Warum folgt Didier Drogba Ihnen bei Instagram, Patrick Ebert?

»Mit Ash habe ich seitdem Kontakt«

Apropos Instagram. Wir wollen nicht anmaßend klingen, aber: Warum folgt Ihnen Didier Drogba?
Weil ich ihn kenne. Allerdings habe ich mit ihm nicht so viel Kontakt, ich habe ihn im Urlaub drei oder vier Mal getroffen. Enger bin ich mit Ashley Cole. Den habe ich ebenfalls über Jerome Boateng in Los Angeles kennengelernt, da haben wir uns angefreundet. Wir ticken ziemlich ähnlich. Ein Stückweit sind die beiden Vorbilder, wie größere Brüder. Und ich habe selten so große Fußballer erlebt, die so bodenständig geblieben sind. Wir waren zusammen kicken, gemütlich was essen, alles ganz unkompliziert. Mit Ash habe ich seitdem Kontakt. Der alte Sack spielt ja immer noch (lacht).

Auch Sie sind mittlerweile ein Routinier und sollen bei Dynamo mit ihrer Erfahrung gleich eine Führungsrolle übernehmen. Nach einem Jahr, in dem Sie kaum gespielt haben, gibt es aber auch Zweifel an ihren Fähigkeiten. Können Sie diese Zweifel nachvollziehen?

Jeder kann Skepsis äußern. Ich bekomme davon allerdings eh nicht viel mit, weil ich kaum Zeitungen oder Zeitschriften lese. Ich habe bei Hertha, als ich 22 Jahre alt war, aufgehört mir die Sachen reinzuziehen. Es ist doch so: Viele Spieler lesen immer nur, wenn etwas Positives über sie berichtet wird, Schlechtes wird ignoriert. Das verzerrt das eigene Bild. Ich muss das nicht haben und halte es lieber so, dass ich mich auf meine Trainingsleistung konzentriere, auf die Mannschaft und aufs Wochenende. Und natürlich sehe ich mich als Führungsspieler und werde versuchen, vorne weg zu marschieren. Ich hoffe, dass ich so meinen Teil dazu beitragen kann, dass wir mit Dynamo dieses Jahr Erfolg haben und möglichst viele Spiele gewinnen. Bestenfalls zu Hause, dass wir auch die Fans mit ins Boot holen. Letzte Saison waren es ja nur vier Heimsiege. Außerdem werde ich versuchen, den jungen Spieler zu helfen. Ich habe schon einiges erlebt. Ich weiß mittlerweile, worauf es im Profifußball ankommt.

Außerdem kennen Sie die zweite Liga. Eigentlich keine Liga für einen Spielertypen wie Sie.
In Spanien, wo ich drei Jahre war, wird natürlich mehr Klein-Klein gespielt und wer mich kennt, der weiß, dass mir das liegt. Aber unser Trainer Uwe Neuhaus will offensiven und attraktiven Fußball spielen lassen und sich nicht nur auf Langholz verlassen. Das passt also. Trotzdem bin ich mir darüber bewusst, dass in dieser Liga oft Kleinigkeiten entscheiden, eine Standardsituation beispielsweise. Das muss in unsere Köpfe rein. Wir sind mit Hertha damals zwar mit großem Abstand wieder aufgestiegen, aber wir hatten auch Spieler wie Raffael dabei, die eigentlich internationales Niveau hatten.

Was ist mit Dynamo drin dieses Jahr?

Mein Ziel ist der Aufstieg. 


Für unser Bundesliga-Sonderheft haben wir Patrick Ebert in Dresden besucht und mit ihm über seine Kindheit in der DDR und seine Jugend in den Straßen von Kreuzberg gesprochen. Das ausführliche Interview gibt es im 11FREUNDE-Sonderheft. Außerdem dabei: Max Kruse, Julian Nagelsmann, Peter Fischer, Clemens Tönnies, Lukas Hradecky, der HSV, der 1. FC Köln und viele mehr. 11FREUNDE #202: Jetzt am Kiosk oder bei uns im Shop.


Foto: Nikita Teryoshin