Kickt dieser Ex-Eintrachtler seinen alten Klub aus dem Pokal?

»Dieses Spiel ist ein Geschenk«

Um ein Haar wäre Cedric Heller bei Eintracht Frankfurt Profi geworden. Mit seinem neuen Klub TuS Erndtebrück trifft er nun auf – Eintracht Frankfurt. Wird er zum Pokalhelden? 

imago

Cedric Heller, vor wenigen Wochen kickten Sie noch in der A-Jugend von Eintracht Frankfurt. Als es dort nicht mehr weiter ging, sind Sie zu TuS Erndtebrück gewechselt – dem Gegner der Eintracht im Pokal. Ging der Wechsel vor der Auslosung über die Bühne?

Nein, die Paarung war bereits ausgelost. Ich bin erst seit zwei Wochen bei Erndtebrück und wusste, als das Angebot kam, dass ich auf die Eintracht treffen würde. 

Auf der Gegenseite spielen einige Jungs, mit denen Sie vor kurzem noch auf dem Platz standen. Gab es schon Kontakt mit Renat Dadashov und den anderen, die zu den Profis hochgezogen wurden?

Nein, noch nicht. Nach dem Spiel werden wir ein bisschen quatschen. Aber vor dem Spiel ist es vielleicht besser, wenn wir nicht miteinander sprechen. Für Erndtebrück ist das das Spiel des Jahrhunderts, da muss man sich konzentrieren. 

Sie waren fünf Jahre in der Eintracht-Jugend. Woran ist der Sprung zu den Profis gescheitert?

Zu Beginn der zweiten A-Jugend-Saison habe ich mir eine Schambeinentzündung zugezogen und bin über ein halbes Jahr ausgefallen. Anschließend war es schwer, wieder ranzukommen. Und wenn man nicht spielt, kann man sich auch nicht für die Profis empfehlen. 

Aber Sie waren nah dran, oder nicht?

Zu Beginn der letzten Saison war ich mit den Profis im Trainingslager. Auch danach habe ich ab und an mit den Profis trainiert und auch in Testspielen mitgespielt. Dann kam die Verletzung und im Anschluss merkte ich, dass es schwierig wird, auf mein altes Niveau zu kommen. Da muss man ehrlich zu sich sein. 

Kriegt man denn regelmäßig Feedback, ob der Verein einem die Profikarriere zutraut?

Natürlich, aber wir waren mit der U19 der Eintracht gegen Ende der Saison im Abstiegskampf, da musste jeder seine persönlichen Ziele zurückstellen. Feedback-Gespräche gab es trotzdem, aber der Klassenerhalt war erst einmal wichtiger als das persönliche Ziel, Profi zu werden. Nach Abschluss der Saison gab es noch einen Mannschaftsabend, bei dem diejenigen, deren Jugendzeit zu Ende ist, vom Trainer verabschiedet wurden. 

Was hat Ihr Trainer Alexander Schur zu Ihnen gesagt?

Er hat mir alles Gute gewünscht und gesagt, dass er sicher ist, dass ich meinen Weg im Herrenfußball gehen werde. Weil ich einen guten Körper, eine gute Grundschnelligkeit und ein gutes Passspiel habe. 

Und nun rächen Sie sich bei der Eintracht, indem Sie sie aus dem Pokal schießen?

Naja, rächen ist ein zu großes Wort. Aber es ist ein Riesenspiel für mich, klar. Das verstehe ich als Geschenk, und ich will alles reinhauen. Ich bin erst seit zwei Wochen hier, bin in Sachen Vorbereitung noch hintendran und habe in der Liga noch nicht gespielt. Aber ich hoffe natürlich auf einen Einsatz. 

Wäre das nicht komisch, als Ex-Frankfurter und Fan gegen die Eintracht zu treffen?

Ich bin eher Sympathisant. Wer regelmäßig im Frankfurter Stadion war und die Atmosphäre dort mitbekommen hat, der fiebert automatisch mit der Eintracht mit. Aber meine Kumpels stehen bei den Heimspielen im Fan-Block. 

Und dürfen Sie sich bei denen noch blicken lassen, wenn Erndtebrück die Eintracht wirklich raushauen sollte?

Ach, das sollte kein Problem sein. 

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!