schließlich nicht viel besser. Aber es war damals eine wirklich starke Mannschaft, bei all diesen Halbgöttern um mich herum war es schwer, regelmäßig zu spielen. Wäre ich damals zum Manchester United dieser oder der vorigen Saison gekommen, hätten sich die Dinge vielleicht anders entwickelt. Aber mich damals dauerhaft gegen die Stürmer allerhöchsten Niveaus durchzusetzen, war quasi unmöglich.