Reinhold Yabo über die Relegation

»Mein Glaube spielt immer mit«

Ein 0:0-Unentschieden reicht zum Aufstieg. Das hat der KSC in dieser Saison im heimischen Wildpark bereits fünfmal geschafft. Ist die Zielsetzung also klar?
(Lacht). Vor ein paar Wochen habe ich noch vom 0:0-Heim-Fluch gesprochen. Wenn der jetzt wieder in Kraft tritt, nehmen wir das natürlich dankend an. Aber Spaß beiseite: Wir setzen uns natürlich kein 0:0 zum Ziel. Wir wollen auf Sieg spielen!

Das heißt, wir werden den KSC ähnlich angriffslustig wie im Hinspiel erleben…
Wir wollen die Hamburger wieder früh attackieren, dann aber auch defensiv gut stehen. Diesen Mix haben wir im Hinspiel ganz gut hinbekommen. Der HSV ist körperlich sehr präsent, gerade bei Standards. Wir wissen aber, dass es Unruhe in ihr Spiel bringt, wenn wir sie früh stören.

Bei den Karlsruher Fans herrscht eine enorme Euphorie. Merken Sie das in der Stadt?
Oh ja, das kriegen wir mit. Die Leute stehen hinter dem Verein, sind ein starkes Rückgrat. Wir werden auf der Straße angesprochen, noch einmal motiviert, ermutigt und beglückwünscht. In den Heimspielen merken wir die Unterstützung dann noch einmal besonders. Hier will einfach jeder den Aufstieg.

Welche Rolle spielen die Fans im Wildparkstadion?
Du spürst die Fans. Du merkst wirklich, dass sie da sind. Sie gehen mit, tragen uns förmlich. Diese Unterstützung gibt uns noch einmal zusätzliche Kraft. Und deshalb wollen wir gemeinsam am Montag im Wildpark ein Feuerwerk zünden.

Ist es für die Mannschaft eigentlich ein Thema, dass das Spiel aus Angst vor Ausschreitungen um 90 Minuten vorverlegt wurde?
Nein, daran verschwenden wir keine Gedanken. Wir müssen so oder so antreten. Ob um 20.30 Uhr oder um 19 Uhr, das ist egal.

Reinhold Yabo, Sie sind ein sehr gläubiger Mensch. Haben Sie für den Aufstieg gebetet?
Ich bete täglich, das gehört zu meinem Leben einfach dazu. Vor Spielen bete ich aber nicht noch einmal explizit, das habe ich vor dem Hinspiel nicht gemacht und werde es nun auch nicht machen. Dennoch spielt der Glaube natürlich immer mit. Er gibt mir nicht nur Halt, sondern motiviert mich zusätzlich.

Sind die Relegationsspiele die größten Ihrer Karriere?
Ich stand ja 2009 im U17-EM-Finale. Das war für mich auch ein sehr besonderes Spiel. Die beiden Relegationsspiele würde ich daher da mit einstufen. Sie sind also mit die wichtigsten Spiele in meiner Karriere.

Könnten Sie bitte folgenden Satz für uns vervollständigen: „Am Montagabend um 21.30 Uhr werde ich…“
… Erstliga-Spieler sein.

Gilt das auch unabhängig vom Aufstieg des KSC? Ihr Vertrag läuft im Sommer aus, sie haben noch nicht verlängert…
Da ist noch nichts entschieden. Wir werden das in den nächsten Wochen klären. Mein Fokus liegt gerade voll auf dem Aufstieg. Wie es weitergeht, werden wir dann nach den Partien sehen.

Wir sehen Sie aber nächstes Jahr in Liga eins?
Daran glaube ich, ja.