Warum ein Gespräch zwischen Regionalligafans und dem DFB abgesagt wurde

»Wir lassen uns nicht ins Hinterzimmer locken«

Eigentlich wollten Fans von Vereinen der Regionalliga Südwest mit dem DFB diskutieren. Über die chinesische U20 und die Ligenreform. Doch zu dem Treffen kommt es nicht. Im Interview erklärt die Faninitiative, warum.

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Heute sollte ein Treffen mit Ihnen und mit Vertretern des DFB stattfinden, um über die Freundschaftsspiele der chinesischen U20 gegen Vereine der Regionalliga Südwest zu diskutieren. Dazu kommt es aber gar nicht erst. Warum?
Wir sind uns beim Abstecken die Rahmenbedingungen einfach nicht einig geworden.

Das klingt ja nahezu lapidar. Was ist wirklich passiert?
Es ist tatsächlich so: Wir sind uns nicht einig geworden. Unsere Korrespondenz mit dem DFB begann vor etwa 14 Tagen. Uns hat das nicht sonderlich überrascht, schließlich beginnen die Freundschaftsspiele gegen die chinesische Auswahl am kommenden Sonntag, wenn die U20 auf Schott Mainz trifft. Und im ersten Moment haben wir wirklich geglaubt, dass wir mit dem DFB zusammenkommen könnten.

Woran ist es dann gescheitert? 
Kurz gesagt, an den Journalisten. Wir hatten vorgeschlagen, dass einige ausgewählte Journalisten als neutrale Beobachter zur Diskussion dazu stoßen würden, um anschließend unverfälscht berichten zu können. Der DFB lehnte das ab.

Warum?
Wir hatten einige renommierte Personen eingeladen. Journalisten vom Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, auch von 11FREUNDE. Jene, die in unseren Augen durch ihre jahrelange Berichterstattung dazu qualifiziert wären. Offiziell heißt es, dass der DFB keinen Ausschluss von anderen Medien dulden könne. Damit waren wir einverstanden, und hätten deshalb auch alle anderen interessierten Medien als stumme Beobachter eingeladen. Auch das wurde in einer weiteren Mail entschieden abgelehnt. 

Mit welcher Begründung?
Naja, wieder mit der Begründung, dass niemand ausgeschlossen werden dürfe. Dieses Argument des DFB war zu diesem Zeitpunkt aber ja längst überholt.

Ausgerechnet der Verband hatte doch zuletzt mit einer Transparenzoffensive geworben. Wie erklären Sie sich das? 
Uns wurde gesagt, dass der DFB grundsätzlich nicht im Beisein von Medienvertretern Gespräche führt, auch nicht bei anderen Veranstaltungen. Das Angebot richte sich allein an uns, nicht an Journalisten. Aber wir wollen uns nicht ins Hinterzimmer locken lassen und fürchten, anschließend ansehen zu müssen, wie die Geschehnisse verklärt werden. Deshalb haben wir auf die neutralen Beobachter bestanden. Unter diesen Voraussetzungen waren wir gezwungen, das Treffen abzusagen.

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