Tomislav Marić über seine Zeit in Japan

»Banner mit kroatischen oder deutschen Grüßen«

Bevor Sie 1000 Fans am Flughafen verabschiedeten, wurden Sie von 30.000 Anhängern in einem leeren Stadion gefeiert. Erzählen Sie mal.
Es war das Finale des Kaiserpokals (nationaler Pokalwettbewerb, d. Red.). Eines der großen Highlights meiner Karriere. Schon als ich aufs Spielfeld lief, bekam ich Gänsehaut, die Fans sangen ununterbrochen, und an den Zäunen der Fankurven hingen Banner mit kroatischen oder deutschen Grüßen. Und dann schoss ich das vorentscheidende 2:0. Noch eine Stunde nach Spielende skandierten 30.000 Fans auf der Tribüne meinen Namen. Sie verließen das Stadion erst, als ich noch einmal aus der Kabine kam. Danach gab es noch einen Empfang, eine offizielle Feier, ein Fantreffen, überall glückliche Menschen, schließlich war es für die Red Diamonds der erste Titel seit 25 Jahren.
 
War es das beste Tor Ihrer Karriere?
Ich kann das so nicht einordnen. Zumal ich mich auch gerne an meine Doppelpacks erinnere (in der Bundesligasaison 2001/02 stellte er den Rekord von Lothar Emmerich ein, indem er an vier aufeinanderfolgenden Spieltagen jeweils einen Doppelpack erzielte, d. Red.). Oder an wichtige Tore für die kroatische Nationalmannschaft.
 
Allerdings hatten Ihre Tore zuvor nie zu einem Titel geführt.
Dementsprechend emotional war das. Ich sage auch heute noch: Du kannst die tollsten und lukrativsten Verträge haben, aber das Glücksgefühl eines Titels übertrifft alles.
 
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In 11FREUNDE #160 (ab heute bei den Abonnenten, ab morgen am Kiosk): »Wo die Liebe hinfällt. Außergewöhnliche Publikumslieblinge im Fußball«. U.a. mit Karlo Werner, Leo Manzi und Tomislav Maric.

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