Stefan Krämer über die beste Dritte Liga der Welt

»Wenn wir aufsteigen, lasse ich mir was einfallen«

Energie ist Vierter, aus den letzten drei Spielen holten Sie zwei Siege und ein Unentschieden. In Ihrer Bielefelder Zeit trugen Sie während einer Siegesserie ein Glücks-Shirt. Sehen wir Sie im steifen Lausitz-Winter demnächst im T-Shirt an der Seitenlinie?
Naja, es ist ja bisher nur eine Mini-Serie, das reicht noch nicht für einen Glücksbringer. Aber ich bin in der Tat sehr abergläubisch, und wenn wir tatsächlich eine Serie starten, werde ich das ganz bestimmt an irgendetwas festmachen. Aktuell gibt es also noch keinen Glücksbringer, der würde mit der Zeit entstehen. Aber ein T-Shirt wäre es wohl nicht, zweimal den gleichen Talisman zu benutzen, funktioniert wohl nicht.

Aus der Bielefelder Zeit stammt auch Ihre Tattoo-Wette, nach erfolgreichem Aufstieg ließen Sie sich das Arminia-Logo auf die Brust stechen. Ist da noch Platz für das Energie-Wappen?
Platz ist noch mehr als genug. Die Zeit in Bielefeld war schon etwas Besonderes für mich, daher fiel es mir damals nicht schwer, die Wette einzulösen und mir das Wappen stechen zu lassen. Aber ich finde, so etwas lässt sich schwer wiederholen und schon gar nicht planen. Wenn wir tatsächlich irgendwann mit Cottbus aufsteigen würden, ließe ich mir sicherlich etwas einfallen.

Energie ist letzte Saison sang- und klanglos aus der Zweiten Liga abgestiegen. Wie ist denn mittlerweile die Stimmung in Cottbus?
Als wir hier im Sommer angetreten sind, war die Stimmung mies, und es war unser oberstes Ziel, die Leute nach dieser Scheißsaison wieder zurück ins Boot zu holen. Viele Fans hatten sich abgewendet, aber ein Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans ist enorm wichtig. Das Wichtigste ist natürlich Leidenschaft auf dem Platz. Fans haben ein sehr gutes Gespür dafür, ob die Jungs da unten alles geben, was sie drin haben. Darüber hinaus haben wir versucht, durch viele kleine Aktionen die Beziehung zwischen Fans und Mannschaft wieder zu verbessern. 

Durch welche genau?
In der Vorbereitung haben wir zum Beispiel auf größere Testspielgegner verzichtet und haben viel hier in der Region gespielt, um den Leuten zu zeigen, dass wir ein neues Team haben, mit dem wir einen neuen Weg einschlagen wollen. Außerdem war es wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass die Spielweise der neuen Mannschaft zu Energie Cottbus passt. Kampf, Emotionalität, Energie eben. Darüber hinaus ist aber auch die Art und Weise des Auftretens ganz entscheidend. Wenn die Spieler gemeinsam in der Stadt essen gehen, dann müssen sie sich vernünftig verhalten, ansprechbar sein. Die Leute sollen merken, dass die Spieler gerne in Cottbus sind und nicht irgendwelche Söldner, die nächstes Jahr wieder woanders kicken. Und dass wir uns aktiv um die Fans bemüht haben, bekommen wir jetzt zurück. Vergangene Woche haben wir gegen Osnabrück nach 0:2 noch 2:2 gespielt. Das war der Unterstützung der Fans zu verdanken, die uns trotz schlechter Leistung weiter nach vorne gebrüllt haben. Wir haben den Schulterschluss mittlerweile also ganz gut hinbekommen. Durch unsere Spielweise, aber auch durch besagte Maßnahmen.