Stefan Krämer über die beste Dritte Liga der Welt

»Ich würde die Tanzfläche in Rekordzeit leerspielen«

Es gab sogar ein Speed-Talking zwischen Spielern und Fans.
Ja. Wie beim klassischen Speed-Dating saßen sich Fans und Spieler gegenüber. Da wurde gequatscht und die Fans konnten fragen, was sie wollen. Alle zwei Minuten wechselten die Fans einen Platz weiter. Mit solchen Veranstaltungen wollen wir zeigen: Wir sind keine abgekapselte Profitruppe, sondern suchen aktiv den Kontakt zu den Anhängern. Und die Aktion hat großen Spaß gemacht.

Saßen Sie mit am Tisch?
Natürlich. Ihre Tattoo-Frage wurde übrigens recht oft gestellt (lacht). Meist ging es aber um sportliche Dinge: Holen wir noch einen Spieler im Winter? Steigen wir auf? Fragen über Fragen eben.

Sie betonen die Bedeutung der Fans. Ist es vielleicht kein Zufall, dass die Vereine mit den meisten Fans sich auch die obere Tabellenhälfte teilen?
Ich bin überzeugt davon, dass die Fans eine große Rolle spielen. Das lässt sich auch statistisch belegen: Die überwiegende Anzahl der Punkte holen die Klubs zuhause, das liegt sicherlich auch an der Atmosphäre, die gerade bei den größeren Vereinen fantastisch ist. Aber es gibt auch noch einen anderen Grund.

Welchen?
Die Wege in der Liga sind sehr weit. Da die Vereine aber nicht über das Geld verfügen, das einem Bundesligisten zur Verfügung steht, müssen alle Wege mit dem Bus oder der Bahn zurückgelegt werden. Wir können uns nicht mal eben in den Privatjet setzen. Zum Spiel nach Stuttgart saßen wir also acht Stunden im Bus. Das wirkt sich natürlich auf die Frische der Spieler aus.

Hatten Sie eigentlich schon Weihnachtsfeier mit der Mannschaft?
Nein, die findet nach dem Spiel gegen Münster statt.

Wir gehen davon aus, dass Sie für die Musik sorgen. Schließlich waren Sie während Ihrer Studentenzeit als Indie-DJ unterwegs.
(lacht) Also ich würde den Veranstaltern abraten, mich als DJ zu engagieren. Mit meinem Musikgeschmack können die Jungs wenig anfangen, wahrscheinlich würde ich die Tanzfläche in Rekordzeit leerspielen.