Philadelphia Union hat jetzt einen eigenen Teamtätowierer

»Wir stechen alles«

Der Betreuerstab eines Fußballklubs ist riesig. Masseure, Zeugwarte, Wasserträger - alles schon gesehen. Bei Philadelphia Union kommt nun auch ein Tatöwierer hinzu.

Foto: Privat
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Jay Cunliffe (links im Bild), Sie sind der weltweit erste Tätowierer eines Fußballvereins. Wie kam es dazu?
Der Vizepräsident des Klubs hatte die Idee. Ein Freund hat mich dann auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht. Also habe ich einen kurzen Lebenslauf und einige Arbeitsproben eingeschickt. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht. Irgendwann hat mich der Verein angerufen, denn ich hatte es unter die besten 13 geschafft.

Hatten die Spieler Einfluss darauf, wer den Job erhält?
Innerhalb des Klubs wurden die besten fünf Kandidaten ausgewählt. Dann haben sich die Spieler die Arbeiten angeguckt und sich für mich entschieden.

Warum?
Bei der Bewerbung habe ich Links zu den Arbeiten von all meinen Mitarbeitern mitgeschickt. Denn der Klub suchte auch ein Studio, in dem man arbeiten kann. Sie waren an jemandem interessiert, der viele verschiedene Stile stechen kann. Und es gibt keinen Stil, den wir nicht draufhaben.

Was machen Sie genau für den Klub?
Wenn ein Spieler, Verantwortlicher oder auch Fan ein Tattoo will, stellt der Verein den Kontakt zu uns her. Wir werden auch öfters vor dem Stadion stehen und Leute tätowieren. Letztens hatten wir ein kleines Event im Studio, bei dem wir den Vizepräsidenten des Klubs, den Spieler Richie Marquez und ein Mitglied der Union-Supporters-Gruppe »Sons of Ben« tätowiert haben.

Welche Motive haben sie sich gewünscht?
Marquez wollte ein Jesusporträt auf seinem Arm, der Vizepräsident die Schlange des Vereinslogos. Der Fan hat sich eine römische Zahl in einer Taschenuhr gewünscht. Sie steht für die Jahre, die er mittlerweile clean ist. Die Gründung der Gruppe war für ihn wie eine Wiedergeburt.