Kiels Trainer Markus Anfang im Interview

»hätte mir gewünscht, der Trainer hätte anders reagiert«


Das berühmte »Momentum« steht gerade absolut auf Ihrer Seite. Die Achterbahnfahrt der Würzbürger Kickers in der vergangenen Saison, zeigt, dass sich dies auch sehr schnell ändern kann. Wie lautet Ihr Plan, um weiter erfolgreich zu sein?
Genau das meine ich. Wir wollten vom ersten Spieltag an nichts verhindern, sondern jedes Wochenende unseren Fußball spielen.  Die Tabelle hat für uns eigentlich keine Aussagekraft, sondern immer nur das nächste Spiel. Wir versuchen uns, auch wenn das jetzt wie eine Floskel klingt, Woche für Woche auf jeden Gegner vorzubereiten, und dann jedes Spiel zu gewinnen, mit den Inhalten die wir trainieren. Nach jedem Spiel fragen wir uns: Wie haben wir gespielt? Was wollten wir spielen? Was haben wir hinbekommen, was nicht?

Welcher Trainertyp sind Sie, Markus Anfang?
Mir ist wichtig, dass die Jungs fühlen, dass sie mit allen Problemen zu mir kommen können. Trotz alledem habe ich als Trainer eine gewisse Autorität. Ich wünsche mir eine Mischung: ›Vater-Kumpel-autoritärer-Trainer‹, so stelle ich es mir vor. Mir ist vor allem wichtig: Das eine ist der Sportler, das andere ist der Mensch. Wenn jemand schlecht spielt, ist er kein schlechter Mensch und andersrum. Das muss man klar trennen. Jeder versucht aus seiner Karriere das Beste zu machen und ich begleite sie dabei. Besonders der Mensch hinter dem Profi muss berücksichtigt werden. Darauf lege ich sehr viel Wert. Ansonsten versuche ich viel Spaß zu vermitteln. Wir machen alle das, was wir am liebsten machen: Wir spielen Fußball. Mit Spaß kommen und mit Spaß gehen, das ist am wichtigsten.

Haben Sie Trainervorbilder aus Ihrer aktiven Profikarriere?
Nein. Ich hatte viele gute Trainer, von denen ich jeweils verschiedenes mitgenommen habe. Trotzdem habe ich auch immer meinen eigenen Weg gefunden. In meiner Karriere habe ich einiges erlebt. Oft gab es Situationen, in denen ich mir gewünscht hätte, der Trainer hätte anders reagiert. Genau da will ich versuchen, meine Spieler zu verstehen.