Warum ein Gespräch zwischen Regionalligafans und dem DFB abgesagt wurde

»Das ist doch alles kein Zufall«

Abgesehen von Journalisten. Wer hätte eigentlich an dem Treffen teilnehmen sollen? 
Wir hätten vier Vertreter aus unserem Bündnis, der aktiven Fans der Regionalliga Südwest, ausgewählt. Von Seiten der Verbände sollten Ronny Zimmermann (DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Regionalliga Südwest, d. Red.), Felix Weidemann (stellv. Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, d. Red.), ein Vertreter des DFB aus dem Verantwortungsbereich der China-Kooperation und gegebenenfalls ein weiterer Mitarbeiter kommen. 

Am Samstag wird die chinesische Olympiaauswahl also gegen TSV Schott Mainz spielen. Das erste Freundschaftsspiel im Rahmen der Kooperation. Wie ist Ihr Empfinden? 
Wir sind wirklich enttäuscht, dass es trotz aller Bemühungen nicht zu einem Gespräch gekommen ist. Beim Verband scheint es keine Einsicht zu geben, niemanden, der reflektiert. In einem Faktencheck haben wir deshalb zusammengestellt, was uns an der Implementierung der chinesischen U20 stört. Weitere Argumente, die unsere Positionen aus den offenen Briefen unterlegen, werden ebenfalls in Kürze veröffentlicht.

Dort steht auch, dass der Regionalligaverein FC Astoria Walldorf indirekt von der Eingliederung stärker profitiere. Wie kommen Sie darauf?
Ganz einfach: SAP hat seinen Sitz in Walldorf. SAP ist der Hauptsponsor des Vereins. Wenn Dietmar Hopp in einem Interview erklärt, dass seine Firma die chinesische U20-Mannschaft bereits mit Techniken betreue und SAP im chinesischen Sport vielversprechende Aufträge habe. Ja, dass der Standort der chinesischen Mannschaft auch mit der TSG Hoffenheim und SAP zu tun habe, so hat er es im Interview gesagt, dann ahnt man, dass das doch alles kein Zufall ist.

Ist die Thematik, nach der Absage des Treffens, für die abgeschlossen?
Nein, das Thema ist ganz bestimmt nicht abhakt. Wir wollen weiterhin unsere Standpunkte vertreten und beim Verband ein Bewusstsein für die Fehlentwicklung schaffen. Wir hoffen nach wie vor auf eine Korrektur. Dem DFB muss allerdings klar sein, dass man uns nicht in ein Hinterzimmer zitieren kann. Wir sind weiter gesprächsbereit, unser Wort steht, wenn Journalisten als neutrale Beobachter anwesend sein dürfen oder anderweitig eine Öffentlichkeit dargestellt wird, dann ist ein Gespräch nach wie vor denkbar.