Warum Fans die längste Fanartikel-Kette der Welt gebastelt haben

»Da müsste man schon einen kleinen LKW mieten«

Bringen Sie Ihre Spenden persönlich nach England?
Ja. Ich war Anfang Mai 2015 bei der Familie Lund. Sie haben mich eingeladen, bei ihnen zu wohnen, und wir haben uns am Samstag gemeinsam das Spiel Blackburn Rovers gegen Ipswich Town angeschaut. Bei diesem Spiel wurde auch ein Teil der Kette im Stadion präsentiert. An diesem Tag wurden 60 bis 70 Meter ausgestellt. Geplant ist, dass ich im Januar wieder rüber fliege um eine möglichst große Tasche mitzubringen. Dafür habe ich auch schon wieder einiges zu Hause gesammelt. Beim ersten Mal habe ich um die 70 Schals und 40 Trikots mit nach England gebracht. Die Fluggesellschaft hat mir das Gepäckstück sogar umsonst transportiert, nachdem ich ihr erzählt hatte, worum es geht.

Sie sind an den Wochenenden als Groundhopper unterwegs. Achten Sie speziell darauf, Artikel mitzubringen, wenn sie unterwegs sind?
Früher habe ich außer den Eintrittskarten nur wirklich besonders tolle Sachen mitgenommen. Seit ich den »Alfie Lund Fund« unterstütze, suche ich ausgiebiger. Ich bin ja auch viel bei kleinen Vereinen, die keine Fanartikel haben, aber ich frage dann trotzdem nach, ob es irgendwas gibt. Letztens habe ich aus der Kabine ein altes Trikot bekommen, das sie nicht mehr brauchten. Die, die etwas haben, spenden in aller Regel auch etwas. Zuletzt war ich beim SC Brück, einem Stadtteilverein in Köln, bei dem ich vorher schon per Facebook angefragt hatte, ob sie etwas haben. Das hat dann auch wunderbar geklappt.

Haben Sie mal besondere oder skurrile Teile bekommen?
Als besonderes Stück würde ich das Trikot von Leverkusen mit den Unterschriften der Spieler bezeichnen, das ich besorgt habe. Außerdem habe ich ein T-Shirt vom Fußballverband der Turks & Caicos Islands besorgt, als ich dort war. Das ist ein Inselstaat mit 30.000 Einwohnern und flächenmäßig wahrscheinlich kleiner als Leverkusen. Die Nummer 175 der Weltrangliste oder so. Außerdem hat Chicago Fire einen Schal gespendet, den eigentlich nur Jahreskarteninhaber bekommen.

Ist es egal, was die Leute spenden?
Alles, was sich irgendwie in die Kette reinknoten lässt und sie verlängert, ist brauchbar. Schals sind da natürlich ideal.

Wir haben gesehen, dass Sie auch im beruflichen Leben Menschen helfen. Sie sind Arzt.
(Lacht.) Nein, das ist ein Irrtum. Mein Spitzname ist »Doktor«, weil ich in der A-Jugend mal den Arztkoffer getragen habe.

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Ihr habt Schals oder Trikots, die ihr gerne spenden wollt? Dann meldet euch bei Marius Eversmann unter alfie-spende@web.de. Mehr über Evermanns Groundhoppingtouren und einen Bericht über seinen ersten Besuch der Familie Lund findet ihr hier: www.doktormarius.de.tl