Was geht dieses Jahr für Hoffenheim, Mark Uth?

»Ungeschlagen in die Winterpause«

Vom Abstiegskandidaten zum Europacup-Anwärter. Wie hat die TSG Hoffenheim das angestellt, Mark Uth?

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Mark Uth, Sie haben am Samstag gegen Ihren Ex-Verein 1. FC Köln getroffen. Gab es nach dem Spiel viele SMS aus der Heimat?

Der ein oder andere Freund oder Kollege hat schon geschrieben. Kölns Torwart Timo Horn habe ich am gleichen Abend sogar noch auf der Weihnachtsfeier unserer Berateragentur getroffen. 

Und wie hat er reagiert?

Ganz normal, es gab keine Sprüche. Die Kölner waren natürlich nicht so glücklich über das Ergebnis.

Sie sind in den Wochen zuvor mit einem Muskelbündelriss ausgefallen. Wie kam es, dass Sie relativ schnell wieder zurück kehrten?

Normalerweise fällt man so sechs bis acht Wochen aus. Nach sechs Wochen stand ich wieder auf dem Rasen. Ich habe ein gutes Heilfleisch und hier in Hoffenheim eine sehr gute medizinische Abteilung. Sie hat mich ab und an auch gebremst, damit ich nicht zu schnell zu viel wollte. Ich fühlte mich fit, die Verletzung war komplett auskuriert.

Hoffenheim ist in der Bundesliga immer noch ungeschlagen. Können Sie vielleicht in drei Punkten zusammenfassen, was die Mannschaft so stark macht?

Erstens liegt es an unserer Kompaktheit in der Abwehr. Die Dreierkette funktioniert, gerade mit Kevin Vogt hinten drin. Zudem gibt uns Julian in jedem Spiel einen konkreten Plan mit an die Hand, wie wir den Gegner am besten bespielen beziehungsweise verteidigen können. Das ist ein wichtiger Punkt für unser Team. Und abschließend: Wir machen in den letzten Spielen eben auch konsequent die Tore aus unseren Chancen. Durch diese Effektivität haben wir die letzten 13 Spiele nicht verloren.

Julian Nagelsmann ist taktisch unglaublich flexibel, da spielen schon mal Offensivkräfte weit hinten. Sind Sie auch überrascht, wenn Sie vor dem Spiel auf die Tafel schauen?

Wir haben alles bereits in der Vorbereitung auf die Saison so besprochen und darauf ausgelegt, dass wir die Systeme schnell wechseln können – auch während des Spiels. 

Viele Spieler schwärmten von Nagelsmanns ersten Ansprachen nach seiner Ernennung zum Cheftrainer. Woran erinnern Sie sich dabei?

Seine erste Ansprache war eher ruhig und sachlich. Er hat uns deutlich gemacht, dass wir es schaffen können, in der Liga zu bleiben. Wir sollten den Spaß am Fußball wieder zurück erlangen. Im Gegensatz zu vorher hat er uns dann sehr viele Freiheiten gegeben. 

Haben Sie sich darüber Gedanken gemacht, dass Ihr Trainer gerade einmal vier Jahre älter als Sie ist?

Nein. Man merkt ihm das Alter nicht an. Letztendlich ist es für mich egal, ob ein Trainer 28 oder 40 Jahre alt ist. Wichtig ist doch seine Philosophie: Das Offensivspiel und Umschalten gefiel mir von Anfang an gut.

Sie trafen direkt in seinem zweiten Spiel als Trainer gegen Mainz doppelt. Hatte Nagelsmann Sie besonders motiviert?

Er hat mich auf rechts gestellt und mir alle Freiheiten gegeben, das war’s. Ich konnte nach innen ziehen und hatte im Prinzip freie Hand. Nach diesen zwei Toren konnte ich in den folgenden Wochen komplett frei aufspielen.