Martin Dahlin über starke Mütter und Mönchengladbach

»Vogts war ein Frauenheld? Das will ich nicht glauben!«

1994 wurde Sie mit der schwedischen Nationalmannschaft Dritter bei WM in den USA und schossen in fünf Spielen vier Tore. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Turnier?
In dem Wissen, eine unglaublich starke Mannschaft zusammen zu haben, fuhren wir mit einer richtig breiten Brust in die USA. Und das Selbstvertrauen wuchs mit jedem Spiel noch mehr an. Vom Gastgeberland selbst habe ich nicht allzu viele Erinnerungen, das Turnier drehte sich für uns um Spiele, Training, Hotel. So sehr waren wir auf den Fußball konzentriert. Das schöne Gefühl, etwas Großes erlebt und erreicht zu haben, stellte sich erst Wochen später ein.

Stimmt es, dass Sie nach der WM das Angebot bekamen, eine eigene Modekollektion zu vertreiben?
Allerdings! Die gibt es auch heute noch. Martin-Dahlin-Mode wird gegenwärtig in 340 Läden verkauft.

Zusätzlich sollen Sie auch eine Disco gehabt haben.
Ich würde es eher einen Club nennen. »Sophies Bar« stand in Stockholm.

Kennen Sie das »Lovers´ Lane«?
Nein, was ist das?

So hieß die Disco, die einst von Günter Netzer in Mönchengladbach betrieben wurde. Nach Auskunft des Inhabers soll sich dort vor allem Mitspieler Berti Vogts als Frauenmagnet erwiesen haben.
Das kann und will ich nicht glauben (lacht).

1996 verließen Sie Mönchengladbach und wechselten zum AS Rom. Diesem Transfer ging jedoch ein komplizierte Vorgeschichte voraus.
Bereits im Herbst 1995 entschied ich mich, die Borussia zu verlassen, mein Vertrag lief nur noch bis Sommer 1996. Ich bekam Angebote von Bayern München, Tottenham Hotspur, Arsenal und Juventus Turin, schließlich entschied ich mich für Juve. Dann wurde im Dezember das Bosman-Urteil gefällt und die Gladbacher pochten auf eine Klausel in meinem Vertrag, die besagte, dass sich bei Änderungen im Transfersystem mein Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängerte. Die Verantwortlichen verlangten plötzlich 5,5 Millionen Mark Ablöse für mich.

Wie reagierte Juventus Turin?
Obwohl ich ihnen ja eigentlich zugesagt hatte, ablösefrei nach Italien zu wechseln, boten sie der Borussia 2,5 Millionen Mark. Das war den Gladbachern allerdings zu wenig, Juventus sprang nach monatelangen Verhandlungen schließlich ab. Bayern, Tottenham und Arsenal hatte ich bereits einen Korb gegeben. Ich wollte aber unbedingt wechseln. Schließlich bot der AS Rom genügend Geld für mich, und ich verließ Mönchengladbach.

Sie machten nur drei Spiele für die Römer und kehrten sehr bald zurück zur Borussia. Woran sind Sie in Italien gescheitert?
Als ich in Rom ankam, warteten da vier Konkurrenten um die Mittelstürmer-Position auf mich: Der damals 20-jährige Francesco Totti, der Argentinier Abel Balbo, der Uruguayer Daniel Fonseca und den Italiener Marco Delvecchio. Fonseca und Delvecchio sollten eigentlich abgegeben werden, blieben aber doch. Trainer war Carlos Bianchi, ein Argentinier. Der sprach mit den Südamerikanern spanisch, während ich nicht mal italienisch konnte. Kurzum: Es ging nicht gut. Nach einem halben Jahr haute ich ab.

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