Markus Gellhaus über den SCP-Neuanfang

»Wir wollen unsere Fans begeistern«

Der SC Paderborn hat  - Stand heute -  neun Spieler verpflichtet...
… Eins dazu: Einige Neuzugänge standen bereits vor meiner Zusage fest, mit denen konnte ich vorher logischerweise nicht sprechen. Aber inzwischen weiß ich, dass das gute Jungs sind. Da gibt es keinerlei Schwierigkeiten. Mit vielen anderen habe ich mich vorher mehrmals intensiv unterhalten.

Ein Beispiel: Wie reden Sie mit einem 20-Jährigen, der extrem nervös ist, vielleicht sogar schüchtern,  und genau weiß, dass Sie derjenige sind, der nach dem Gespräch entscheidet, ob es nun klappt mit dem Karrieresprung oder eben nicht? 
Je nach Situation – so was muss sich entwickeln.

Private Themen?
Manchmal, ja.  Aber derlei sollte man nicht planen. Sonst wirkt das ja schrecklich künstlich. Man bekommt relativ schnell ein Gefühl füreinander, das ist ja auch eine Wechselwirkung. Der Spieler sollte unbedingt das Gefühl haben, dass er beim SCP gut aufgehoben ist. Dass er hier nicht nur eine Nummer ist. Auch deshalb könnte ich mir nicht vorstellen, auf derartige Kennenlerngespräche zu verzichten.

Ihr Neuzugang Khaled Narey (kam von Borussia Dortmund II, d. Red.) sagte kürzlich den schönen Satz: »Wir haben echt 'ne sehr, sehr korrekte Mannschaft«. Wie würden Sie Ihr Team beschreiben?
(lacht) Oha! Ich bin mir nicht sicher, was genau er damit meint. Im Ernst: Wir haben eine charakterlich gute Mannschaft. Und das würde ich jetzt nicht erwähnen, wenn es anders wäre. Die Kaderzusammenstellung passt, die Jungs gehen gut und respektvoll miteinander um. Darüber bin ich sehr froh. So langsam wachsen wir als Einheit zusammen, das Trainingslager hat da viel bewirkt.

Wie oft haben Sie die mögliche Aufstellung fürs erste Ligaspiel (VfL Bochum, d. Red.) in Gedanken bereits durchgespielt?
Darüber mache ich mir natürlich nicht erst seit gestern Gedanken. Wir haben allerdings viele Optionen. Deshalb habe ich der Mannschaft auch gesagt, dass ich mich grundsätzlich nicht auf eine erste Elf festlegen werde. Wir haben derart viele unterschiedliche Spielertypen im Kader, da wäre es fahrlässig, würde ich nicht mehrere Varianten nutzen – je nach Gegner und Tagesform. Wir wollen varriieren. Aber auch ich weiß, dass jede Mannschaft ein Gerüst braucht. 

Was wäre für Sie in Ihrer ersten Saison als Cheftrainer ein Erfolg?
Wenn wir mit unserer Mannschaft guten Fußball böten. Wir wollen unsere Fans begeistern  - am besten in jedem Heimspiel. 

Herr Gellhaus, kurze Abschlussfrage: Nervt es Sie eigentlich, dass Sie ständig mit Ihrem Vorgänger Andrè Breitenreiter verglichen werden?
Sie haben mich bislang nicht mit ihm verglichen, von daher: alles gut (lacht). Im Ernst: Das nervt mich in keinster Weise. Denn würde über einen Trainer, der hier erfolgreich gearbeitet hat, plötzlich nicht mehr geredet werden, wäre das ja merkwürdig. Es ist völlig okay, wenn die Fans, das Umfeld, meinetwegen auch die Journalisten gelegentlich vergleichen. Solange all das fair abläuft – kein Probem. Ich versuche, die Leute mit meiner eigenen Philosophie zu überzeugen.