Warum das Urteil im Fall von Heinz Müller so elementar wichtig für Vereine ist


»Der Fall hat sich emotional längst aufgeladen«

In erster Instanz hatte Müller vor dem Arbeitsgericht Mainz noch Recht bekommen. Wieso?
In Mainz bekam Müller Recht, weil das dortige Arbeitsgericht bisherige Begründungen zur »Eigenart der Beschäftigung« von Fußballern als fadenscheinig angesehen hatte. So war in vorherigen Urteilen als Eigenart beispielsweise ein sogenanntes »Abwechslungsbedürfnis der Zuschauer« genannt worden. Dabei gibt es ja genug Fälle, wie etwa bei Philipp Lahm in München, in denen es keinesfalls ein »Abwechslungsbedürfnis der Zuschauer« gab. Also gab das Gericht in Mainz Heinz Müller - sehr überraschend - Recht und versetzte die Profivereine in Alarmbereitschaft.

In zweiter und dritter Instanz, also vor dem Landgericht Rheinland-Pfalz und heute vor dem BAG in Erfurt, hat Müller den Rechtsstreit verloren. Welche Optionen bleiben ihm jetzt noch?
National hat Heinz Müller alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Daher bleibt ihm jetzt nur noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

Für wie realistisch halten sie diesen Schritt?
Ich könnte mir vorstellen, dass Müller und seine zuständigen Juristen vor allem durch das Urteil aus erster Instanz Blut geleckt haben. Am Anfang ging es Müller zwar gar nicht um solch eine Grundsatzentscheidung, sondern viel mehr um sein konkretes Problem mit Mainz 05. Doch der Fall hat sich emotional längst so aufgeladen, dass ich mir schlecht vorstellen kann, dass Müller und sein Team jetzt aufgeben werden.