Pierre Emile Hojbjerg über seine junge Karriere beim FC Bayern

Eine Radtour im Hause Tarnat

Wissen Sie, wie dann der FC Bayern 2012 auf Sie gekommen ist?
Bayern-Scout Björn Andersson hat mir einmal erzählt, er habe im Sommer 2011 angefangen, mich zu beobachten. Anfang Dezember 2011 ist Jugend-Chef Michael Tarnat dann zu einem Spiel gekommen. Ich habe drei Tore geschossen und ihn anscheinend überzeugt. Am 17. Dezember saß ich im Büro von Karl-Heinz Rummenigge. Ich war zwar nervös, das Gespräch war aber sehr offen und nett. Einen Monat später habe ich einen Dreijahres-Vertrag ab der Saison 2012/13 unterschrieben.

Sie wechselten als 16-Jähriger nach München – in eine vollkommen fremde Stadt. Hatten Sie Angst?
Angst ist das falsche Wort. Respekt. Allerdings war es einfacher, als ich dachte. Ich habe mich nicht verstellt, war weiterhin der Pierre, der ich auch vorher war. In diesem Geschäft muss man frech sein, außerdem Härte und Klugheit mitbringen. Das hat bei mir ganz gut gepasst.

Wer hat Ihnen in Ihrer Münchener Anfangszeit besonders geholfen?
Die Familie von Michael Tarnat. Ich habe zunächst fast zwei Jahre lang dort gewohnt und eine unglaubliche Unterstützung erfahren. Michael ist wirklich ein Glücksfall für den FC Bayern, er tut alles für den Klub.

Es ist ja schon ungewöhnlich, bei seinem Chef zu wohnen. Was war Ihre lustigste Geschichte im Hause Tarnat?
(lacht) Nachdem ich im Sommer 2012 samstags mit den Profis aus dem Trainingslager gekommen bin, gab uns Jupp Heynckes den Sonntag frei. Das Wetter war wunderbar und Michaels Frau Nicole trommelte die ganze Familie zusammen. Sie sagte: »Jungs, heute fahren wir eine Runde Fahrrad.« Ich habe mich auf ein bisschen Ablenkung und ein lockeres Stündchen auf dem Rad gefreut.

Aber?
Vier Stunden! Wir sind vier Stunden durch die Gegend geradelt. Anschließend konnte ich mich fünf Tage kaum noch bewegen, hatte einen richtig schlimmen Muskelkater. Damals habe ich mir geschworen, nie wieder so lange Fahrrad zu fahren. Bis heute hat's geklappt.

Pierre-Emile Hojbjerg, was nehmen Sie sich für diese Saison vor?
Das ist eine gefährliche Frage. Ich habe sehr hohe Erwartungen an mich selbst, weiß aber um die Konkurrenz beim FCB. Mein Motto ist ganz einfach: Ich stehe jeden Tag auf und sage mir: ›Heute will ich besser werden!‹ Der Rest ergibt sich dann.

Vielleicht haben Sie ja doch ein konkretes Ziel für 2014/15. Ein Wettbewerb fehlt Ihnen ja gänzlich in Ihrer Vita.
(Überlegt) Die Champions League.

Exakt. Sie haben noch kein Spiel in der Königsklasse bestritten. Wäre das nicht ein Ziel für die neue Saison?
Mein Ziel ist es, nicht nur ein Spiel zu machen, sondern irgendwann den Champions-League-Pokal auf dem Marienplatz zu präsentieren. Aber ich weiß, dass ich erst einmal mit dem ersten Spiel anfangen muss. Auch wenn es schwer ist: Ich muss Geduld haben, auch wenn es natürlich sein kann, dass ich bald schon in der Champions League auflaufen werde. Das war im Pokalfinale ja auch nicht anders.