Michael Preetz über Herthas Aufwärtstrend und das Bayern-Spiel

»Diese Mannschaft ist einfach unfassbar stark«

Trainer kamen und gingen, nur Sie als Manager blieben. Die Auf- und Abstiegsjahre müssen gerade für Sie ein Wechselbad der Gefühle gewesen sein. Mal wurden Sie für die Zusammenstellung des Kaders gelobt, dann hagelte es wieder heftige Kritik von allen Seiten.
Es ist natürlicher einfacher, mit Lob umzugehen. Aber in jeder Kritik steckt auch die Chance, es besser zu machen. Ganz allgemein muss man feststellen, dass der Fußball in Deutschland eine überragende Rolle spielt und das Medieninteresse entsprechend groß ist – vor allem in der Hauptstadt. Als Manager oder Sportdirektor trägt man Verantwortung und steht daher ganz besonders im Fokus. Wichtig ist, dass im Verein Geschlossenheit herrscht, und die habe ich bei der Hertha zu jeder Zeit gespürt. Ich glaube, die Kontinuität in der Vereinsführung hat dazu beigetragen, den Umschwung zu schaffen. Wir steuern jetzt auf das vierte Jahr Bundesligazugehörigkeit zu. Und wir brauchen jedes Jahr Bundesliga, um den Anschluss nach oben herzustellen.

Ganz oben steht der FC Bayern München, der eigentlich in eigener Liga spielt.
Diese Mannschaft ist einfach unfassbar stark.

In der vergangenen Saison hat die Hertha zweimal nur mit 0:1 verloren. Nach dem Spiel in München lobte Pep Guardiola Ihr Team sogar ausdrücklich für die gezeigte Leistung. Das müsste doch Mut machen für die Partie am Samstag.
(Lacht.) Das ist natürlich schön, wenn man aus einem so berufenen Munde gelobt wird. Tatsächlich hatten wir in München sogar kurzzeitig Siegchancen. Aber ich bin da realistisch. Man muss ja nur schauen, wer sich in den letzten Wochen schon alles daran versucht hat, den FC Bayern zu stoppen. Es geht für uns darum, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten.

Hatten Sie im vergangenen Wochenende angesichts der Ereignisse von Paris und Hannover ein mulmiges Gefühl beim Weg ins Olympiastadion?
Eigentlich nicht. Wir waren im Vorfeld der Partie gegen Hoffenheim in einem sehr intensiven Austausch mit den Sicherheitsdiensten. Es geht jetzt auch darum wieder Normalität herzustellen. Normalität – das ist es, was wir uns alle für die nächsten Wochen und Monate wünschen.