Stajner und seine Zeit als Profi

»Mit Simak war drei Monate Party«

Jiri Stajner ist in Hannover eine Legende, heute kickt er in der vierten tschechischen Liga. Im Interview spricht er über 96, seine wilde Zeit als Profi und was sich seitdem getan hat.

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Jiri Stajner, in ihrem letzten 11Freunde-Interview sagten Sie, Sie seien Hannover-96-Fan. Mittlerweile spielt der Verein in der zweiten Liga. Halten Sie nach wie vor zu ihm?
Ja, klar. Hannover wird direkt wieder aufsteigen. Sie haben einen guten Start hingelegt und haben eine gute Mannschaft. Der Abstieg war sehr traurig. Sie haben keine Tore geschossen und sieben Mal 1:0 verloren. Es war wie immer im Abstiegskampf: Da gehört viel Pech dazu.

Nun soll Daniel Stendel für die Wende sorgen. Er war damals lange Zeit Ihr Sturmpartner.
Daniel war immer ein Kämpfer vor dem Herrn. Er hat gekämpft bis zum Umfallen. Technisch war er dafür nicht so stark wie ich. (Lacht.) Mit ihm läuft es wieder bei 96. Auch Martin Bader ist der richtige Mann. Er ist gut im Geschäft. Gemeinsam steigen die wieder auf.

Wäre Hannover 96 mit einem Jiri Stajner im Kader abgestiegen? 
Mit 25 hätte ich vielleicht noch helfen können. (Lacht.). Nein, es geht immer um die ganze Mannschaft. Es liegt nie an einem einzelnen Spieler.

Wie viel wäre ein junger Jiri Stajner heute wert?
Fünf Millionen Euro vielleicht? (Lacht.). Damals waren es drei oder vier. Heute ist es aber Science-Fiction, von Tschechien nach Deutschland zu wechseln, so wie ich damals. Die Liga ist nicht mehr so stark wie früher. Deswegen hat sich an den Preisen für tschechische Talente nicht viel geändert. 

Und das, obwohl Sie in Hannover nicht als Kind von Traurigkeit galten. 
Ja, das kann man so sagen. Ich war jung. Ich bin oft in meine Heimat nach Liberec gefahren und war dort mit meinen Freunden unterwegs. In Hannover eher weniger. Ich kannte die Sprache nicht und hatte dann keine Lust. Außer, wenn meine Freunde aus Tschechien mich besucht haben, dann sind wir natürlich raus gegangen.