Sebastian Santana plant die Urlaube der Fußballprofis

»Hauptsache, die Jungs können ihren Urlaub genießen«

Was lassen sich die Profis denn so einen Urlaub kosten?

Die Spanne ist sehr groß. Es fängt an mit Reisen für rund 1.500 Euro. Nach oben gibt es aber keine Grenze. Die teuerste Reise, die ich geplant habe, ging nach Los Angeles. Allein das Grundgerüst aus Flügen und Unterkunft hat insgesamt etwa 55.000 Euro verschlungen für einen Zeitraum von 15 Tagen. Schon die Villa in den Hollywood Hills hat 15.000 Euro pro Woche gekostet.

Sie selbst sind in der Oberliga aktiv und studieren noch. Wird Ihnen bei diesen Summen nicht manchmal schwindlig?

Mit meiner Fußballkarriere werde ich diese Summen wohl nicht mehr erreichen (lacht). Allerdings möchte ich meine Agentur gerne weiter ausbauen und mir damit ein zweites Standbein aufbauen. Mir bereitet die Tätigkeit an sich aber einfach Freude. Ich habe Riesenspaß am Organisieren und an der Betreuung der Jungs. Zudem erlebt man immer wieder unglaubliche Geschichten. 

Erzählen Sie. 

Als ich kürzlich auf Ibiza war, bekam ich einen Anruf von einem Spieler, der dort zusammen mit fünf Freunden ein Haus gemietet hatte. Er sagte, dass es Schwierigkeiten gebe. Also bin ich hingefahren. Es stellte sich heraus, dass bei einer Party etwas im Haus zu Bruch gegangen war. Ich habe dann mit dem Vermieter alles bezüglich der Versicherung geregelt. 

Das heißt, im Fall der Fälle räumen Sie auch den Scherbenhaufen zusammen, den die Spieler im Urlaub hinterlassen?

Genau. Ich bin der Mann für alles. Die Hauptsache ist, dass die Jungs ihren Urlaub genießen können. 

Bedauern Sie es, dass Sie selbst den Sprung in den Profifußball nicht geschafft haben?

Natürlich hatte ich das Ziel, im Profifußball Fuß zu fassen und war zu A-Jugend-Zeiten auch nicht weit davon entfernt. Letztendlich habe ich mich aber nicht weiterentwickelt und bin in der Oberliga hängengeblieben. Manchmal bin ich aber auch ganz froh darum, dass ich es nicht gepackt habe. Es ist eine Blase, in der ich nicht unbedingt leben will. Da reicht mir der Kontakt zum Fußballgeschäft, den ich durch meine Agentur habe.