Kunstausstellung Millerntor Gallery

»Wir wollten eine Schippe drauflegen«

Das Millerntor–Stadion verwandelt sich am Wochenende in eine Galerie. Wir sprachen mit dem Künstler Thomas Koch über die Rückenschmerzen von Ewald Lienen. Und den HSV.

Thomas Koch

Thomas Koch, wohin des Weges?
Ich bin gerade auf dem Weg zur Millerntor-Gallery, die gleich in ihrer sechsten Auflage beginnt. Leider haben sich meine Fotos vom Kleber gelöst und hängen jetzt herunter. Also schnell noch mal los und flicken.

Das spricht nicht gerade für die Qualität Ihrer Arbeit.
(Lacht.) Nein, alles gut. Aber in diesem Jahr habe ich das Papier für meine Kunst aus dem originalen Rasen des Millerntor-Stadions gewonnen und an den unbehandelten Halmen scheitert der Kleber – das war abzusehen.

Papier aus Fußballrasen. Woher kam die Idee?
Ich fotografiere nicht nur alljährlich die Spieler des FC St. Pauli, sondern male auch und weiß deshalb, aus welchen unterschiedlichsten Materialien Papier gewonnen werden kann. Eigentlich geht alles, was man häckseln kann.


Bild: Thomas Koch

Und da haben Sie sich ins Stadion geschlichen und den Rasen gestohlen.
Ja, eine Nacht-und-Nebel-Aktion, der Platzwart ist heute noch sauer (lacht). Nein, Spaß beiseite. Der Verein hatte gerade seinen Rasen ausgetauscht, da war ausreichend Material vorhanden. Früher war ich mit der Idee gescheitert, aber dieses Jahr wollten wir eine Schippe drauflegen.

Eine Schippe draufgelegt haben Sie auch bei der Entstehung des Fotos. Mit Ewald Lienen haben Sie erstmals auch den Trainer des FC St. Pauli abgelichtet.
Ewald Lienen ist einfach ein positiver Typ. Schon im vergangenen Jahr war er Gast unserer Millerntor Gallery und hat sich ganz begeistert gezeigt. Als wir jetzt, vor dem letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, die Fotos machen wollte, hatte er nicht viel Zeit und ist trotzdem gekommen.