Rein van Duijnhoven träumt von einer Rückkehr nach Bochum

»Verbeek hat jetzt meine Nummer«

Unter Peter Neururer führte er den VfL in den UEFA-Cup, unter Verbeek hofft er auf eine Rückkehr nach Bochum. Rein van Duijnhoven über seine alte Liebe.

imago

Rein van Duijnhoven: Wenn sie VfL Bochum hören, denken Sie sofort…?
An die schönste Zeit meiner Karriere zurück. Ich verfolge den VfL nach wie vor jeden Tag, lese in den Fanforen, im Teletext, online. Nach sieben Jahren in Bochum kann ich sagen: Der VfL, das ist mein Verein. Das Umfeld, die Fans, alles war großartig.

Dabei war es nach ihrer Verpflichtung gar nicht sicher, ob sie zunächst überhaupt regelmäßig zum Einsatz kommen würden.
Ich sollte den Konkurrenzkampf mit Thomas Ernst annehmen. Im ersten Jahr haben wir uns noch abgewechselt, danach war ich aber die Nummer eins.

Sie waren sogar drei Jahre lang laut Kicker notenbester Spieler der Liga.
Das stimmt. Ein Jahr in der 2. Liga und danach zwei Jahre hintereinander in der Bundesliga. Das war eine tolle Zeit.

Viele VfL-Fans fragen sich: Warum arbeiten sie jetzt bei Helmond Sport in der zweiten niederländischen Liga und nicht in Bochum?
Das frage ich mich auch.

Sie haben also nie ein Angebot erhalten?
Nein. Ich habe mich immer gefragt, wann es denn endlich passieren könnte. Aber der VfL hat jetzt mit Gertjan Verbeek einen niederländischen Trainer . Vielleicht klingelt ja bald mal das Telefon. Zuhause ist das auch Thema. Es gäbe doch nichts Schöneres, oder? Aber in den sieben Jahren kam nichts von Vereinseite aus, das ist schade.

Dabei waren sie Publikumsliebling, Leistungsträger. Haben sie eine Erklärung dafür?
Nein. Mein Draht zu Marcel Koller war nicht der beste, aber das war kein Problem. Ansonsten hatte ich zu allen eigentlich eine gute Beziehung. Im Umgang mit mir gab es nie Probleme. Daran kann es nicht gelegen haben.

Als Reaktion darauf haben sie das Angebot von Helmond Sport angenommen?
Zunächst habe ich nur sehr wenig gemacht im Jahr nach meiner Zeit in Bochum, danach habe ich in Helmond angefangen, auch kommerzielle Dinge geregelt, aber vor allem Torwarttraining. Das tue ich nach wie vor neben anderen organisatorischen, technischen Aufgaben. Es macht unheimlich viel Spaß, aber das alles hier ist natürlich ein kleines Stückchen kleiner als in Bochum.

Sie haben also höhere Ambitionen als Helmond und hoffen auf ein Angebot des VfL?
Ja, natürlich. Die Kinder sind größer, 13 und 16. Alles würde passen von meiner Seite aus.

Derzeit sind sie Torwarttrainer. Wären Sie auch offen für andere Bereiche?
Jetzt bin ich Torwarttrainer der ersten Mannschaft, nebenher bin ich involviert bei Spielertransfers, das Regeln des Trainingslagers, solche Geschichten. Das ist, was ich derzeit mache. Aber natürlich steht mein Engagement als Torwarttrainer an erster Stelle. Mit meiner Erfahrung kann ich den Keepern nach wie vor sehr viel beibringen. Vor allem in Sachen Stellungsspiel: Wo ist der Ball? Wie stimme ich mich mit der Viererkette ab?

Haben sie noch Kontakt zu alten Teamkollegen?
Von damals sind ja kaum noch Leute an Bord, nur mit Heiko Butscher habe ich noch zusammengespielt.

Wann waren sie zuletzt im Bochumer Stadion?
Letztes Jahr. Mit Woszi (Darius Wosz (d. Red.) habe ich noch intensiven Kontakt. Meine Kinder und ich hatten uns eigentlich schon um Karten gegen Erzgebirge Aue gekümmert, doch nach der Neururer-Entlassung und der Verbeek-Geschichte habe ich davon abgesehen, ins Stadion zu gehen. Den Moment fand ich einfach unpassend. Das hätte nur für unnötiges Gerede gesorgt und niemandem geholfen. Aber im Januar, Februar werden wir noch einmal vorbeischauen.

Sie sagten, sie verfolgen nach wie vor den VfL sehr intensiv. Welchen Eindruck haben sie derzeit vom Verein?
Zu Saisonbeginn lief es gut, doch immer, wenn es »big points« zu vergeben gab oder man die Möglichkeit hatte, Zweiter oder Dritter zu werden, verlor die Truppe. Der VfL steht natürlich zu weit unten in der Tabelle. Bochum sollte nie nach unten schauen müssen, sondern nach oben, dies sollte man auch ausstrahlen. Aber die 2. Bundesliga ist ein harter Wettbewerb. Man sieht beispielsweise, dass 1860 München schon seit Jahren Probleme hat. Ingolstadt hat sie mittlerweile eingeholt. Darmstadt kommt aus der 3. Liga und sorgt gleich für Furore.