Reinhold Yabo übers Bloggen und Politik

»Kann ich das echt bringen?«

Es gibt bis jetzt nur eine Kurzgeschichte auf Ihrem Blog. Sind weitere geplant? 

Sagen wir es mal so: Es gibt viele, aber nur eine ist veröffentlicht. Ich schreibe regelmäßig Geschichten, aber nicht alle will ich im Internet veröffentlichen. Es ist schon so, dass ich mir vor der Veröffentlichung eine Menge Gedanken mache: Kann ich das echt bringen? Interessiert das überhaupt irgendjemanden? 

Sie scheinen zu wissen, was die Leute interessiert. Während ihrer Zeit in Karlsruhe machten sie Politik, saßen sogar im Gemeinderat. 

(lacht) Das war ja auch mehr ein Unfall. Ein Freund aus der Gemeinde, die ich dort besuchte, war politisch sehr aktiv. Er fragte mich, ob ich mir nicht vorstellen könnte, ein wenig Werbung für die kleine Wählergemeinschaft zu machen.

Dann ging es soweit, dass ich gefragt wurde, ob ich mich nicht auf die Wahlliste setzen lassen möchte, um einen noch größeren Effekt zu erzielen. Ich habe mich ganz unten aufstellen lassen, mir eigentlich keine Chancen ausgerechnet und wurde trotzdem reingewählt. Danach hatte ich zwar noch die Chance, das Mandat nicht anzunehmen, aber ich dachte mir: Wenn das jetzt so gekommen ist, dann mache ich das jetzt auch einfach mal.

Sie waren also auch oft dort? 

So wie ich konnte. Wenn beispielsweise die Plenarsitzung in eine englische Woche fiel, ging es natürlich nicht. Aber ich habe schon versucht, die Termine regelmäßig wahrzunehmen. 

Auf Ihrem Blog gibt es keine politischen Texte. Interessiert Sie aktuell Politik nicht mehr?

Die Tage im Rat waren ein spannender Einblick. Ich habe hautnah erlebt, wie Politik wirklich gemacht wird. Die Debatten, die Vorträge, die Überzeugungsarbeit. Das ist wirklich anstrengend. Aktuell mache ich nichts in dieser Richtung. Obwohl mich viele – zum Beispiel mein Mitspieler Christopher Nöthe – schon angespornt haben, ich solle doch Bürgermeister werden (lacht). Gerade reizt mich Politik aber einfach nicht. 

Sie haben damals auch ein Fernstudium »Kreatives Schreiben« begonnen. Ist das noch aktuell? 

Leider ist auch das in die Phase meiner Verletzung gefallen. Da kam auch das Studium zu kurz. Aber das Gute ist: Ich habe noch alle Materialen und schaue noch regelmäßig rein. Damals bekamen wir immer ein bestimmtes Thema. Dazu mussten wir dann Texte verfassen und unserem Betreuungslehrer schicken, der gab dann seine Kritik ab und bewertete die Arbeit. Das hat mir rückblickend auch sehr fürs Bloggen geholfen.  

Wäre der Beruf als Autor eine Option nach dem Karriereende als Fußballer? 

(lacht) Auf jeden Fall. Ich meine, wer weiß schon, wie alles weitergeht. Ich würde das auf jeden Fall nicht ausschließen. Geschichten und Gedanken schriftlich fixieren und sie so aufbereiten, dass sie auch interessant für den Leser sind und der noch etwas daraus mitnehmen kann – ich glaube, das liegt mir.