Schafft der HSV das Relegationstriple, Nicolai Müller?

»In erster Linie bin ich Fan der Nationalmannschaft«

Sieben Tore haben Sie bisher erzielt. In den vergangenen vier Spielen waren es alleine drei Tore und ein Assist. Warum läuft es für Sie momentan so gut?
Ich durfte alle Rückrunden-Spiele von Anfang an spielen und habe seit dem Winter kein einziges Training verpasst. Das sorgt natürlich für ein gutes inneres Gefühl. Das Selbstvertrauen kommt dann durch die Leistungen in den Spielen, die momentan stimmt.

René Adler lobte Sie neulich für Ihre Defensivqualitäten. Wie würden Sie Ihre Spielweise beschreiben?
Ich habe offensiv gute Laufwege und meist ein Auge in den Spielsituationen, in denen meine Mitspieler besser stehen als ich. Durch meine Schnelligkeit kann ich auch einiges wettmachen. In den letzten Jahren konnte ich zudem meinen Torabschluss verbessern. Was die Defensive angeht, ist es für mich selbstverständlich der Mannschaft zu helfen. Daher freut es mich, wenn René so etwas über mich sagt.

In welchen Bereichen würden Sie sich gerne noch verbessern?
Mehr Ruhe und mehr Geduld am Ball täten mir in der ein oder anderen Situation noch ganz gut.

Sie können in der Offensive jede Position bekleiden. Wo würde Nicolai Müller spielen, wenn Sie Bruno Labbadia wären?
In Mainz und in Fürth habe ich oft auf links gespielt, aber in Hamburg habe ich bestimmt 90 Prozent meiner Spiele auf rechts gespielt. Da es mir dort auch am besten gefällt und ich meine Stärken am besten einbringen kann, würde ich mich auf rechts aufstellen.

Gibt es Spieler, an deren Spielweise Sie sich orientieren?
Da fällt mir kein direkter Spieler ein. Ich schaue natürlich viele Spiele in meiner Freizeit, darunter auch die Champions League, und achte dann allgemein auf die Spieler meiner Position. Wenn ich gelungene Aktionen sehe, versuche ich das aufzunehmen und für meine Spielweise zu adaptieren.

Wer war denn Ihr Lieblingsspieler, bevor Sie Profi wurden?
Das allererste Trikot, dass ich besessen habe, war von Jürgen Klinsmann. Das habe ich allerdings geschenkt bekommen. Früher fand ich eigentlich alle Fußballspieler cool. Als ich dann etwas älter wurde, habe ich mir viele Spiele von Thierry Henry und Ronaldo angeguckt, weil die mich mit ihrer Spielweise fasziniert haben und ich deren Art einfach ziemlich sympathisch fand.

Bisher haben Sie zwei Länderspiele für die Nationalmannschaft bestritten – im Rahmen der USA-Reise 2013 spielten Sie gegen Ecuador und die USA. Wie ist Ihr Verhältnis zur Nationalmannschaft?
In erster Linie bin ich Fan der Nationalmannschaft. Meine Nominierung konnte ich damals ganz gut einschätzen. In Mainz hatte ich zu der Zeit eine richtig gute Phase und habe viele Tore geschossen. Für mich war es gut, dass Dortmund und Bayern im Champions-League-Finale gegeneinander gespielt haben. So konnte ich mal in diese Atmosphäre reinschnuppern und dafür bin ich in erster Linie einfach dankbar, weil ich nie daran gedacht hatte, einmal in den Genuss eines A-Länderspiels zu kommen.

Sie haben in den ersten fünf Ligen Deutschlands gespielt. Worin liegen die Unterschiede?
Jede Liga birgt eine neue Herausforderung und ist eine Steigerung zu der niedrigeren – das Spiel läuft einfach viel schneller. Zwischen der Oberliga und der Bundesliga liegen Welten. Als Oberligaspieler konnte ich mir das nicht so richtig vorstellen, aber wenn man erst mal die Möglichkeit hat, ganz oben zu spielen, merkt man den Riesenunterschied.

In welcher Liga gefällt es Ihnen denn am Besten?
Ganz klar in der Bundesliga. Jedes fußballbegeisterte Kind hat diesen Traum. Wenn ich früher die Sportschau im Fernsehen gesehen habe, wusste ich, dass ich da eines Tages auch sein möchte. 

Jetzt sind Sie in der Bundesliga.
Da wollen wir auch mit aller Macht bleiben. Wir fühlen uns gut und sind überzeugt, dass wir es auf jeden Fall packen.