Warum Fans die längste Fanartikel-Kette der Welt gebastelt haben

»Drei Kilometer voller Schals und Trikots!«

In England engagieren sich Fußballfans für einen kranken Jungen – und sammeln Spenden vor der vermutlich längsten Fankette der Welt. Auch ein Deutscher macht mit.

Mark Lund

Marius Eversmann, wer ist Alfie Lund?
Alfie ist ein sieben Jahre alter Junge, der nördlich von Manchester lebt. Er leidet am MECP2-Duplikations-Syndrom. Das ist ein Gen-Defekt. Alfie hat autistische Züge, kann nicht reden, nicht laufen, er muss gefüttert und angezogen werden. Zudem ist er sehr anfällig für Lungenentzündungen, und Epilepsie spielt bei der Krankheit auch eine Rolle. Es ist eine sehr seltene und sehr unbekannte Krankheit. Sein Vater, Mark Lund, ist großer Fußballfan und hatte die Idee, Fanartikel aller Vereine der Welt zu sammeln um diese zur längsten Fanartikelkette aller Zeiten zusammenzuknoten.

Wo hängt sie denn?
Sie wird momentan nicht mehr im Ganzen gezeigt, da sie inzwischen über drei Kilometer lang ist und nicht mal mehr in ein normales Auto passen würde. Aber in Teilen ist sie regelmäßig bei Fußballspielen in England zu sehen, wo dann gespendet werden kann.

Wie sind Sie auf die Aktion aufmerksam geworden?
Ich bin viel als Groundhopper unterwegs. Bei Facebook gibt es die Gruppe »European Football Weekends«, auf der sich größtenteils Engländer und Deutsche über gegenseitige Besuche austauschen. Dort wurde für diese Aktion geworben. Mich hat diese Aktion fasziniert. Ich mag es eben, wenn Fußballfans zusammenhalten und zeigen, dass sie etwas Gutes auf die Beine stellen können.

Und warum gerade eine Fanartikelkette?
Weil es symbolischen Charakter hat, wenn etwa ein Tottenham-Schal mit einem Arsenal-Schal zusammengeknotet wird. Das zeigt einfach, wie die großen Rivalitäten in den Hintergrund rücken, wenn es wirklich wichtige Themen gibt, die gemeinsame Anstrengungen verdienen.

Wie sieht Ihr Kontakt zu Alfie Lund aus?
Ich war zu Anfangs nur sehr lose in Kontakt mit seinem Vater Mark. Im Dezember 2014 wollte ich mir ein Spiel von Manchester City anschauen und habe Kontakt zu Mark aufgenommen, ob die Kette an diesem Wochenende irgendwo aufgehangen wird, damit ich sie besichtigen kann. Dies war nicht der Fall, aber Mark wollte mit Alfie nach Manchester kommen, um mich zu treffen. Leider ist Alfie kurz davor schwer erkrankt, musste im Krankenhaus behandelt werden, und das Treffen konnte nicht stattfinden. Das hat aber bei mir den Ehrgeiz geweckt, mich noch mehr zu engagieren. Ich habe dann Freunde gefragt, ob sie Schals spenden würden. So hat sich die Sache Stück für Stück entwickelt.