Torwart-Kuriosität in der Kreisliga

»Wer grad Zeit hat«

Die zweite Mannschaft vom Geisecker SV gewann bislang jedes ihrer Spiele, schoss dabei 81 Tore und fing sich kein einziges ein. Das Kuriose dabei: In neun Partien liefen sechs verschiedene Torhüter auf.

Manu Schwerte Ruhrnachrichten

Thomas Latta ist seit diesem Sommer Trainer bei Geiseckes zweiter Mannschaft in der Kreisliga B. Nebenbei coacht er die B-Jugend des Vereins, fungiert ab November als Jugendleiter und ist im DFB-Stützpunkt Lüdenscheid als Torwarttrainer installiert. »Gute Jugendarbeit, wie sie in Geisecke vollzogen wird, ist mir das Allerwichtigste«, sagt er. In Geisecke erlebt Latta derzeit eine turbulente Eingewöhnungszeit: Neun Spiele, neun Siege, 81 zu Null Tore bei sechs (!) eingesetzten Torhütern. Im Gespräch verrät der Trainer, der früher selbst Torwart war, warum er so häufig den Schlussmann wechselt und gibt einen Ausblick darauf, wie viele weitere noch folgen könnten.

Herr Latta, vorne hui - hinten ebenfalls hui. Haben sie mit einem derartigen Saisonstart gerechnet?

In der Mannschaft steckt Qualität, das wurde mir schon im ersten Training deutlich. Im Schnitt sind meine Jungs 24,5 Jahre alt, viele von Ihnen kenne ich seit der B-Jugend. Wichtig war, die Truppe der letzten Saison irgendwie zusammenzuhalten – was größtenteils gelang. Dass es derart grandios losgeht, hätten meine Co-Trainer Sebastian Schlinkert, Jan Hösterey und ich natürlich niemals zu träumen gewagt. Ehrlichgesagt hatten wir auch etwas Glück mit dem Spielplan.

Die Guten kommen noch?

Das soll keineswegs respektlos gegenüber den bisherigen Gegnern klingen, doch die Vereine, die ich vor der Saison als Favoriten ausgemacht hatte, warten allesamt noch auf uns. Los geht es bereits diesen Sonntag in Hüingsen.

Wer wird dann im Tor stehen?

Ich weiß worauf ihre Frage hinausläuft. Aber in Hüingsen spielt natürlich unser erster Torwart.

In den ersten neun Spielen kamen bereits sechs Torhüter zum Einsatz. Klingt so, als gäbe es keinen wirklichen Stammtorwart.

Im Gegenteil: Das ständige Wechselspiel im Tor ist völlig unfreiwillig. Kurz vor der Saison verletzte sich unsere Nummer Eins, Florian Holtkamp, unglücklich. Da auch der zweite Schlussmann am Finger verletzt war, lieh uns die Dritte kurzfristig einen Keeper aus.

Der beim 18:0-Sieg gegen Platte-Heide keine Probleme hatte.

Genau! Allerdings war der wiederum für das nächste Spiel verhindert, weshalb da der Ersatztorwart aus der Ersten bei uns im Tor stand. Wir gewannen 16:0. Beim dritten Spiel mussten wir improvisieren...

Was war los?

Erste und Dritte Mannschaft mussten selber ran. Der Feldspieler Marc Brandner meldete sich kurzerhand freiwillig, die Aufgabe im Tor zu übernehmen. Auch er hielt auf überragende Weise seine Kiste sauber.