Steigt Kiel in die 2. Liga auf, Kenneth Kronholm?

»Ich bin tiefenentspannt«

Die Relegation kennen Sie ja: Mit Elversberg haben sie 2013 gegen 1860 II gewonnen und sind in die dritte Liga aufgestiegen. Hilft das?
Natürlich. Die anderen fragen mich wie es war und ich kann Ihnen nur positives erzählen. Ich weiß, wie geil so ein Aufstieg in der Relegation ist. Und es kann noch besser werden.

Sie klingen überhaupt nicht nervös.
Ich bin tiefenentspannt. Vielleicht weil ich den ganzen Ablauf schon mal mit Elversberg durchgemacht habe.

Und die jüngeren Spieler?
Wir sprechen einfach drüber. Neulich erst wieder, als ich beim Physio auf der Liege lag und neben mir ein Mitspieler massiert wurde. Es ist natürlicher präsenter als ein gewöhnliches Ligaspiel, ob man das will oder nicht. Ich stehe morgens auf und überlege mir genau, was ich essen sollte, damit ich am Freitag vorbereitet bin.

Mit Elversberg spielten Sie vor 14.500 Zuschauern, im Rückspiel gegen München am Montag werden es mehr als 50.000 in München sein. Wie gehen Sie damit um?
Ich bin voller Vorfreude! Auch unser Stadion ist ausverkauft und wird beben. Und ob es dann in München 50.000 oder 73.000 Zuschauer sein werden, ist mir egal: Es wird großartig!

Sie sind in Fort Belvoir geboren aber in Heidelberg aufgewachsen. Es heißt ja immer, die Amerikaner mögen nur Spiele, bei denen es Sieger und Verlierer gibt. Jetzt haben wir so eine Situation. Hilft Ihnen bei den Relegationsspielen die amerikanische Mentalität?
Ich wurde ja nur dort geboren und bin relativ bald nach Deutschland gekommen. Deshalb kann ich mit der Mentalität, die Sie beschreiben, nichts anfangen. Ich fühle deutsch, wenn man das so sagen darf.

Kiel ist ihre 13. Station in Deutschland, Sie sind 29 Jahre alt. Fühlen Sie sich jetzt angekommen?
Es war hier sehr einfach, reinzukommen. Normalerweise brauchen Neuzugänge Wochen, um in die Mannschaft zu finden. Man fragt sich »Wie komme ich an bei der Mannschaft?« Hier war das nicht so: Der Verein unterstützte mich mit der Wohnungssuche und ich war voll integriert.

Es ging Ihnen aber nicht immer so.
Vor vier Jahren habe ich in Mannheim in der Oberliga gespielt und bin meinem Gehalt hinterher gelaufen. Eine schwierige Zeit. Wenn ich das jetzt im Zeitraffer durchgehe, muss ich mich manchmal selbst zwicken. Ich genieße das aber mehr als andere glaube ich. Weil ich eben nicht alles zurecht gelegt bekommen habe, sondern mich durchkämpfen musste.

Die Fans im Kieler Holsteinstadion halten Plakate hoch, auf denen steht: »Wer braucht schon Manuel Neuer wenn er Kronholm hat.« Ihr Kommentar?
Irgendwie geil, oder?